Kettner Edelmetalle
22.05.2026
21:59 Uhr

Gold schlÀgt Aktien: Deutsche entdecken den Werterhalt wieder

Gold schlÀgt Aktien: Deutsche entdecken den Werterhalt wieder

Es gibt Momente, in denen die nĂŒchternen Zahlen einer Umfrage mehr ĂŒber den Zustand eines Landes verraten als jede politische Sonntagsrede. Die jĂŒngste Forsa-Erhebung im Auftrag von pro aurum gehört genau in diese Kategorie. Seit sechzehn Jahren misst das Meinungsforschungsinstitut die Stimmung der BundesbĂŒrger zu langfristigen Geldanlagen – und die Ergebnisse aus dem Mai 2026 zeichnen ein deutliches Bild: Die Deutschen verlieren das Vertrauen in das Papiergeldsystem und suchen ihr Heil zunehmend im gelben Edelmetall.

Gold thront wieder an der Spitze

Insgesamt 1.002 erwachsene BundesbĂŒrger wurden im Rahmen computergestĂŒtzter Telefoninterviews befragt – und das Resultat dĂŒrfte so manchem Finanzminister die Stirn in Falten legen. Stolze 30 Prozent der Befragten trauen Gold auf Sicht von mindestens drei Jahren den höchsten Gewinn zu. Aktien kommen lediglich auf 26 Prozent, Fondsanteile auf 17 Prozent. Festgeld und Termingeld (6 Prozent) sowie Anleihen (4 Prozent) dĂŒmpeln am unteren Ende der Tabelle vor sich hin.

Bemerkenswert ist der Blick auf die langfristige Entwicklung: Seit dem Beginn der Datenerhebung im Jahr 2011 hat Gold mindestens den zweiten Platz belegt – und neunmal sogar die Pole-Position erobert. WĂ€hrend in den Anfangsjahren der Vorsprung mit zwölf bzw. 18 Prozentpunkten besonders deutlich ausfiel, manifestiert sich heute eine neue Erkenntnis bei den Anlegern: Gold ist eben nicht nur Krisenmetall, sondern ebenso eine ernstzunehmende Renditeanlage.

Warum die BĂŒrger an die RealitĂ€t glauben

Wer sich fragt, woher dieser Sinneswandel rĂŒhrt, muss nur einen Blick auf die wirtschaftliche und politische Großwetterlage werfen. Zwar hat sich die Inflation gegenĂŒber den Extremwerten der vergangenen Jahre beruhigt, doch die explodierten Energiepreise – ein hausgemachtes Problem dank verfehlter Energiepolitik – schicken die Sorgen vieler Anleger zurĂŒck auf den Plan. Hinzu kommen geopolitische Spannungen, ein eskalierender Nahost-Konflikt, die nicht endende Auseinandersetzung in der Ukraine und nicht zuletzt die schwindelerregenden Staatsschulden Deutschlands, die durch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der Großen Koalition unter Friedrich Merz auf ein neues Rekordniveau gehievt werden.

Bemerkenswert ist die Doppelbödigkeit dieser Politik: Vor der Wahl hatte Merz noch hoch und heilig versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Heute werden Generationen von Steuerzahlern auf Jahrzehnte verpflichtet, die Zinsen dafĂŒr zu bedienen. Wer in einer solchen Konstellation noch Vertrauen in das Papiergeld setzt, glaubt vermutlich auch an pĂŒnktliche ZĂŒge der Deutschen Bahn.

Zinspapiere im freien Fall der Beliebtheit

Klassische zinstragende Sparanlagen fĂŒhren ein trauriges Schattendasein. WĂ€hrend 2011 noch 22 Prozent der BundesbĂŒrger Fest- oder Termingeld als besonders aussichtsreich einstuften, sind es heute nur noch sechs Prozent. Der Wert hat sich mehr als gedrittelt. Auch Anleihen mit lediglich vier Prozent spielen praktisch keine Rolle mehr im Bewusstsein der Anleger.

Das ĂŒberrascht insofern, als die Zinsen in den vergangenen Jahren spĂŒrbar gestiegen sind. Doch die BundesbĂŒrger sind klĂŒger geworden: Sie haben verstanden, dass nominale Zinsen wenig nĂŒtzen, wenn die reale Kaufkraft durch Inflation und Steuerbelastung Jahr fĂŒr Jahr abgeknabbert wird. Negative Realzinsen, ausufernde Staatsschulden und die berechtigte Sorge vor einer schleichenden Geldentwertung haben das Vertrauen in Zinspapiere nachhaltig erschĂŒttert.

Edelmetalle erobern die Portfolios

Doch nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch der tatsĂ€chliche Besitz von Edelmetallen wĂ€chst kontinuierlich. Mittlerweile geben 21 Prozent der Befragten an, Gold oder Silber zu besitzen – im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 16 Prozent. Bei Goldbarren oder -mĂŒnzen meldeten 18 Prozent ihren Besitz (Vorjahr: 13 Prozent), wĂ€hrend zehn Prozent Silberbarren oder -mĂŒnzen halten (Vorjahr: 8 Prozent). Seit 2016 hat sich der Anteil der Gold- und Silberbesitzer damit verdreifacht – eine bemerkenswerte Entwicklung.

Dennoch klafft eine bezeichnende LĂŒcke zwischen Wahrnehmung und RealitĂ€t: WĂ€hrend Gold bei den Renditeerwartungen mittlerweile Spitzenwerte erreicht, halten weiterhin deutlich mehr Menschen Tagesgeldkonten (47 Prozent), Immobilien (36 Prozent), Fondsanteile (32 Prozent) und Lebensversicherungen (30 Prozent). Diese Diskrepanz lĂ€sst sich allerdings durchaus positiv deuten: Das Nachfragepotenzial fĂŒr physische Edelmetalle ist also bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Ein Vermögensbaustein ohne Kontrahentenrisiko

Was Gold und Silber von nahezu allen anderen Vermögenswerten unterscheidet, ist die Abwesenheit eines Kontrahentenrisikos. Wer physisches Edelmetall besitzt, ist nicht auf das Wohlwollen einer Bank, eines Brokers, eines Staates oder einer Zentralbank angewiesen. In einer Zeit, in der Vertrauen in Institutionen immer mehr zur Mangelware wird, ist dies ein unschĂ€tzbarer Vorteil. Die Forsa-Umfrage zeigt eindrucksvoll: Die BundesbĂŒrger spĂŒren instinktiv, dass es in unsicheren Zeiten klug ist, einen Teil des Vermögens in greifbarem Sachwert zu halten – und nicht ausschließlich in digitalen Buchungspositionen, die mit einem Federstrich entwertet werden können.

Physische Edelmetalle eignen sich daher hervorragend als Beimischung in einem gesunden, breit gestreuten Anlage-Portefeuille zur langfristigen Vermögenssicherung. Wer in turbulenten Zeiten ruhig schlafen möchte, weiß spĂ€testens jetzt, warum.

Wichtiger Hinweis

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