Kettner Edelmetalle
21.01.2026
15:24 Uhr

Goldpreis im Rausch: Analysten überbieten sich mit Prognosen bis 7.150 Dollar

Goldpreis im Rausch: Analysten überbieten sich mit Prognosen bis 7.150 Dollar

Was vor wenigen Monaten noch als utopisch galt, scheint nun greifbare Realität zu werden. Der Goldpreis hat in einer atemberaubenden Nachtbewegung innerhalb von nur acht Stunden um satte 130 Dollar zugelegt und ein neues Allzeithoch von 4.888 Dollar markiert. Wer hätte das gedacht? Noch vor kurzem erschienen 4.000 Dollar als unerreichbare Marke – heute diskutieren Bankanalysten bereits über 6.000 oder gar 7.000 Dollar.

Zentralbanken als Treiber der Gold-Rally

Die Nachricht, dass Polen in diesem Jahr 150 Tonnen Gold aufkaufen wird, hat dem Edelmetall weiteren Auftrieb verliehen. Die Zentralbanken weltweit scheinen erkannt zu haben, was viele konservative Anleger schon lange wissen: In Zeiten politischer Unsicherheit und geldpolitischer Experimente gibt es kaum einen sichereren Hafen als das gelbe Metall. Die Diversifizierung weg vom Dollar ist längst keine Randerscheinung mehr, sondern ein globaler Trend von historischer Tragweite.

Trumps aggressive Handelspolitik, seine Attacken auf die Federal Reserve und nicht zuletzt seine geopolitischen Ambitionen – man denke nur an die Grönland-Thematik – liefern dem Goldmarkt täglich neue bullische Argumente. Die Welt scheint aus den Fugen geraten, und Gold profitiert davon wie kaum ein anderer Vermögenswert.

LBMA-Umfrage offenbart spektakuläre Kursziele

Eine aktuelle Erhebung der London Bullion Market Association zeichnet ein bemerkenswertes Bild. Die befragten Bankanalysten erwarten für 2026 einen durchschnittlichen Goldpreis, der satte 38 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen soll. Die prognostizierte Handelsspanne ist dabei geradezu atemberaubend: Sie reicht von 3.450 Dollar bis hin zu 7.150 Dollar – eine Bandbreite von 3.700 Dollar, was einem Anstieg von 103 Prozent gegenüber der tatsächlichen Spanne des Vorjahres entspricht.

Die optimistischste Stimme kommt von Julia Du von der ICBC Standard Bank. Ihre durchschnittliche Prognose liegt bei beeindruckenden 6.050 Dollar, mit einem möglichen Höchstwert von 7.150 Dollar. Selbst der pessimistischste Analyst, Robin Bhar von RBMC, sieht den Goldpreis im Schnitt bei 4.000 Dollar – ein Niveau, das noch vor kurzem als Traummarke galt.

Warnsignale am Horizont?

Doch bei aller Euphorie mahnt die LBMA auch zur Vorsicht. Erste Risse in der Rally werden sichtbar: Die Schmucknachfrage geht zurück, einige Zentralbanken reagieren zunehmend preisempfindlich, und massive Spekulationsgeschäfte könnten bei einem Stimmungsumschwung zu heftigen Korrekturen führen. Die Frage, wie nachhaltig diese Rally tatsächlich ist, bleibt offen.

Innerhalb der letzten zwölf Monate hat Gold einen Wertzuwachs von 77 Prozent verzeichnet. Eine solche Performance sucht ihresgleichen und unterstreicht einmal mehr, warum physische Edelmetalle als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio ihre Berechtigung haben. Während Papierwährungen durch die lockere Geldpolitik der Notenbanken kontinuierlich an Kaufkraft verlieren, bewährt sich Gold als zeitloser Wertspeicher.

Physisches Gold als Vermögenssicherung

Für konservative Anleger, die ihr Vermögen langfristig schützen möchten, bieten physische Edelmetalle nach wie vor eine sinnvolle Ergänzung. In einer Welt, in der Schuldenorgien zur Normalität geworden sind und Zentralbanken die Gelddruckmaschinen auf Hochtouren laufen lassen, bleibt Gold das, was es seit Jahrtausenden ist: ein verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. Die dargestellten Prognosen und Einschätzungen können sich als unzutreffend erweisen.

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