
Chemie-Gigant Venator kollabiert: Deutschlands Industriesterben nimmt dramatische ZĂŒge an
Die deutsche Chemiebranche erlebt einen weiteren Tiefschlag, der symptomatisch fĂŒr den schleichenden Tod unserer einst stolzen Industrienation steht. Nach fast 150 Jahren Unternehmensgeschichte musste der Chemiespezialist Venator an seinen Standorten Duisburg und Krefeld Insolvenz anmelden. Rund 700 ArbeitsplĂ€tze stehen auf dem Spiel â weitere KollateralschĂ€den einer verfehlten Energiepolitik, die unsere Wirtschaft systematisch an die Wand fĂ€hrt.
Das Sterben geht weiter: Zwei Traditionsstandorte vor dem Aus
Zuerst traf es das Werk in Krefeld-Uerdingen, wenig spĂ€ter folgte Duisburg. In Krefeld bangen 410 BeschĂ€ftigte um ihre Zukunft, in Duisburg sind es etwa 290. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen versucht, sich durch drastische Einschnitte zu retten: 290 Stellen wurden gestrichen, die Titandioxid-Produktion eingestellt. Doch all diese Opfer waren vergebens â die Energiekosten-Explosion, die unsere Regierung durch ihre ideologiegetriebene Klimapolitik befeuert hat, erwies sich als tödlicher Schlag.
Besonders bitter: Das Duisburger Werk produziert essenzielle Pigmente und Additive fĂŒr Farben, Kunststoffe, Kosmetik und die Automobilindustrie. Produkte also, die fĂŒr unsere Wirtschaft unverzichtbar sind. Doch selbst diese strategisch wichtige Position konnte das Unternehmen nicht vor dem Kollaps bewahren.
Die wahren Schuldigen: Energiewende-Wahnsinn und politisches Versagen
Die vorlĂ€ufige Insolvenzverwalterin Sarah Wolf nennt die explodierenden Energie- und Rohstoffpreise seit Beginn des Ukraine-Kriegs als Hauptursache. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die eigentliche Katastrophe begann bereits Jahre zuvor mit einer Energiepolitik, die unsere Industrie systematisch ihrer WettbewerbsfĂ€higkeit beraubt. WĂ€hrend China neue Kohlekraftwerke baut und die USA auf gĂŒnstiges Fracking-Gas setzen, treiben wir unsere Unternehmen mit den höchsten Strompreisen der Welt in den Ruin.
"Wenn wir jetzt den Kopf in den Sand stecken, dann haben wir verloren"
Diese verzweifelten Worte des Betriebsrats Uwe Sova klingen wie ein Hilferuf aus einem sinkenden Schiff. Dabei schreibt das Duisburger Werk sogar noch schwarze Zahlen â ein Beweis dafĂŒr, dass hier nicht unternehmerisches Versagen, sondern politisch verursachte Rahmenbedingungen zum Niedergang fĂŒhren.
Ein Muster, das sich wiederholt
Besonders alarmierend: Krefeld durchlief bereits 2009 ein Insolvenzverfahren. Dass sich die Krise nun wiederholt â und das in noch verschĂ€rfter Form â zeigt das systematische Versagen unserer Wirtschaftspolitik. Die britische Konzernmutter stellte die Finanzierung ein und eröffnete zeitgleich eigene Insolvenzverfahren. Ein klares Signal: Deutschland ist als Industriestandort nicht mehr attraktiv.
Die AbhĂ€ngigkeit von auslĂ€ndischen Mutterkonzernen rĂ€cht sich bitter. WĂ€hrend die Politik von "SouverĂ€nitĂ€t" und "europĂ€ischen Werten" schwadroniert, verlieren wir die Kontrolle ĂŒber unsere industrielle Basis. StĂŒck fĂŒr StĂŒck wandert ab, was Generationen aufgebaut haben.
Hoffnungsschimmer oder letztes AufbÀumen?
In Duisburg lĂ€uft die Produktion vorerst weiter. Die Löhne werden durch Insolvenzgeld der Bundesagentur fĂŒr Arbeit gesichert â also letztlich vom Steuerzahler finanziert. Die Insolvenzverwalterin spricht davon, den Betrieb zu "stabilisieren" und eine "tragfĂ€hige Lösung" zu finden. Doch wie tragfĂ€hig kann eine Lösung sein, wenn die politischen Rahmenbedingungen unverĂ€ndert bleiben?
Die Suche nach Investoren gleicht der Quadratur des Kreises. Wer sollte in einem Land investieren, das seine Industrie mit immer neuen Auflagen, Verboten und Kostentreibern drangsaliert? WÀhrend andere Nationen ihre Industrie fördern, treiben wir unsere in die Flucht.
Die bittere Bilanz
Nach fast 150 Jahren könnte fĂŒr Venator das Ende gekommen sein. Ein weiteres Kapitel in der traurigen Geschichte der Deindustrialisierung Deutschlands. Die Chemiebranche, einst RĂŒckgrat unseres Wohlstands, wird StĂŒck fĂŒr StĂŒck demontiert. ZurĂŒck bleiben arbeitslose FachkrĂ€fte, verwaiste Industrieanlagen und die Gewissheit, dass es so nicht weitergehen kann.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob wenigstens Teile des Unternehmens gerettet werden können. Doch selbst wenn sich ein KĂ€ufer findet â das grundlegende Problem bleibt bestehen. Solange unsere Politik die Industrie als Feind betrachtet und nicht als Fundament unseres Wohlstands, wird das Sterben weitergehen. Venator ist nur ein weiteres Opfer auf dem Altar der grĂŒnen Transformation â und gewiss nicht das letzte.
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