Kettner Edelmetalle
01.08.2025
11:51 Uhr

EU knickt vor Trump ein: Datenmaut fĂŒr US-Techgiganten vom Tisch

Die EuropĂ€ische Union hat sich dem Druck aus Washington gebeugt und eine ihrer schĂ€rfsten Waffen gegen die Übermacht amerikanischer Tech-Konzerne kampflos aus der Hand gegeben. Im Rahmen eines hastigen Zolldeals zwischen EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und US-PrĂ€sident Donald Trump wurde die geplante Datenmaut fĂŒr Plattformriesen wie Amazon, Apple, Google, Meta, Microsoft und Netflix offiziell beerdigt. Ein Kniefall, der die digitale SouverĂ€nitĂ€t Europas weiter untergrĂ€bt.

Kapitulation auf ganzer Linie

Was das Weiße Haus euphemistisch als "politische VerstĂ€ndigung" verkauft, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als bedingungslose Kapitulation BrĂŒssels. Die EU-Kommission bestĂ€tigte kleinlaut, dass sie "keine NetznutzungsgebĂŒhren einfĂŒhren oder beibehalten" werde. Damit ist das jahrelang vorangetriebene Projekt einer fairen Kostenbeteiligung der Tech-Giganten am europĂ€ischen Netzausbau endgĂŒltig gescheitert.

Besonders bitter: Noch vor wenigen Monaten hatte die Kommission einen neuen Anlauf unternommen, die sogenannte Fair-Share-Regelung durch die HintertĂŒr ĂŒber den geplanten Digital Networks Act einzufĂŒhren. Ein cleverer Schachzug, der nun durch vorauseilenden Gehorsam gegenĂŒber Trump zunichte gemacht wurde.

Trump diktiert, von der Leyen kuscht

Die Dreistigkeit, mit der die Trump-Administration ihre Forderungen durchsetzte, sucht ihresgleichen. US-Handelsminister Howard Lutnick sprach unverhohlen von einem "Angriff" der EU auf amerikanische Technologieunternehmen und drohte mit weiteren Vergeltungsmaßnahmen. Die Botschaft war unmissverstĂ€ndlich: Entweder ihr lasst unsere Tech-Konzerne in Ruhe, oder wir ĂŒberziehen euch mit Strafzöllen.

"Digitale Dienste, Steuern und der Angriff auf unsere Technologieunternehmen – das wird auf dem Tisch liegen"

Diese Drohkulisse reichte offenbar aus, um von der Leyen in die Knie zu zwingen. WĂ€hrend Trump mit 20-prozentigen Zöllen auf EU-Importe wedelte, gab BrĂŒssel nach – ein LehrstĂŒck in vorauseilendem Gehorsam.

Die Rechnung zahlt der europÀische Steuerzahler

Was bedeutet dieser Deal konkret? Die milliardenschweren US-Konzerne, die ihre Gewinne in Europa erwirtschaften, mĂŒssen sich weiterhin nicht an den Kosten fĂŒr den Netzausbau beteiligen. WĂ€hrend Netflix, YouTube und Co. die europĂ€ische Infrastruktur mit ihren datenintensiven Diensten belasten, bleiben die Kosten fĂŒr den notwendigen Ausbau allein an den europĂ€ischen Steuerzahlern und Netzbetreibern hĂ€ngen.

Max Bank von LobbyControl bringt es auf den Punkt: Dieser Deal sei "TTIP durch die HintertĂŒr" – nur diesmal ohne langwierige Verhandlungen, sondern per Handschlag besiegelt. Die demokratische Kontrolle? Fehlanzeige. Das EuropĂ€ische Parlament wurde vor vollendete Tatsachen gestellt.

Digitale SouverÀnitÀt als Lippenbekenntnis

Besonders grotesk wirkt die Beteuerung eines Kommissionssprechers, die EU werde ihr "Recht auf autonome Regulierung im digitalen Raum nicht aufgeben". Welche GlaubwĂŒrdigkeit sollen solche Aussagen noch haben, wenn man bei der ersten ernsthaften Drohung aus Washington einknickt?

Der sozialdemokratische EU-Abgeordnete Brando Benifei warnt zu Recht: "Wenn wir unter Druck einknicken, was soll Trump dann davon abhalten, als NÀchstes unsere Gesetzgebung anzugreifen?" Eine berechtigte Sorge, denn die Begehrlichkeiten der US-Seite sind lÀngst nicht gestillt. Als nÀchstes könnten der Digital Services Act, der Digital Markets Act oder die KI-Verordnung ins Visier geraten.

Zeit fĂŒr einen Kurswechsel

Dieser Deal offenbart die fundamentale SchwĂ€che der EU gegenĂŒber den USA. WĂ€hrend Trump knallhart amerikanische Interessen durchsetzt, laviert von der Leyen zwischen Beschwichtigungen und halbherzigen Beteuerungen. Europa braucht endlich Politiker, die bereit sind, europĂ€ische Interessen mit derselben HĂ€rte zu verteidigen.

Die Forderung von LobbyControl nach einer grĂŒndlichen parlamentarischen Kontrolle ist das Mindeste. Besser wĂ€re es, wenn die EU-Mitgliedstaaten endlich aufwachen und erkennen wĂŒrden, dass die aktuelle Kommission nicht in der Lage ist, europĂ€ische Interessen angemessen zu vertreten. Es braucht einen grundlegenden Kurswechsel – weg von der UnterwĂŒrfigkeit gegenĂŒber Washington, hin zu einer selbstbewussten Verteidigung europĂ€ischer SouverĂ€nitĂ€t.

Solange Europa jedoch von Politikern regiert wird, die beim ersten Gegenwind aus Washington einknicken, werden amerikanische Tech-Konzerne weiterhin ungehindert den europĂ€ischen Markt dominieren und ihre Gewinne steuerschonend abschöpfen können. Die Zeche zahlt am Ende der europĂ€ische BĂŒrger – sowohl finanziell als auch durch den Verlust digitaler SouverĂ€nitĂ€t.

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