
Gaza-Hungersnot: Wenn selbst US-Organisationen die bittere Wahrheit nicht mehr leugnen können
Es ist schon bemerkenswert, wenn ausgerechnet eine von der US-Regierung finanzierte Organisation die Hungersnot in Gaza bestĂ€tigen muss. Das Famine Early Warning Systems Network (FEWS Net), seit jeher von der US-Agentur fĂŒr internationale Entwicklung (USAID) alimentiert, veröffentlichte am 22. August einen Bericht, der das bestĂ€tigt, was kritische Beobachter lĂ€ngst wissen: Im Gazastreifen herrscht eine Hungersnot.
Die Tatsache, dass sowohl FEWS Net als auch die von der UNO unterstĂŒtzte Integrated Food Security Phase Classification (IPC) zu diesem Schluss kommen, macht die Situation umso dramatischer. Beide Organisationen bestĂ€tigen, dass im Gouvernement Gaza, zu dem auch die Stadt Gaza gehört, Menschen systematisch ausgehungert werden.
Das Ausmaà der humanitÀren Katastrophe
Besonders alarmierend sind die Prognosen fĂŒr die kommenden Wochen. Den Berichten zufolge wird die Hungersnot voraussichtlich bis Ende September auch in den Gouvernements Khan Yunis und Deir el-Balah ausbrechen - sofern nicht sofort MaĂnahmen ergriffen werden. Doch wer sollte diese MaĂnahmen ergreifen? Die internationale Gemeinschaft schaut weitgehend tatenlos zu.
Im Gouvernement Nord-Gaza könnte die Lage sogar noch schlimmer sein, was jedoch aufgrund fehlender Daten nicht offiziell bestÀtigt werden kann. Ein zynischer Umstand: Wo keine Daten erhoben werden können, existiert offiziell auch kein Problem.
Die Verantwortung liegt klar auf der Hand
Der FEWS-Net-Bericht macht unmissverstĂ€ndlich deutlich, wer fĂŒr diese humanitĂ€re Katastrophe verantwortlich ist. Die Organisation zitiert Daten der israelischen Regierung selbst, wonach von MĂ€rz bis Mai keine Lebensmittel in das Gebiet geliefert werden durften. Nach 22 Monaten Krieg, wiederholten Massenvertreibungen und der Zerstörung fast aller wichtigen Infrastruktur haben die Bewohner im Norden Gazas ihre BewĂ€ltigungskapazitĂ€ten lĂ€ngst erschöpft.
Noch erschreckender ist die Feststellung, dass Israels PlĂ€ne zur Ăbernahme von Gaza-Stadt die Lage nur verschlimmern wĂŒrden. Die EinschrĂ€nkung der Bewegungsfreiheit, die Ăberbelegung der wenigen UnterkĂŒnfte und die zunehmende Belastung der extrem begrenzten humanitĂ€ren und medizinischen Dienste werden sich voraussichtlich noch verschĂ€rfen.
Hunger als politische Waffe - eine alte Kolonialtaktik
Was wir in Gaza beobachten, ist keine neue Erfindung. Hunger als Waffe gegen unterdrĂŒckte Völker haben Kolonialisten ĂŒber Jahrhunderte eingesetzt. Besonders aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang ein vertrauliches Memo von Henry Kissinger aus dem Jahr 1974. Unter dem Titel "Auswirkungen des weltweiten Bevölkerungswachstums auf die Sicherheit der USA und ihre Interessen im Ausland" schlug der damalige US-AuĂenminister vor, Nahrungsmittelhilfe als "Instrument der nationalen Macht" zu betrachten.
Kissinger erklĂ€rte unverblĂŒmt, dass die USA Nahrungsmittelhilfe rationieren sollten, um "Menschen zu helfen, die ihr Bevölkerungswachstum nicht kontrollieren können oder wollen". Mit diesem Dokument, bekannt als NSSM 200, wurde die Entvölkerung auslĂ€ndischer EntwicklungslĂ€nder erstmals ausdrĂŒcklich zu einer nationalen SicherheitsprioritĂ€t der Vereinigten Staaten erklĂ€rt.
Die erschĂŒtternde RealitĂ€t vor Ort
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Allein im Juli wurden im Gazastreifen ĂŒber 700 TodesfĂ€lle im Zusammenhang mit der Verteilung von HilfsgĂŒtern gemeldet. Menschen sterben beim Versuch, an lebensnotwendige Nahrungsmittel zu gelangen. Das Gesundheitsministerium von Gaza liefert Sterblichkeitsdaten, die laut mehreren Umfragen wahrscheinlich deutlich zu niedrig angesetzt sind.
Die hohe Zahl unterernĂ€hrter Kinder und MĂŒtter von Kleinkindern, die keinen Zugang zu angemessener ErnĂ€hrung oder Behandlung haben, verschĂ€rft die Sterblichkeitsrate dramatisch. Diese indirekten Beweisquellen deuten auf eine viel höhere Sterblichkeitsrate hin als offiziell gemeldet wird.
Die Rolle der USA - MittÀter oder Hauptverantwortlicher?
Was in Gaza und in PalĂ€stina insgesamt geschieht, ist nicht nur eine Sache Israels allein. Es handelt sich um die offizielle Politik der Supermacht USA. Die Trump-Regierung unterstĂŒtzt nachdrĂŒcklich Initiativen wie die Gaza Humanitarian Foundation, wĂ€hrend gleichzeitig Menschen an deren Verteilungsstellen getötet werden.
Viele der Gazaner sind ohnehin bereits FlĂŒchtlinge. Ihre Familien wurden schon 1947 oder 1948 von zionistischen Terroristen aus ihren HĂ€usern vertrieben, die ihre Vorfahren ĂŒber Jahrhunderte besessen hatten. Nun erleben sie eine weitere Vertreibung, diesmal begleitet von systematischem Aushungern.
Die internationale Gemeinschaft, allen voran die neue deutsche Bundesregierung unter Friedrich Merz, schweigt zu diesen Verbrechen. WĂ€hrend man hierzulande ĂŒber Gendersternchen und KlimaneutralitĂ€t debattiert, sterben in Gaza Menschen einen qualvollen Hungertod. Es ist höchste Zeit, dass Deutschland wieder eine AuĂenpolitik betreibt, die sich an Menschenrechten und nicht an geopolitischen Interessen orientiert.
Die BestĂ€tigung der Hungersnot durch US-finanzierte Organisationen macht eines deutlich: Die Wahrheit lĂ€sst sich auf Dauer nicht unterdrĂŒcken. Es bleibt zu hoffen, dass diese Berichte endlich zu konkreten MaĂnahmen fĂŒhren - bevor es fĂŒr noch mehr Menschen zu spĂ€t ist.
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