
Inflationsschock voraus: ING-Chefvolkswirt warnt vor Preisexplosion bis 2027
WĂ€hrend die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz nicht mĂŒde wird, den BĂŒrgern eine rosige Zukunft zu versprechen, zeichnet einer der profiliertesten Ăkonomen Europas ein deutlich dĂŒstereres Bild. Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der niederlĂ€ndischen GroĂbank ING, prognostiziert fĂŒr den Sommer Inflationsraten von drei bis vier Prozent â ein Wert, der das ohnehin schon strapazierte Portemonnaie der deutschen Verbraucher weiter belasten dĂŒrfte.
Geopolitische Krisen als Preistreiber
Der Volkswirt, der als ausgewiesener Experte fĂŒr die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland und Europa gilt, machte in einem Podcast-Interview deutlich, woher der Wind weht: Sollte der Iran-Konflikt, der die zaghafte wirtschaftliche Erholung Deutschlands praktisch zum Stillstand gebracht habe, nicht zeitnah beigelegt werden, mĂŒsse sich die deutsche Wirtschaft bis mindestens 2027 auf dauerhaft höhere Preise einstellen. Eine Hiobsbotschaft fĂŒr Millionen von BĂŒrgern, die bereits jetzt unter den Folgen der Inflation der vergangenen Jahre Ă€chzen.
Immerhin â und das ist der schmale Silberstreif am Horizont â glaubt Brzeski, dass eine ausgewachsene Rezession vermieden werden könne. Doch selbst sein Optimismus hat Grenzen: Im schlimmsten Fall rechnet er mit einem âNullwachstum" fĂŒr Deutschland. Nullwachstum â das klingt harmlos, bedeutet aber de facto wirtschaftlichen Stillstand fĂŒr die einstige Lokomotive Europas.
Konjunkturpakete auf Pump â die nĂ€chste Schuldenorgie?
Besonders brisant ist Brzeskis Hinweis auf die bereits beschlossenen Konjunkturpakete der Bundesregierung. Sollte die Energiekrise anhalten, könnten weitere StĂŒtzungsmaĂnahmen folgen â und das, obwohl der fiskalische Spielraum eigentlich lĂ€ngst erschöpft sei. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Da hat Friedrich Merz im Wahlkampf hoch und heilig versprochen, keine neuen Schulden zu machen, und kaum im Amt, wird bereits ĂŒber zusĂ€tzliche Ausgabenprogramme spekuliert. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur belastet kommende Generationen ohnehin schon massiv. Woher soll das Geld fĂŒr weitere Rettungspakete kommen? Richtig â vom Steuerzahler. Wie immer.
Brzeski selbst setzt auf das Prinzip Hoffnung und zitiert den Grundsatz: âNot schafft immer Lösungen." Ein Satz, der in seiner Schlichtheit fast schon zynisch anmutet, wenn man bedenkt, dass es die politische Klasse war, die Deutschland in diese âNot" manövriert hat â durch eine verfehlte Energiepolitik, durch ideologiegetriebene Wirtschaftsentscheidungen und durch eine naive AuĂenpolitik, die geopolitische Risiken jahrelang ignorierte.
Hoffnung durch Waffenstillstand am Persischen Golf
Einen Lichtblick gibt es dennoch: Der von US-PrĂ€sident Donald Trump vermittelte Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran könnte dafĂŒr sorgen, dass die StraĂe von Hormus â eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt fĂŒr den Ăltransport â bald wieder ungehindert befahren werden kann. Sollte der Ălpreis daraufhin fallen, dĂŒrften auch die Spritpreise an deutschen Tankstellen sinken. Brzeski Ă€uĂerte sich gegenĂŒber der Bild-Zeitung optimistisch, dass das Tanken spĂ€testens zum Wochenende wieder gĂŒnstiger werden könnte.
Doch selbst wenn sich die Lage am Persischen Golf entspannt: Die strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft â von der ĂŒberbordenden BĂŒrokratie ĂŒber die exorbitanten Energiekosten bis hin zur schleichenden Deindustrialisierung â werden dadurch nicht gelöst. Drei bis vier Prozent Inflation bedeuten nichts anderes als eine schleichende Enteignung der Sparer und der Mittelschicht. Wer sein Geld auf dem Girokonto oder Sparbuch liegen lĂ€sst, verliert real an Kaufkraft â Monat fĂŒr Monat, Jahr fĂŒr Jahr.
Edelmetalle als Schutzschild gegen die Geldentwertung
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber seit Jahrtausenden als verlĂ€sslicher Wertspeicher gelten. WĂ€hrend Papiergeld durch Inflation und politische Fehlentscheidungen systematisch an Wert verliert, haben Edelmetalle ihre Kaufkraft ĂŒber Jahrhunderte hinweg bewahrt. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sollte eine Beimischung physischer Edelmetalle in einem breit gestreuten Portfolio ernsthaft in Betracht ziehen â gerade jetzt, wo die Zeichen unmissverstĂ€ndlich auf weitere Geldentwertung stehen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, grĂŒndlicher Recherche und gegebenenfalls nach RĂŒcksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. FĂŒr Anlageentscheidungen und deren Folgen ĂŒbernehmen wir keinerlei Haftung.










