Kettner Edelmetalle
11.06.2025
07:12 Uhr

China zeigt Flagge im Pazifik: Wenn zwei FlugzeugtrÀger zur "Bedrohung" werden

Die westliche Empörungsmaschinerie lĂ€uft wieder einmal auf Hochtouren. Der Grund? China hat es gewagt, zwei seiner FlugzeugtrĂ€ger in internationale GewĂ€sser zu entsenden – wohlgemerkt in der eigenen Nachbarschaft. WĂ€hrend amerikanische und sogar italienische Kriegsschiffe routinemĂ€ĂŸig vor Chinas HaustĂŒr kreuzen, soll die PrĂ€senz chinesischer MarinekrĂ€fte im Pazifik plötzlich eine unerhörte Provokation darstellen.

Die Doppelmoral der "regelbasierten Ordnung"

Japans Verteidigungsminister Gen Nakatani berichtete aufgeregt, dass die chinesischen TrĂ€ger Liaoning und Shandong östlich von Iwo Jima, etwa 1.200 Kilometer sĂŒdlich von Tokio, gemeinsame Übungen durchfĂŒhrten. Kampfjets starteten und landeten – eine völlig normale MarineĂŒbung, die westliche StreitkrĂ€fte tĂ€glich weltweit durchfĂŒhren. Doch wenn China dasselbe tut, schrillen die Alarmglocken.

Die Hysterie wird besonders absurd, wenn man bedenkt, dass die USA derzeit elf nukleargetriebene FlugzeugtrÀger im aktiven Dienst haben, die auf allen Weltmeeren patrouillieren. China besitzt gerade einmal zwei einsatzbereite TrÀger, mit einem dritten in der Erprobung. Wer bedroht hier eigentlich wen?

NATO im Pazifik: Die Eskalation hat System

Besonders pikant wird die Situation, wenn man sich vor Augen fĂŒhrt, dass sogar die NATO – eigentlich ein transatlantisches VerteidigungsbĂŒndnis – ihre PrĂ€senz im Westpazifik verstĂ€rkt. Italienische Kriegsschiffe, darunter der FlugzeugtrĂ€ger Cavour, fĂŒhren gemeinsame Übungen mit US-StreitkrĂ€ften nahe Guam durch. Man stelle sich vor, chinesische MarinekrĂ€fte wĂŒrden gemeinsam mit russischen Schiffen vor der italienischen KĂŒste manövrieren – das Geschrei wĂ€re ohrenbetĂ€ubend.

"NATO verstĂ€rkt ihre PrĂ€senz im Westpazifik durch die Entsendung von Kriegsschiffen an mehr Orte, ein Schritt, der Spannungen mit China riskiert, das ĂŒber den wachsenden Einfluss des BĂŒndnisses in der Region besorgt ist."

Taiwan-Straße: Das tĂ€gliche SĂ€belrasseln

WĂ€hrend China fĂŒr MarineĂŒbungen in internationalen GewĂ€ssern kritisiert wird, durchqueren US-Kriegsschiffe regelmĂ€ĂŸig die umstrittene Taiwan-Straße. Diese Provokationen werden von kriegslĂŒsternen amerikanischen Kongressabgeordneten begleitet, die offen mit einem Krieg drohen, sollte Peking jemals versuchen, die abtrĂŒnnige Provinz Taiwan wieder mit dem Festland zu vereinen.

Die Ironie dabei: Die meisten Amerikaner könnten Taiwan vermutlich nicht einmal auf einer Karte finden. Erst wenn ihre geliebten iPhones aufgrund unterbrochener Halbleiter-Lieferketten nicht mehr verfĂŒgbar wĂ€ren, wĂŒrde die smartphone-sĂŒchtige Masse vielleicht aufhorchen.

Die wahre Bedrohung fĂŒr den Frieden

China reagiert lediglich auf eine sich zuspitzende Einkreisungspolitik. Mit amerikanischen MilitĂ€rbasen in Japan, SĂŒdkorea und auf den Philippinen, regelmĂ€ĂŸigen "Freiheit der Navigation"-Operationen direkt vor der chinesischen KĂŒste und nun auch noch NATO-PrĂ€senz im Pazifik – wer wĂŒrde da nicht seine VerteidigungsfĂ€higkeiten ausbauen?

Die westliche Berichterstattung offenbart einmal mehr ihre Doppelstandards. Wenn die USA ihre FlugzeugtrÀger-Kampfgruppen rund um den Globus schicken, ist das "Friedenssicherung". Wenn China zwei TrÀger in seinem eigenen Hinterhof operieren lÀsst, ist es eine "Bedrohung der regelbasierten Ordnung".

Zeit fĂŒr Realismus statt Hysterie

Es wĂ€re an der Zeit, dass westliche Politiker und Medien ihre Heuchelei ablegen. China ist eine aufstrebende Großmacht mit legitimen Sicherheitsinteressen in seiner Region. Die stĂ€ndigen Provokationen und die militĂ€rische Einkreisung durch den Westen treiben Peking geradezu dazu, seine MarinefĂ€higkeiten auszubauen.

Statt weiter Öl ins Feuer zu gießen, sollte der Westen endlich anerkennen, dass die Zeiten unipolarer amerikanischer Dominanz vorbei sind. Eine multipolare Weltordnung erfordert gegenseitigen Respekt und die Anerkennung legitimer Sicherheitsinteressen – auch die Chinas. Alles andere fĂŒhrt unweigerlich in eine Eskalationsspirale, deren Ende niemand vorhersehen kann.

Die wahre Gefahr fĂŒr den Weltfrieden geht nicht von zwei chinesischen FlugzeugtrĂ€gern im Pazifik aus, sondern von der westlichen Weigerung, die neue geopolitische RealitĂ€t zu akzeptieren. Es ist höchste Zeit fĂŒr einen Kurswechsel – bevor aus dem SĂ€belrasseln ein echter Konflikt wird, den niemand gewinnen kann.

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