Kettner Edelmetalle
07.07.2025
19:07 Uhr

BRICS-Staaten wehren sich gegen Trumps Zolldrohungen – Die neue Weltordnung formiert sich

Die EntwicklungslĂ€nder des BRICS-BĂŒndnisses haben die jĂŒngsten Anschuldigungen des US-PrĂ€sidenten Donald Trump, der Block sei "anti-amerikanisch", entschieden zurĂŒckgewiesen. Trump hatte am Sonntagabend mit zusĂ€tzlichen Strafzöllen von 10 Prozent gedroht – ein Schachzug, der die ohnehin angespannten Handelsbeziehungen weiter verschĂ€rfen könnte.

Eskalation im globalen Handelskrieg

WĂ€hrend sich die BRICS-FĂŒhrer in Rio de Janeiro zu ihrem Gipfeltreffen versammelten, bereitete die US-Regierung bereits Dutzende von Handelsabkommen vor, um Trumps Deadline vom 9. Juli fĂŒr die VerhĂ€ngung "erheblicher Vergeltungszölle" zuvorzukommen. Die Drohkulisse zeigt einmal mehr, wie die Trump-Administration internationale Beziehungen als reines Nullsummenspiel betrachtet.

China reagierte prompt und unmissverstĂ€ndlich: "Zölle sollten nicht als Werkzeug fĂŒr Zwang und Druck eingesetzt werden", erklĂ€rte Mao Ning, Sprecherin des chinesischen Außenministeriums. Die BRICS stĂŒnden fĂŒr "Win-Win-Kooperation" und richteten sich gegen kein Land.

Die neue multipolare Weltordnung nimmt Gestalt an

Was wir hier erleben, ist nichts weniger als die Geburtswehen einer neuen Weltordnung. WĂ€hrend die traditionellen westlichen BĂŒndnisse wie G7 und G20 durch interne Spaltungen und Trumps disruptive "America First"-Politik gelĂ€hmt werden, prĂ€sentiert sich das BRICS-BĂŒndnis als Zufluchtsort fĂŒr multilaterale Diplomatie.

"Tariffs should not be used as a tool for coercion and pressuring" – diese Worte aus Peking könnten als Leitmotiv einer neuen Ära gelten, in der sich die SchwellenlĂ€nder nicht mehr dem Diktat Washingtons beugen.

SĂŒdafrika und Russland kontern

SĂŒdafrika, das bereits mit 30-prozentigen Strafzöllen belegt wurde (die spĂ€ter ausgesetzt wurden), bekrĂ€ftigte, dass es "nicht anti-amerikanisch" sei. Die GesprĂ€che mit der US-Regierung blieben "konstruktiv und fruchtbar", so Kaamil Alli vom sĂŒdafrikanischen Handelsministerium. Ein diplomatisches KunststĂŒck angesichts der Erpressungsversuche aus Washington.

Russland ließ durch einen Kreml-Sprecher verlauten, die Zusammenarbeit mit den BRICS basiere auf einer "gemeinsamen Weltsicht" und werde "niemals gegen DrittlĂ€nder gerichtet sein". Eine elegante Umschreibung dafĂŒr, dass man sich nicht lĂ€nger den hegemonialen AnsprĂŒchen der USA unterordnen will.

Die wirtschaftliche RealitÀt

Die Ironie der Geschichte: Viele BRICS-Mitglieder und PartnerlĂ€nder sind hochgradig vom Handel mit den Vereinigten Staaten abhĂ€ngig. Indonesiens Wirtschaftsminister Airlangga Hartarto, der am BRICS-Gipfel teilnahm, reiste noch am Montag in die USA, um ZollgesprĂ€che zu fĂŒhren. Malaysia, das mit 24-prozentigen Zöllen belegt wurde, betonte seine unabhĂ€ngige Wirtschaftspolitik.

Die Expansion des Blocks

Das ursprĂŒngliche BRICS-BĂŒndnis, das 2009 mit Brasilien, Russland, Indien und China begann, hat sich erheblich erweitert. Nach der Aufnahme SĂŒdafrikas folgten im vergangenen Jahr Ägypten, Äthiopien, Indonesien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate. Saudi-Arabien hat eine Einladung zur Vollmitgliedschaft erhalten und nimmt als Partnerland teil. Mehr als 30 Nationen haben Interesse an einer Teilnahme bekundet – ein deutliches Zeichen dafĂŒr, dass die Welt nach Alternativen zur US-dominierten Ordnung sucht.

In einer gemeinsamen ErklĂ€rung verurteilten die Gipfelteilnehmer die jĂŒngsten Bombardierungen des Mitgliedslandes Iran und warnten, dass die Zunahme von Zöllen den globalen Handel bedrohe. Stunden spĂ€ter drohte Trump, LĂ€nder zu bestrafen, die dem Block beitreten wollen.

Ein Paradigmenwechsel

Was wir hier beobachten, ist mehr als nur ein Handelsstreit. Es ist der Beginn einer fundamentalen Neuordnung der globalen MachtverhÀltnisse. Die BRICS-Staaten reprÀsentieren nicht nur einen erheblichen Teil der Weltbevölkerung und Wirtschaftsleistung, sondern auch eine Alternative zum westlichen Modell der Globalisierung.

Brasiliens PrĂ€sident Luiz InĂĄcio Lula da Silva konzentrierte sich in seiner Eröffnungsrede bewusst auf Umwelt- und Gesundheitsthemen – ein subtiler Hinweis darauf, dass die BRICS-Agenda weit ĂŒber reine Handelsfragen hinausgeht. Ein brasilianischer Diplomat, der anonym bleiben wollte, betonte, Trumps Drohung unterstreiche nur die Bedeutung der BRICS-Gruppe, um EntwicklungslĂ€ndern eine Stimme fĂŒr faire und effektive globale Spielregeln zu geben.

Die Zeiten, in denen Washington der Welt ungestraft seinen Willen aufzwingen konnte, neigen sich dem Ende zu. Die BRICS-Staaten mögen noch keine perfekte Alternative bieten, aber sie zeigen, dass die unipolare Weltordnung der Nach-Kalter-Krieg-Ära Geschichte ist. FĂŒr Anleger bedeutet dies: Die geopolitischen Risiken nehmen zu, traditionelle Handelsrouten werden in Frage gestellt, und die Bedeutung von Sachwerten wie physischen Edelmetallen als Absicherung gegen diese Unsicherheiten wĂ€chst kontinuierlich.

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