
Clan-Beerdigung in Berlin: Wenn der Staat vor organisierter Kriminalität kapituliert

Was für ein Schauspiel sich am vergangenen Freitag in der deutschen Hauptstadt abspielte, lässt tief blicken in den Zustand unserer Republik. Tausende Trauergäste, darunter die Crème de la Crème der Berliner Unterwelt, versammelten sich zur Beisetzung des Clan-Paten Mehmet K. – und die Polizei? Sie stand mit Hundertschaften Spalier, als würde ein Staatsoberhaupt zu Grabe getragen.
Ein Großaufgebot für den Abschied eines mutmaßlichen Kriminellen
Die Szenerie vor der Sehitlik-Moschee in Neukölln hätte surrealer kaum sein können. Rund tausend Menschen drängten sich zum Totengebet für den 62-Jährigen, der über Jahrzehnte hinweg Gegenstand polizeilicher Ermittlungen gewesen sein soll – ohne dass es jemals zu einer Verurteilung gekommen wäre. Angehörige der berüchtigten Clans El Zein, Chahrour und Remmo gaben sich die Ehre. Selbst der türkische Mafia-Boss Sedat Peker ließ einen Kondolenzkranz niederlegen. Man kennt sich, man schätzt sich – offenbar über alle Grenzen hinweg.
Besonders pikant: Unter den Trauergästen befand sich auch der türkisch-deutsche Politiker Hakan Taş von der Linkspartei. Ein ehemaliger Berliner Abgeordneter, der es offenbar für angemessen hielt, einem Mann die letzte Ehre zu erweisen, dessen Vermögen angeblich aus Wettbüros, Gastronomiebetrieben und Immobiliengeschäften stammen soll. Wie naiv muss man eigentlich sein, um diese Darstellung für bare Münze zu nehmen?
Die Polizei warnt – aber vor wem eigentlich?
Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, fand deutliche Worte: Der Verstorbene habe in der organisierten Kriminalität bis zuletzt Einfluss genossen und hinterlasse nun ein Vakuum. Der Konkurrenzkampf um Absatzmärkte werde die Berliner Polizei vor neue Aufgaben stellen. Man reibt sich verwundert die Augen. Seit wann ist es Aufgabe der Polizei, sich Sorgen um die Machtverhältnisse in der Unterwelt zu machen, anstatt diese konsequent zu zerschlagen?
„Wir hatten uns auf alle Szenarien vorbereitet. Glücklicherweise mussten wir keine unserer Optionen ziehen."
So das zufriedene Fazit von Polizeisprecher Florian Nath nach der Beerdigung. Alles sei störungsfrei verlaufen. Herzlichen Glückwunsch! Die Polizei feiert es als Erfolg, dass bei einer Massenversammlung mutmaßlicher Krimineller niemand erschossen wurde. Welch bescheidene Ansprüche an die öffentliche Ordnung.
Ein Leben zwischen Wettbüros und Kugelhagel
Mehmet K. kam nach eigenen Angaben mit 17 Jahren aus dem türkischen Bingöl nach Berlin. Er absolvierte eine Ausbildung zum Dreher und Maschinenschlosser und bezeichnete sich selbst schlicht als „Geschäftsmann". In Berlin sollen ihm allein 14 Filialen des Sportwetten-Anbieters „Wettarena" gehört haben. Ein fleißiger Unternehmer also, möchte man meinen.
Dass erst vor wenigen Wochen Unbekannte rund 20 Schüsse auf seine Villa im noblen Stadtteil Lichterfelde abfeuerten, passt da nur bedingt ins Bild des harmlosen Geschäftsmannes. Mehmet K. reagierte auf seine Weise: Er setzte ein Kopfgeld von 500.000 Euro auf die Täter aus. So löst man Konflikte offenbar in gewissen Kreisen – nicht über die Justiz, sondern über die eigene Paralleljustiz.
Der Staat als zahnloser Tiger
Was diese Beerdigung in aller Deutlichkeit offenbart, ist das vollständige Versagen des deutschen Rechtsstaates gegenüber der organisierten Clan-Kriminalität. Hier versammeln sich Hunderte, wenn nicht Tausende von Personen, die den Sicherheitsbehörden bestens bekannt sein dürften. Und was geschieht? Man begleitet das Spektakel mit einem Großaufgebot, zieht anschließend ein „positives Fazit" und geht zur Tagesordnung über.
Während deutsche Bürger für das Teilen kritischer Meinungen im Internet mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen müssen, während Demonstranten bei Corona-Protesten niedergeknüppelt wurden, behandelt man die Clan-Strukturen mit Samthandschuhen. Die Prioritäten dieses Staates könnten nicht deutlicher sein.
Ein Symptom jahrzehntelanger Fehlpolitik
Die Clan-Kriminalität in Berlin ist kein Naturereignis. Sie ist das direkte Ergebnis einer verfehlten Einwanderungs- und Integrationspolitik, die über Jahrzehnte hinweg Parallelgesellschaften hat entstehen lassen. Statt konsequent durchzugreifen, hat man weggeschaut, beschwichtigt und die Probleme schöngeredet. Das Ergebnis sehen wir heute: Strukturen, die so verfestigt sind, dass selbst die Polizei offen von einem „Machtvakuum" spricht, als handele es sich um einen legitimen Machtfaktor.
Die Bürger dieses Landes haben ein Recht darauf, dass der Staat sein Gewaltmonopol durchsetzt – überall und gegenüber jedem. Solange das nicht geschieht, wird Deutschland weiter den Preis für die Naivität seiner politischen Klasse zahlen. Es ist höchste Zeit für einen Kurswechsel, der diesen Namen auch verdient.










