
BrĂŒssel zieht mit: EU steigt in Washingtons Wirtschaftskrieg gegen Iran ein

Die EuropĂ€ische Union hat sich offiziell der von den USA gefĂŒhrten Sanktionskampagne gegen den Iran angeschlossen. US-Finanzminister Scott Bessent bestĂ€tigte den Schritt am Donnerstagabend (Ortszeit USA) in einem Beitrag in sozialen Medien. Zeitgleich prĂŒft SĂŒdkorea eine militĂ€rische Beteiligung, um die StraĂe von Hormus wieder fĂŒr die Handelsschifffahrt zu öffnen.
"Operation Economic Outcast" â der Finanzkrieg lĂ€uft
Die Kampagne mit dem Namen "Operation Economic Outcast" hatte die Trump-Regierung Ende August gestartet. Sie zielt laut Bericht auf Irans Zugang zu digitalen Vermögenswerten, moderner Technologie, Goldreserven, Zivilluftfahrt und Schifffahrt.
BrĂŒssel erklĂ€rte am 31. August, man unterstĂŒtze BemĂŒhungen gegen die "destabilisierenden AktivitĂ€ten" Teherans und fĂŒr eine RĂŒckkehr an den Verhandlungstisch â ausdrĂŒcklich auch ĂŒber zusĂ€tzlichen wirtschaftlichen Druck. Der Zeitpunkt war kein Zufall: In Asheville, North Carolina, tagten in dieser Woche die Finanzminister und Notenbankchefs der G20.
"Wir schĂ€tzen ihre klare und frĂŒhe Haltung."
So lobte Bessent den Schritt der EuropÀer. Die Welt sende dem iranischen Regime eine unmissverstÀndliche Botschaft: Man werde nicht aufhören, bis jede verbliebene finanzielle Lebensader gekappt sei.
SekundĂ€rsanktionen im Wochentakt â und der Dollar als Waffe
Bessent hatte bereits vor dem Gipfel angekĂŒndigt, seine G20-Kollegen zum Bruch der Finanzbeziehungen mit Teheran zu drĂ€ngen â andernfalls drohten SekundĂ€rsanktionen. Wöchentlich neue MaĂnahmen, zunĂ€chst mit Fokus auf Banken: Institute, die iranbezogene Transaktionen abwickeln, sollen vollstĂ€ndig vom dollarbasierten Finanzsystem abgeschnitten werden.
Genau hier liegt der wunde Punkt fĂŒr Europa. Wer die ExtraterritorialitĂ€t des Dollars akzeptiert, akzeptiert, dass Washington ĂŒber den Zahlungsverkehr europĂ€ischer Banken mitbestimmt. Die EU unterhĂ€lt daneben ohnehin ein eigenes Sanktionsregime gegen Irans Nuklear- und Raketenprogramm sowie gegen die militĂ€rische UnterstĂŒtzung Russlands.
Teheran reagierte scharf. AuĂenamtssprecher Esmail Baghaei sprach von "Wirtschaftsterrorismus" und warf der EU am 1. September vor, sie habe ihre SouverĂ€nitĂ€t, ihre Gesetze, Werte und Ethik der Nötigung durch die USA geopfert. Eine Propagandaformel â aber eine, die in Teilen der europĂ€ischen Ăffentlichkeit auf Resonanz stoĂen dĂŒrfte.
Hormus: 87 Schiffe umgeleitet, Seoul zögert
MilitĂ€risch bleibt die Lage brandgefĂ€hrlich. Die USA flogen Anfang der Woche erneut Angriffe auf militĂ€rische Ziele im Iran, Teheran antwortete mit Raketen auf US-StĂŒtzpunkte in der Region. Das US-Zentralkommando meldete am Freitag, es habe 87 Handelsschiffe umgeleitet, drei manövrierunfĂ€hig gemacht und zwei geentert.
Durch die StraĂe von Hormus floss vor dem Krieg rund ein FĂŒnftel des weltweiten Ăls. SĂŒdkorea prĂŒft laut Berichten eine Truppenentsendung noch in diesem Jahr, dementiert aber eine Entscheidung. Washington zeigt sich unzufrieden mit Seouls ZurĂŒckhaltung.
Was das fĂŒr deutsche Sparer bedeutet
Die Rechnung fĂŒr den Konflikt zahlen am Ende auch die Verbraucher hierzulande. Medienberichten zufolge notiert Brent zuletzt um die 90 Dollar, Gold bewegt sich im Bereich von 4.300 Dollar je Unze. Teure Energie heiĂt: teurere Produktion, teurere Lebensmittel, hartnĂ€ckige Inflation.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich einmal mehr, wie schnell politische Entscheidungen fernab Berlins auf den Geldbeutel durchschlagen. Physische Edelmetalle haben in solchen Phasen historisch ihre Funktion als Versicherung im Depot erfĂŒllt â als Beimischung, nicht als Wette.
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