
Blut am Auge, Vermummte im Rücken: Wie linksextreme Schlägertrupps in Schwerin die Meinungsfreiheit sortieren
Es sind Bilder, die man in einem Rechtsstaat nicht sehen möchte: ein junger Mann, das Gesicht blutverschmiert, eine klaffende Wunde über der Augenbraue – und im Hintergrund vermummte Gestalten, die ihre Gesichter verhüllen, weil sie genau wissen, dass ihr Handeln das Licht der Öffentlichkeit nicht überlebt. Geschehen am Rande des „Tags der Deutschen Jugend“ in Schwerin. Getroffen hat es den Hamburger Landesvorsitzenden der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland, Michael Schumann.
Was auf den Videoaufnahmen zu sehen ist
Nach vorliegenden Aufnahmen sollen vermummte Linksextremisten zunächst versucht haben, mehreren Mitgliedern der Jugendorganisation den Weg abzuschneiden. Als sich die Gruppe zurückzog – ein Verhalten, das man üblicherweise Deeskalation nennt –, setzten die Angreifer nach. Einer der Vermummten rief den Weichenden hinterher, sie sollten doch kommen, sie seien ja „jung, deutsch, kampfbereit“. Es folgte, was in diesen Kreisen als Argument gilt: der Sprechchor „Nazischweine“. Dann ein Sprühstoß in Richtung der Gruppe. Dann Fäuste.
Die Polizei bestätigte lediglich, es sei zu einer „körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Personen“ gekommen, eine Person sei verletzt und werde von Sanitätern versorgt.
Man muss diesen Behördensatz zweimal lesen, um seine ganze Kunstfertigkeit zu würdigen. „Körperliche Auseinandersetzung“ – das klingt nach zwei streitenden Nachbarn am Gartenzaun. Es klingt nicht nach einer Meute, die einem Einzelnen nachstellt, ihn einkreist und niederstreckt. Sprache ist niemals zufällig. Sie entscheidet darüber, wie ein Vorfall im öffentlichen Bewusstsein landet – als Straftat oder als bedauerliche Rangelei.
Sieben Gegendemonstrationen, ein Feindbild
Rund 500 Teilnehmer wurden zur Veranstaltung erwartet. Angemeldet waren sieben Gegendemonstrationen, eine davon unter dem Motto „Generation Antifa statt Generation Deutschland“. Die Polizei war mit großem Aufgebot vor Ort – und dennoch reichte es nicht, um zu verhindern, dass einem politisch Andersdenkenden das Gesicht aufgerissen wird. Schumann selbst gab sich unbeeindruckt und erklärte mit blutendem Gesicht in die Kamera, man werde trotzdem zur Demonstration gehen und den Tag durchziehen. Wetter gut, Stimmung gut, Antifa aggressiv – so seine trockene Bilanz.
Wer den Boden für Gewalt bereitet
Man muss keine Sympathie für die AfD haben, um zu erkennen, was hier schiefläuft. Wer über Jahre hinweg politische Konkurrenz nicht als Gegner, sondern als Schädlinge markiert, wer aus Regierungsämtern heraus zum „Stellen“ und „Bekämpfen“ aufruft, wer zivilgesellschaftliche Strukturen mit Steuergeld ausstattet, deren Kernkompetenz das Denunzieren ist – der darf sich über vermummte Schlägertrupps nicht wundern. Wortradikalisierung geht der Tatradikalisierung voraus. Immer.
Und die deutsche Geschichte kennt dieses Muster leider gut: Die Weimarer Republik zerbrach nicht zuletzt daran, dass politische Auseinandersetzungen von den Rednerpulten auf die Straße wanderten – organisierte Kampfverbände von links und rechts prügelten und mordeten sich durch die zwanziger Jahre. Wer heute glaubt, ein wenig Straßengewalt gegen die „Richtigen“ sei ein vertretbarer Preis, spielt mit einem Feuer, das er nicht mehr löschen kann.
Zwei Klassen von Opfern?
Bemerkenswert ist auch, wie unterschiedlich Gewalt in diesem Land bewertet wird. Wäre ein linker Aktivist mit blutender Platzwunde durch Schwerin gelaufen, hätten wir Brennpunkte, Talkshows, Betroffenheitsketten und die üblichen Appelle gegen „Hass und Hetze“ erlebt. Hier hingegen herrscht eine Stille, die lauter ist als jedes Statement. Das ist kein Zufall, sondern Methode – und ein Großteil der Bürger hat dieses doppelte Maß längst durchschaut. Das Vertrauen in Politik und öffentlich-rechtliche Berichterstattung erodiert nicht wegen böser Netzgerüchte, sondern wegen genau solcher Vorfälle.
Ein Rechtsstaat, der seine Bürger nicht davor schützen kann, auf dem Weg zu einer genehmigten Versammlung verprügelt zu werden, hat ein fundamentales Problem. Die Versammlungsfreiheit steht nicht im Grundgesetz, damit sie von vermummten Sittenwächtern nach Gesinnung zugeteilt wird. Wer das nicht durchsetzt – oder es nicht durchsetzen will –, gibt ein Stück Staatlichkeit auf.
Was bleibt
Es bleibt die Erkenntnis, dass politische Gewalt in Deutschland kein Randphänomen mehr ist, sondern kalkuliertes Mittel. Es bleibt die Frage, wann die Bundesregierung endlich denselben Eifer gegen linksextreme Gewaltstrukturen aufwendet, den sie gegen unbequeme Meinungen im Netz an den Tag legt. Und es bleibt die unbequeme Wahrheit: Ein Land, in dem der politische Streit blutig wird, verliert am Ende nicht nur den Rechtsfrieden, sondern auch wirtschaftliche Stabilität, Investorenvertrauen und Zukunft.
Genau deshalb denken immer mehr Bürger darüber nach, ihr Vermögen krisenfest zu strukturieren – jenseits von Papierversprechen, in Form von physischen Sachwerten wie Gold und Silber, die unabhängig von politischen Verhältnissen ihren Wert bewahren.
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