
Dritter Finanzminister in zwei Jahren: Indonesiens WĂ€hrung im Sturzflug
Jakarta, 14. September 2026: PrĂ€sident Prabowo Subianto feuert seinen Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewa â und lĂ€sst binnen weniger Stunden dessen Vize Suahasil Nazara vereidigen. Es ist der dritte Kassenwart in nur zwei Jahren fĂŒr SĂŒdostasiens gröĂte Volkswirtschaft. Die MĂ€rkte hatten schon vorher das Vertrauen verloren.
Eine WĂ€hrung auf Rekordtief, ein Aktienmarkt im Minus
Die Bilanz des laufenden Jahres liest sich brutal: Der Leitindex in Jakarta hat Medienberichten zufolge ĂŒber 25 Prozent verloren, die Rupiah rutschte im Juni auf ein historisches Tief. Zuletzt notierte sie bei rund 17.680 je US-Dollar.
Die Ursachen sind hausgemacht und importiert zugleich. Der vom Iran-Krieg ausgelöste Energieschock trieb die Subventionskosten nach oben und zwang die Regierung, eigene Prestigeprogramme zusammenzustreichen. Gleichzeitig kappten Fitch und Moody's die Ratingaussichten â ausdrĂŒcklich wegen politischer Unsicherheit, obwohl das Wachstum auf ein Dreijahreshoch kletterte.
Der Technokrat soll das Vertrauen zurĂŒckholen
Nazara gilt als Insider des Apparats: sieben Jahre Vize-Finanzminister, von 2015 bis 2019 Chef der fiskalpolitischen Behörde des Ministeriums. Analysten der Economist Intelligence Unit verweisen auf seine engen Verbindungen zur Ăra der einstigen Star-Ministerin Sri Mulyani; sein Stallgeruch senke das Ăbergangsrisiko, weil er die Haushaltsmaschinerie kenne.
In seinen ersten Worten im Amt versprach der neue Minister, die GlaubwĂŒrdigkeit des Budgets zu verteidigen und das Defizit unter drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu halten. FĂŒr 2026 wird ein Fehlbetrag von 2,85 Prozent erwartet. Ăkonomen von Capital Economics sprechen von einer begrĂŒĂenswerten Entwicklung â mehr aber auch nicht.
âFrĂŒhe Anzeichen sind ermutigend" â doch fĂŒr die These, Indonesien habe die Kurve wirklich gekriegt, brauche es deutlich mehr Belege, so die EinschĂ€tzung von Capital Economics.
Wenn die Notenbank zum AnhÀngsel wird
Der eigentliche Sprengstoff liegt woanders. Im Februar wurde ein Neffe des PrĂ€sidenten zum stellvertretenden Notenbankgouverneur ernannt, im Juli trat Zentralbankchef Perry Warjiyo ĂŒberraschend zurĂŒck, am 1. September wĂ€hlte das Parlament Destry Damayanti zur ersten Frau an der Spitze der Bank Indonesia.
Ein Experte des Council on Foreign Relations wertet die Personalie Nazara als besorgniserregendes Zeichen einer Machtkonzentration beim PrĂ€sidenten und Ă€uĂert Zweifel an der UnabhĂ€ngigkeit der Notenbank. Der Test komme mit dem Haushalt 2027: Werden teure Programme gestutzt â oder bleibt es bei Rhetorik?
Die Lehre fĂŒr deutsche Sparer
Was in Jakarta passiert, ist kein exotisches Fernost-Drama. Es ist ein LehrstĂŒck darĂŒber, was geschieht, wenn Politik die Geldpolitik an die Leine nimmt und Wahlversprechen ĂŒber Haushaltsdisziplin stellt. Die Zeche zahlt am Ende immer derselbe: der BĂŒrger mit Ersparnissen in der heimischen WĂ€hrung.
Auch in Europa finanzieren Regierungen Sondervermögen auf Pump, wĂ€hrend die Notenbank den Anleihemarkt stabilisiert. Wer sein Vermögen gegen politische WillkĂŒr absichern will, setzt traditionell auf Sachwerte â physisches Gold und Silber kennen keinen PrĂ€sidenten, der sie ĂŒber Nacht austauschen kann.
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