Kettner Edelmetalle
05.12.2025
16:12 Uhr

Akademischer Schwindel: Wie uns falsche Experten fĂŒr dumm verkaufen

Die Maske fĂ€llt – wieder einmal. Der als "Sicherheitsexperte" durch deutsche Talkshows tingelnde Carlo Masala steht im Zentrum massiver PlagiatsvorwĂŒrfe. Was der Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber da ans Tageslicht befördert hat, wirft ein grelles Schlaglicht auf den desolaten Zustand unserer sogenannten Expertenkultur.

Weber, bekannt als akribischer PlagiatsprĂŒfer, zerlegt auf X genĂŒsslich Masalas Dissertation aus dem Jahr 1996. Seine Frage trifft ins Schwarze: Wie konnte es passieren, dass ausgerechnet einer der "renommiertesten" deutschen Politikwissenschaftler "auf diese peinliche und stĂŒmperhafte Weise plagiierte"? Die Antwort liegt auf der Hand – und sie ist vernichtend fĂŒr unser gesamtes akademisches System.

Die Anatomie des Betrugs

Was Weber dokumentiert, liest sich wie eine Blaupause akademischer Unredlichkeit. Nahezu wortgleiche Passagen, ĂŒbernommene Formulierungen und Strukturen – alles ohne ausreichende Kennzeichnung. Der Historiker Eckart Conze dĂŒrfte sich beim Lesen von Masalas Arbeit gewundert haben, seine eigenen Gedanken in fremdem Gewand wiederzufinden.

Doch das eigentlich ErschĂŒtternde ist nicht der Einzelfall Masala. Es ist die Systematik dahinter. Wie viele dieser selbsternannten "Experten" bevölkern unsere Bildschirme, ohne jemals einen eigenstĂ€ndigen Gedanken produziert zu haben? Die Kommentare unter dem Weltwoche-Artikel sprechen BĂ€nde: "DummschwĂ€tzer", "Nachplapperer", "bezahlte Propagandisten" – das Volk hat lĂ€ngst verstanden, was hier gespielt wird.

Der Ukrainekrieg als Entlarvung

Besonders pikant wird die Causa Masala vor dem Hintergrund seiner Rolle als omniprÀsenter "MilitÀrexperte" in der Ukraine-Berichterstattung. Seit Kriegsbeginn fÀllt er durch eine bemerkenswerte Einseitigkeit auf, die selbst wohlwollende Beobachter stutzig macht. Seine Analyse-TrinitÀt, so bringen es Kommentatoren auf den Punkt, bestehe aus: "1. Hass auf Russland; 2. Hass auf Russland; und 3. Hass auf Russland."

Ist es Zufall, dass ausgerechnet jene "Experten", die am lautesten die Regierungslinie nachbeten, bei genauerer Betrachtung oft auf tönernen FĂŒĂŸen stehen? Der Cicero hat es treffend formuliert: Nahezu alle Voraussagen deutscher Lehnstuhlstrategen zum Kriegsverlauf haben sich als falsch herausgestellt. Ein Armutszeugnis fĂŒr eine ganze Zunft.

Das System der falschen Propheten

Was wir hier erleben, ist keine Ansammlung bedauerlicher EinzelfÀlle. Es ist ein System. Ein System, in dem akademische Titel zur WÀhrung medialer PrÀsenz verkommen sind. Ein System, in dem nicht Expertise, sondern KonformitÀt belohnt wird. Ein System, in dem die Grenze zwischen Wissenschaft und Propaganda bis zur Unkenntlichkeit verschwimmt.

Die öffentlich-rechtlichen Sender spielen dabei eine unrĂŒhmliche Rolle. Sie laden nicht Experten ein, weil diese Experten sind – sie laden jene ein, die der vorgefassten Redaktionsmeinung einen pseudo-professionellen Anstrich verleihen. Marcel Fratzscher, Monika Schnitzer, Karl-Rudolf Korte – die Liste der DauergĂ€ste liest sich wie ein Who's Who der Regierungsapologeten.

Die Verachtung des gesunden Menschenverstands

WĂ€hrend echte Fachleute – ob im Handwerk oder in der seriösen Wissenschaft – ihre Expertise durch jahrelange Arbeit und nachprĂŒfbare Ergebnisse unter Beweis stellen, genĂŒgt im medialen Zirkus offenbar ein Doktortitel. Selbst wenn dieser, wie im Fall Masala, möglicherweise auf fremden Federn beruht.

Die BĂŒrger haben lĂ€ngst verstanden, was hier gespielt wird. Die vernichtenden Kommentare unter dem Artikel zeigen: Das Vertrauen in die selbsternannte Expertenklasse ist dahin. Zu oft wurden wir belogen, zu oft fĂŒr dumm verkauft, zu oft mit ideologisch gefĂ€rbten "Analysen" abgespeist.

Zeit fĂŒr echte Konsequenzen

Stefan Weber gebĂŒhrt Dank fĂŒr seine akribische Arbeit. Er ist es, der bereits die getĂŒrkte Dissertation von Annalena Baerbock ans Licht brachte und damit deren politische Ambitionen einen empfindlichen DĂ€mpfer verpasste. Nun also Masala – und man fragt sich unwillkĂŒrlich: Wer ist der NĂ€chste?

Es wird Zeit, dass wir uns von dieser Scheinexpertise befreien. Zeit, dass wir wieder auf jene hören, die wirklich etwas zu sagen haben – und nicht nur nachplappern, was politisch opportun erscheint. Zeit, dass akademische Redlichkeit wieder etwas zĂ€hlt in diesem Land.

Die PlagiatsaffĂ€re um Carlo Masala ist mehr als nur ein weiterer Skandal. Sie ist ein Symptom fĂŒr den Verfall unserer intellektuellen Standards. Ein Verfall, der Hand in Hand geht mit der politischen und medialen Gleichschaltung, die wir tĂ€glich erleben. Wenn selbst die vermeintlichen Experten nur noch Plagiatoren und Propagandisten sind – wem können wir dann noch trauen?

Die Antwort liegt auf der Hand: Unserem eigenen Urteilsvermögen. Und vielleicht ist das die wichtigste Lektion aus dieser ganzen AffÀre: Lasst euch nicht lÀnger von falschen Propheten blenden. Vertraut eurem gesunden Menschenverstand. Er ist oft zuverlÀssiger als hundert Doktortitel zusammen.

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