Kettner Edelmetalle
06.08.2026
16:39 Uhr
KI-generiert

8.000 Stellen bei BMW: Wie Berlin und Paris die deutsche Autoindustrie in den Abgrund verwalten

8.000 Stellen bei BMW: Wie Berlin und Paris die deutsche Autoindustrie in den Abgrund verwalten
Symbolbild: KI-generiert

Es gibt Zahlen, die man nicht kommentieren muss, weil sie fĂŒr sich sprechen. Und es gibt Zahlen, die man kommentieren muss, weil sonst niemand hinschaut. Der Abbau von 8.000 ArbeitsplĂ€tzen bei BMW gehört in die zweite Kategorie. Denn der MĂŒnchner Konzern galt bislang als der Stehaufmann der deutschen Automobilindustrie – robust, kapitalstark, im Gegensatz zu manchem Wettbewerber halbwegs souverĂ€n durch die Elektro-ZwangsbeglĂŒckung navigierend. Jetzt hat es auch BMW erwischt.

Ein Quartal wie ein Kernschlag

Der Gewinn brach im zweiten Quartal um satte 35 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr ein. Im Kernbereich, dem AutomobilgeschĂ€ft, verdampften gleich 60 Prozent der ErtrĂ€ge. Wer bei solchen Zahlen noch von einer „Delle" spricht, hat entweder die Bilanz nicht gelesen oder ein politisches Amt.

Von 154.000 BeschĂ€ftigten sollen 8.000 gehen. Leise, gerĂ€uschlos, sozialvertrĂ€glich – so lautet das Versprechen. Ab Oktober und bis 2027 lĂ€uft ein Programm, das gezielt Mitarbeiter außerhalb der Produktion anspricht. Zwischen 30.000 und 40.000 Verwaltungsangestellten soll ein Abfindungsangebot vorgelegt werden. Im Gegenzug verlĂ€ngert BMW die BeschĂ€ftigungsgarantie: betriebsbedingte KĂŒndigungen in Deutschland sollen selbst dann ausgeschlossen bleiben, wenn der Konzern in die roten Zahlen rutscht. Ob dieses Versprechen hĂ€lt, wenn es wirklich ernst wird, dĂŒrfte sich zeigen. Ganze Managementebenen fallen weg, Abteilungen werden verschmolzen – auch weil man in MĂŒnchen erkannt hat, dass kĂŒnstliche Intelligenz manches effizienter erledigt als ein GroßraumbĂŒro voller Gremienarbeit.

Die Liste des Grauens

BMW ist kein Einzelfall, sondern das jĂŒngste Glied einer Kette. Volkswagen sprach zuletzt von 120.000 betroffenen Stellen, Porsche streicht 5.000, Mercedes hat sich bereits von 5.500 BeschĂ€ftigten getrennt. Die Beratungsgesellschaft EY hat ermittelt, dass Hersteller und Zulieferer in nur einem Jahr 50.000 ArbeitsplĂ€tze verloren haben. Der Branchenverband VDA rechnet inzwischen damit, dass bis 2035 rund 225.000 Stellen verschwinden – 35.000 mehr als noch vor wenigen Monaten prognostiziert. Die Prognosen werden nicht besser. Sie werden nur schneller schlechter.

Wer Energie zu Weltrekordpreisen verkauft, den dominierenden Antrieb politisch verfemt und dann ĂŒber schwindende WettbewerbsfĂ€higkeit klagt, hat die Kausalkette nicht verstanden – oder sie bewusst ignoriert.

Und die Politik? Klammert sich fest

Statt Ursachenanalyse gibt es Ideologie-VerlĂ€ngerung. Der Green Deal bleibt heilig, gleichgĂŒltig, was er die BĂŒrger kostet. Der Staat, finanziert ĂŒber Steuern und Schulden, hĂ€lt sich als Arbeitgeber letzter Instanz bereit. Milliarden fließen von den Steuerzahlern nach BrĂŒssel und kehren – umetikettiert als Klimabonus, Kreditgarantie oder Förderzusage fĂŒr zweifelhafte Start-ups – in die KanĂ€le der grĂŒnen Transformationsmaschine zurĂŒck. Es ist womöglich die grĂ¶ĂŸte politisch orchestrierte Kapitalvernichtung der europĂ€ischen Nachkriegsgeschichte.

Besonders bitter: Chinesische Elektroauto- und Solarhersteller haben lĂ€ngst gelernt, wie man den BrĂŒsseler Subventionsapparat anzapft. Wenn BĂŒrokraten mit beiden HĂ€nden fremdes Geld verteilen, lohnt es sich, den Regenschirm aufzuspannen.

Der deutsch-französische Handel

Beim deutsch-französischen Ministerrat Mitte Juli bekrÀftigten Emmanuel Macron und Friedrich Merz ihre gemeinsame industriepolitische Agenda. Die UnterhÀndler sollen nun einen Kompromiss zimmern. Paris will die europÀische Industrie stÀrker gegen auslÀndische Konkurrenz abschirmen, Berlin sucht einen Notausgang aus der Autokrise.

Im Zentrum steht der im MĂ€rz von der Kommission prĂ€sentierte Industrial Accelerator Act. Er soll bei öffentlichen AuftrĂ€gen und Förderprogrammen Anforderungen an Antragsteller definieren – CO₂-freie Produkte und Verfahren natĂŒrlich bevorzugt. BrĂŒssel will kĂŒnftig auch festlegen, welche Drittstaaten als „vertrauenswĂŒrdige Partner" gelten. Ein bĂŒrokratischer Eingriff in bestehende Lieferketten, bei dem Beamte Zulieferern nach politischer Weisung den Daumen senken können. Berlin hatte das bislang abgelehnt. Angesichts der Lage in der Autoindustrie und französischer ZugestĂ€ndnisse scheint man nun beweglich.

Die Gegenleistung aus Paris: mehr FlexibilitĂ€t beim Verbrennerverbot 2035, weichere CO₂-Quoten, eine wohlwollendere Anrechnung von Hybridinvestitionen. Also derselbe Anzug – nur ein Knopf geöffnet.

Therapie oder dieselbe Spritze?

Wege aus der Krise sĂ€hen anders aus: Technologieoffenheit, echter Wettbewerb, ein deregulierter Binnenmarkt. Stattdessen soll ein protektionistischer Deal kurzfristig Luft verschaffen – und damit genau den politischen Druck nehmen, der nötig wĂ€re, um mit dem ideologischen Konstrukt des Green Deal zu brechen. Ohne diesen Bruch gibt es keine Erholung. Was Macron und Merz der europĂ€ischen Automobilindustrie verordnen wollen, ist am Ende dasselbe Gift, das die EU-Wirtschaft ökonomisch zum KrĂŒppel gemacht hat.

FĂŒr Sparer und Anleger bleibt daraus eine unbequeme Erkenntnis: Wenn Industriekapital politisch verbrannt wird und der Staat die Rechnung ĂŒber neue Schulden begleicht, leidet am Ende die Kaufkraft. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind kein Allheilmittel, aber sie sind seit Jahrtausenden das, was Papierversprechen nicht sind: unabhĂ€ngig von RegierungsbeschlĂŒssen und Förderrichtlinien. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie jene StabilitĂ€t liefern, die die Politik gerade nicht bietet.

Haftungsausschluss

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