
Immobilien-Flaute: Plus 0,6 Prozent – und trotzdem ein Verlustgeschäft?

Deutschlands Wohnimmobilien sind im zweiten Quartal 2026 im Schnitt nur um 0,6 Prozent teurer geworden als ein Jahr zuvor. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitgeteilt. Zum Vorquartal betrug das Plus gerade einmal 0,3 Prozent – Eigentümer, die auf eine kräftige Erholung gehofft hatten, werden damit enttäuscht.
Das Tempo lässt Quartal für Quartal nach
Der Trend spricht eine deutliche Sprache. Ende 2025 lagen die Preise laut Destatis noch 3,0 Prozent über dem Vorjahr. Im ersten Quartal 2026 waren es dann nur noch 1,4 Prozent. Diesen Wert haben die Statistiker jetzt sogar auf 1,2 Prozent nach unten korrigiert.
Und nun das: magere 0,6 Prozent. Die Erholung am Immobilienmarkt geht allmählich die Luft aus. Dabei liegt der letzte Absturz noch gar nicht lange zurück. Nach dem Rekordhoch im Jahr 2022 fielen die Preise mit dem Zinsanstieg teils zweistellig. Medienberichten zufolge lagen sie im Herbst 2023 rund zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Metropolen schwächeln, die Provinz ist gespalten
Auffällig ist, wie unterschiedlich sich die Regionen entwickeln. In den sieben größten Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf wurden Eigentumswohnungen sogar billiger. Sie kosteten 0,4 Prozent weniger als vor einem Jahr und 0,5 Prozent weniger als im Vorquartal. Ein- und Zweifamilienhäuser legten dort zwar im Jahresvergleich um 0,7 Prozent zu, gaben gegenüber dem Frühjahr aber um 0,6 Prozent nach.
Anders sieht es in den übrigen kreisfreien Großstädten aus:
- Eigentumswohnungen: +2,0 Prozent zum Vorjahr, +0,5 Prozent zum Vorquartal
- Ein- und Zweifamilienhäuser: +0,7 Prozent zum Vorjahr, +0,9 Prozent zum Vorquartal
Auf dem Land wollen die Käufer lieber ein Haus
In den dicht besiedelten ländlichen Kreisen verloren Wohnungen deutlich an Wert: minus 1,8 Prozent zum Vorjahr und minus 1,3 Prozent zum Vorquartal. Häuser wurden dagegen teurer, im Vergleich zum Vorquartal sogar um satte 2,5 Prozent. Ähnlich sieht es in dünn besiedelten Regionen aus. Dort sanken die Wohnungspreise um 0,6 beziehungsweise 1,4 Prozent. Häuser lagen zwar 0,4 Prozent unter dem Vorjahr, verteuerten sich aber zum Vorquartal um 1,9 Prozent.
Die Inflation frisst den Zuwachs auf
Das eigentliche Problem wird erst auf den zweiten Blick sichtbar. Laut Destatis lag die Inflationsrate im August bei 2,9 Prozent. Wer gegen ein Plus von 0,6 Prozent rechnet, merkt schnell: Real verlieren Wohnimmobilien im Bundesdurchschnitt an Wert. Das angebliche Betongold hält mit der Geldentwertung derzeit nicht Schritt.
Gleichzeitig wird das Bauen immer teurer. Nach Angaben der Statistiker lagen die Preise für neue Wohngebäude im Mai 2026 rund fünf Prozent über dem Vorjahr. Hinzu kommen strengere Energievorgaben, eine Grundsteuer, die vielerorts steigt, und eine Bürokratie, die Bauherren bei jedem Schritt ausbremst. Wer so baut, hat es schwer, damit Geld zu verdienen. Kritiker sehen die Verantwortung dafür vor allem in Berlin und Brüssel. Dort komme bei jeder neuen Vorschrift eine weitere Belastung für Eigentümer hinzu.
Was Sparer daraus lernen können
Die Zahlen widerlegen die alte Überzeugung, dass Immobilien immer sicher seien. Eine Immobilie ist nicht beweglich und schwer zu verkaufen. Sie hängt stark von Zinsen und politischen Entscheidungen ab. Gerade deshalb setzen viele Anleger zusätzlich auf physisches Gold und Silber. Edelmetalle sind weltweit handelbar und kennen keine Sanierungspflicht. Ihr Vorteil ist zudem, dass kein Staat sie per Knopfdruck vermehren kann. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie ein Portfolio sinnvoll ergänzen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere redaktionelle Meinung auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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