Kettner Edelmetalle
18.07.2025
11:44 Uhr

Goldpreis trotzt Trump-Turbulenzen: Morgan Stanley prophezeit goldene Zeiten

WĂ€hrend die politische BĂŒhne in Washington wieder einmal fĂŒr Schlagzeilen sorgt, zeigt sich der Goldpreis erstaunlich unbeeindruckt. Trotz der jĂŒngsten Äußerungen des US-PrĂ€sidenten Donald Trump zur Zukunft des Fed-Chefs Jerome Powell verharrt das Edelmetall in einer bemerkenswert stabilen Seitenlage zwischen 3.340 und 3.360 US-Dollar. Ein PhĂ€nomen, das in Zeiten politischer Unsicherheit durchaus ĂŒberrascht – und gleichzeitig die StĂ€rke des gelben Metalls unterstreicht.

Trumps ĂŒberraschende ZurĂŒckhaltung

Die FinanzmĂ€rkte hatten sich bereits auf das Schlimmste vorbereitet. Schließlich ist Trump nicht gerade fĂŒr seine diplomatische ZurĂŒckhaltung bekannt, wenn es um die US-Notenbank geht. Doch seine Aussage, eine Entlassung Powells sei „höchst unwahrscheinlich", wirkte wie ein Beruhigungsmittel fĂŒr die nervösen MĂ€rkte. Der Goldpreis reagierte prompt mit einem leichten RĂŒckgang auf 3.347 US-Dollar – ein Minus von etwa 0,49 Prozent. FĂŒr ein Asset, das traditionell von Unsicherheit profitiert, eine durchaus logische Reaktion.

Doch wer glaubt, dies sei der Beginn einer nachhaltigen SchwĂ€chephase fĂŒr Gold, könnte sich gewaltig irren. Die US-Investmentbank Morgan Stanley jedenfalls sieht das ganz anders und erhöht sogar ihre Prognosen fĂŒr das vierte Quartal deutlich.

Morgan Stanley setzt auf Edelmetalle

Die Analysten der renommierten Investmentbank haben ihre Hausaufgaben gemacht. In ihrem aktuellen Branchenreport identifizieren sie gleich mehrere Faktoren, die dem Goldpreis mittelfristig krĂ€ftigen RĂŒckenwind verleihen könnten. Allen voran eine mögliche SchwĂ€che des US-Dollars, die Gold fĂŒr internationale KĂ€ufer wieder attraktiver machen wĂŒrde. Hinzu kommen erwartete konjunkturelle Impulse aus China – dem Land, das traditionell einen unstillbaren Hunger nach dem gelben Metall hat.

Besonders interessant ist die EinschĂ€tzung zu den Inflationsdaten. WĂ€hrend die stabilen Produzentenpreise in den USA aktuell noch fĂŒr Ruhe sorgen, könnte sich das Blatt schnell wenden. Die massive Verschuldungspolitik der neuen deutschen Bundesregierung unter Friedrich Merz, die trotz vollmundiger Versprechen ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur plant, dĂŒrfte die Inflationssorgen in Europa weiter befeuern. Ein Szenario, das Gold traditionell in die Karten spielt.

Zentralbanken bleiben auf Einkaufstour

Ein weiterer Trumpf im Ärmel des Goldmarktes sind die unermĂŒdlichen Zentralbanken. Diese institutionellen GroßkĂ€ufer haben ihre Goldreserven in den vergangenen Jahren kontinuierlich aufgestockt – ein Trend, der sich laut Morgan Stanley fortsetzen dĂŒrfte. Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen, wie sie derzeit zwischen Israel und dem Iran herrschen, suchen Notenbanken verstĂ€rkt nach Alternativen zum US-Dollar.

Technische Analyse bestÀtigt AufwÀrtstrend

Auch die Chartanalysten können sich entspannt zurĂŒcklehnen. Der Goldpreis notiert weiterhin oberhalb seines gleitenden 10-Tage-Durchschnitts – ein klares Signal fĂŒr einen intakten AufwĂ€rtstrend. Die technische Lage prĂ€sentiert sich kurz- bis mittelfristig positiv, was weitere KursstabilitĂ€t oder sogar neue HöchststĂ€nde erwarten lĂ€sst.

Interessant ist auch der Blick auf die Schwestermetalle. Morgan Stanley sieht nicht nur bei Gold, sondern auch bei Silber und Kupfer erhebliches Potenzial. Die globale Energiewende und der damit verbundene Hunger nach Industriemetallen könnten hier fĂŒr zusĂ€tzliche Nachfrage sorgen.

Zollpolitik als Joker im Spiel

Ein Faktor, der in den kommenden Monaten verstĂ€rkt in den Fokus rĂŒcken dĂŒrfte, ist Trumps aggressive Zollpolitik. Mit Strafzöllen von 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf China und 25 Prozent auf Mexiko und Kanada hat der US-PrĂ€sident ein handelspolitisches Erdbeben ausgelöst. WĂ€hrend dies kurzfristig die Produktionskosten bei Industriemetallen beeinflussen könnte, dĂŒrfte es mittelfristig die Flucht in sichere HĂ€fen wie Gold verstĂ€rken.

Die ĂŒber fĂŒnf Millionen Menschen, die in 2.100 US-StĂ€dten gegen Trumps Politik protestieren, zeigen zudem, dass die gesellschaftliche Spaltung in den USA weiter zunimmt. Ein Umfeld, in dem Gold traditionell glĂ€nzt.

Fazit: Gold bleibt unverzichtbar

Trotz der kurzfristigen Beruhigung durch Trumps gemĂ€ĂŸigte Töne bleibt Gold ein unverzichtbarer Baustein in jedem ausgewogenen Portfolio. Die Kombination aus geopolitischen Spannungen, inflationĂ€ren Tendenzen und der ungebremsten Verschuldungspolitik vieler Staaten spricht eine deutliche Sprache. Morgan Stanleys optimistische Prognose erscheint vor diesem Hintergrund durchaus realistisch.

WÀhrend Aktien, ETFs und andere Finanzprodukte zunehmend von politischen Launen und Marktmanipulationen abhÀngen, bietet physisches Gold weiterhin das, was Anleger in unsicheren Zeiten suchen: StabilitÀt, Werterhalt und UnabhÀngigkeit von politischen EntscheidungstrÀgern. In einer Welt, in der Regierungen Billionen aus dem Nichts erschaffen und Generationen mit Schulden belasten, erscheint die Beimischung von Edelmetallen nicht nur sinnvoll, sondern geradezu zwingend.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss seine Investitionsentscheidungen selbst treffen und trĂ€gt die volle Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen. Wir empfehlen, vor jeder Investition ausreichend zu recherchieren und gegebenenfalls professionellen Rat einzuholen.

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