Kettner Edelmetalle
09.04.2026
14:57 Uhr

IS-Terror kehrt zurück: Angriff auf israelisches Konsulat in Istanbul offenbart tödliche Naivität des Westens

Was viele Sicherheitsexperten seit Jahren befürchten, hat sich am Dienstag in Istanbul auf brutale Weise materialisiert: Drei bewaffnete Männer eröffneten gegen Mittag das Feuer auf das israelische Konsulat. Ein Attentäter wurde von einem Polizisten erschossen, die beiden anderen konnten festgenommen werden. Und hinter dem Anschlag soll niemand Geringeres stecken als der sogenannte Islamische Staat – jene Terrororganisation, die man in westlichen Hauptstädten längst für besiegt erklärt hatte.

Türkei reagiert mit landesweiter Razzia

Die türkischen Behörden ließen nicht lange auf sich warten. Justizminister Akin Gürlek verkündete auf der Plattform X, der Staat habe „zeitgleiche Operationen in 34 Provinzen gegen die Terrororganisation Daesh" durchgeführt. „Daesh" – die arabische Abkürzung für den IS – ist in der Türkei ein wohlbekannter Name. Insgesamt seien 198 Personen festgenommen worden, gegen 273 weitere liefen Ermittlungen. Bereits vor der offiziellen Bestätigung hatten türkische Medien berichtet, dass einer der getöteten Attentäter nachweisliche Verbindungen zum IS unterhalten haben soll.

Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen: Fast 200 Festnahmen in einer einzigen koordinierten Aktion. Das bedeutet nichts anderes, als dass der IS offenbar über ein weitverzweigtes Netzwerk in der Türkei verfügt – einem NATO-Mitgliedsstaat wohlgemerkt. Wer angesichts solcher Dimensionen noch von einer „zerschlagenen" Terrororganisation spricht, betreibt gefährliche Realitätsverweigerung.

Der IS ist nicht besiegt – er hat sich nur verwandelt

Die Illusion, der Islamische Staat sei Geschichte, gehört zu den folgenschwersten Selbsttäuschungen der westlichen Sicherheitspolitik. Zwar kontrolliert die Terrorgruppe nicht mehr jene riesigen Gebiete in Syrien und dem Irak, die sie zwischen 2014 und 2016 unter ihre barbarische Herrschaft gezwungen hatte. Doch die Ideologie lebt fort, die Netzwerke bestehen weiter, und die Fähigkeit zu verheerenden Anschlägen ist ungebrochen.

Der Beweis? Im März 2024 griffen Attentäter des afghanischen IS-Ablegers „Islamischer Staat – Provinz Khorasan" ein Musikkonzert nahe Moskau an und töteten 149 Menschen. Im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2024 drohte die Terrorgruppe mit Anschlägen in europäischen Ländern. Der damalige Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, warnte seinerzeit, die Gefahr islamistischer Anschläge sei für Deutschland so hoch „wie seit langem nicht mehr".

Deutschland schaut weg – wie immer

Und was geschah seitdem in Deutschland? Wurde die innere Sicherheit massiv gestärkt? Wurden die Grenzen konsequent geschützt? Wurden islamistische Gefährder konsequent abgeschoben? Die Antwort auf all diese Fragen ist so ernüchternd wie vorhersehbar. Während die Türkei innerhalb weniger Stunden eine landesweite Razzia mit Hunderten Festnahmen auf die Beine stellt, diskutiert man hierzulande lieber über Gendersprache und Klimakleber.

Die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus ist nicht verschwunden – sie wurde lediglich von der politischen Tagesordnung verdrängt. Jeder Anschlag, ob in Istanbul, Moskau oder anderswo, sollte als Weckruf dienen. Doch wer will schon geweckt werden, wenn der ideologische Tiefschlaf so bequem ist? Die Bürger dieses Landes haben ein Recht auf Sicherheit, und es wird höchste Zeit, dass die Politik diesem Anspruch endlich gerecht wird – mit Taten statt mit Sonntagsreden.

Der Angriff auf das israelische Konsulat in Istanbul ist mehr als ein lokales Sicherheitsereignis. Er ist ein Symptom einer globalen Bedrohungslage, die sich durch Wegschauen nicht auflösen lässt. Europa – und ganz besonders Deutschland – muss endlich begreifen, dass konsequente Sicherheitspolitik keine Option, sondern eine Überlebensfrage ist.

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