
Apothekensterben in Deutschland: Wenn die Gesundheitsversorgung vor die Hunde geht
Die deutsche Apothekenlandschaft steht vor dem Kollaps. Was der PrĂ€sident der Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbĂ€nde (ABDA), Thomas Preis, jetzt offenbart, sollte jeden BĂŒrger alarmieren: Ein Viertel aller öffentlichen Apotheken sei wirtschaftlich gefĂ€hrdet. Die Ursache? Eine Politik, die seit ĂŒber einem Jahrzehnt die RealitĂ€t ignoriert und Apotheker mit eingefrorenen Honoraren im Regen stehen lĂ€sst.
13 Jahre Stillstand â ein politisches Armutszeugnis
WĂ€hrend die Inflation galoppiert, die Energiekosten explodieren und die Personalkosten steigen, verharrt das Apothekenhonorar seit sage und schreibe 13 Jahren auf demselben Niveau. Preis fordere nun zwölf Euro pro verschreibungspflichtiger Medikamentenpackung â eine Summe, die lediglich die entstandene LĂŒcke schlieĂen wĂŒrde. Die im Koalitionsvertrag vereinbarten 9,50 Euro? Ein Tropfen auf den heiĂen Stein, mehr nicht.
Man fragt sich unweigerlich: Wie kann es sein, dass unsere Regierung die Daseinsvorsorge derart strĂ€flich vernachlĂ€ssigt? Apotheken sind keine Luxuseinrichtungen, sondern unverzichtbare SĂ€ulen unseres Gesundheitssystems. Im Katastrophenfall, bei Pandemien oder Naturkatastrophen sind sie die erste Anlaufstelle fĂŒr Millionen von BĂŒrgern.
VersorgungsengpÀsse als neue NormalitÀt
Die Konsequenzen dieser verfehlten Politik zeigen sich bereits heute in erschreckender Deutlichkeit. Laut Preis seien derzeit rund 550 Medikamente nicht lieferbar â darunter lebenswichtige Cholesterinsenker, ADHS-Medikamente und Psychopharmaka. Besonders dramatisch: Bei fĂŒnf Medikamenten gebe es nicht einmal wirkstoffgleiche Alternativen. Antibiotika fĂŒr Kinder und das Asthma-Mittel Salbutamol gehören dazu.
Deutschland, einst Apotheke der Welt, muss mittlerweile auf Medikamente aus den USA oder Spanien zurĂŒckgreifen, um die eigene Bevölkerung zu versorgen. Ein Armutszeugnis fĂŒr die viertgröĂte Volkswirtschaft der Welt.
Die Ironie der Geschichte
WĂ€hrend die Politik das Apothekensterben durch UntĂ€tigkeit befördert, sollen dieselben Apotheken nun zusĂ€tzliche Aufgaben ĂŒbernehmen. Impfungen, FrĂŒherkennung von Erkrankungen, Wiederholungsverschreibungen â all das soll kĂŒnftig in den Apotheken stattfinden. Eine durchaus sinnvolle Idee, die Haus- und FachĂ€rzte entlasten könnte. Doch wie sollen Apotheken, die ums nackte Ăberleben kĂ€mpfen, diese Zusatzaufgaben stemmen?
Ein System vor dem Zusammenbruch
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Jahr fĂŒr Jahr schlieĂen hunderte Apotheken ihre Pforten. Was bleibt, sind VersorgungslĂŒcken, lĂ€ngere Wege fĂŒr Patienten und eine zunehmende Konzentration auf urbane Zentren. Die lĂ€ndliche Bevölkerung wird dabei einmal mehr im Stich gelassen â ein Muster, das sich durch die gesamte Infrastrukturpolitik der letzten Jahre zieht.
Es ist höchste Zeit, dass die neue GroĂe Koalition unter Friedrich Merz endlich handelt. Die versprochenen 500 Milliarden Euro fĂŒr Infrastruktur sollten auch die Gesundheitsinfrastruktur einschlieĂen. Statt immer neue Schulden fĂŒr ideologische Prestigeprojekte aufzunehmen, wĂ€re es angebracht, die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Was jetzt geschehen muss
Die Forderung nach zwölf Euro Apothekenhonorar ist keine Luxusforderung, sondern das absolute Minimum, um den Fortbestand der flĂ€chendeckenden Versorgung zu gewĂ€hrleisten. Gleichzeitig mĂŒssen BĂŒrokratie abgebaut und Lieferketten stabilisiert werden. Deutschland darf sich nicht lĂ€nger von auslĂ€ndischen Produzenten abhĂ€ngig machen, wenn es um die Gesundheit seiner BĂŒrger geht.
Das Apothekensterben ist symptomatisch fĂŒr eine Politik, die PrioritĂ€ten falsch setzt. WĂ€hrend Milliarden fĂŒr fragwĂŒrdige Klimaprojekte verpulvert werden, bricht die Grundversorgung zusammen. Es wird Zeit, dass die Verantwortlichen endlich aufwachen â bevor es zu spĂ€t ist.
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