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26.01.2026
07:06 Uhr

Deutschlands Schutzlücke: Chemiewaffenangriff würde Tausende Tote fordern

Deutschlands Schutzlücke: Chemiewaffenangriff würde Tausende Tote fordern

Eine erschreckende Erkenntnis offenbart sich in den Akten des Bundesinnenministeriums: Deutschland wäre auf einen Angriff mit chemischen Kampfstoffen nur unzureichend vorbereitet. Die jüngst bekannt gewordene Risikoanalyse zeichnet ein düsteres Bild der deutschen Verteidigungsfähigkeit – und wirft einmal mehr die Frage auf, wie ernst es die politische Führung mit dem Schutz ihrer Bürger tatsächlich meint.

Das Horrorszenario: Tausende Opfer binnen Stunden

Das 38-seitige Dokument aus dem Innenministerium simuliert ein durchaus realistisches Bedrohungsszenario. Ein Aggressor an den östlichen Grenzen Europas – man muss kein Geopolitik-Experte sein, um zu erahnen, welches Land hier gemeint sein dürfte – führt koordinierte Anschläge auf drei Standorte im Bundesgebiet durch. Die Zahlen, die dabei zutage treten, sind schlichtweg erschütternd.

Allein bei einem simulierten Angriff auf einen deutschen Hafen rechnen die Experten mit 8.500 Toten innerhalb der ersten 15 Stunden. Mehr als 33.500 weitere Personen würden teils schwere Verletzungen davontragen. Mehrere tausend Menschen benötigten intensivmedizinische Versorgung. Und das Sterben würde nicht aufhören: Über Tage und Wochen kämen weitere hunderte Todesfälle hinzu.

Krankenhäuser am Limit – schon vor dem Ernstfall

Besonders brisant erscheint die Einschätzung zur medizinischen Versorgungslage. Die deutschen Krankenhäuser wären mit einem solchen Szenario hoffnungslos überfordert. Mit lediglich 1.700 Intensivbetten und 800 Überwachungsbetten reichten die Kapazitäten "bei Weitem nicht aus", heißt es in der Analyse. Wer sich an die Corona-Pandemie erinnert, als bereits wenige tausend Intensivpatienten das System an seine Grenzen brachten, kann sich ausmalen, welches Chaos bei einem Chemiewaffenangriff herrschen würde.

Mangel an Schutzausrüstung und Gegengiften

Doch damit nicht genug: Es fehlt nicht nur an Betten, sondern auch an grundlegender Schutzausrüstung für Rettungskräfte und medizinisches Personal. Selbst bei Gegengiften wie Atropin – einem Standardmedikament bei Vergiftungen mit Nervenkampfstoffen – klaffen erhebliche Lücken in den Beständen. Jahrzehntelang hat man sich in Deutschland auf die Friedensdividende verlassen und die Vorsorge für den Ernstfall sträflich vernachlässigt.

Politisches Versagen mit Ansage

Diese Risikoanalyse ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger politischer Fehlentscheidungen. Während Milliarden in ideologische Projekte flossen, wurde der Zivilschutz systematisch kaputtgespart. Die Bundeswehr ist chronisch unterfinanziert, Sirenen wurden abgebaut, Bunker verkauft oder dem Verfall preisgegeben. Man hat sich in einer Scheinwelt der ewigen Sicherheit eingerichtet – und wird nun von der Realität eingeholt.

Die geopolitische Lage hat sich fundamental verändert. Der Krieg in der Ukraine zeigt täglich, dass militärische Konflikte in Europa keine historische Fußnote mehr sind. Chemische Kampfstoffe wurden bereits mehrfach eingesetzt – sei es in Syrien oder bei Anschlägen auf russische Oppositionelle. Die Bedrohung ist real, greifbar und unmittelbar.

Was jetzt geschehen muss

Es ist höchste Zeit, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz die Prioritäten neu ordnet. Der Schutz der eigenen Bevölkerung muss wieder an erster Stelle stehen. Das bedeutet massive Investitionen in den Zivilschutz, den Aufbau strategischer Reserven an Medikamenten und Schutzausrüstung sowie eine ehrliche Kommunikation mit den Bürgern über bestehende Risiken. Denn eines ist klar: Wer seine Bürger nicht schützen kann, hat als Staat versagt.

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