Kettner Edelmetalle
31.07.2026
12:01 Uhr

ZDF-Politbarometer: AfD zieht auf Rekordabstand davon – Merz' Kabinettsrochade verpufft wirkungslos

ZDF-Politbarometer: AfD zieht auf Rekordabstand davon – Merz' Kabinettsrochade verpufft wirkungslos
Symbolbild: KI-generiert

Es sind Zahlen, die in den Berliner Regierungszentralen wie ein Alarmsignal wirken mĂŒssten – und die man dort dennoch, so scheint es, mit gewohnter Beharrlichkeit ignoriert. Im aktuellen ZDF-Politbarometer erreicht die AfD 28 Prozent und liegt damit fĂŒnf Prozentpunkte vor CDU und CSU, die gemeinsam bei 23 Prozent stagnieren. Ein Vorsprung, wie er in dieser Zeitreihe noch nie gemessen wurde.

Das linke Lager rĂŒckt zusammen – auf niedrigem Niveau

Die drei Parteien des linken Spektrums liegen dicht beieinander: Die GrĂŒnen kommen auf 13 Prozent, SPD und Linke jeweils auf 12 Prozent. Die FDP dĂŒmpelt bei vier Prozent und damit unterhalb der FĂŒnfprozenthĂŒrde – eine Partei, die einst fĂŒr Marktwirtschaft und BĂŒrgerrechte stand und heute kaum noch als politischer Faktor wahrgenommen wird.

Besonders bemerkenswert ist ein Detail, das in den Abendnachrichten selten ErwĂ€hnung findet: In den lediglich demographisch gewichteten Rohdaten, der sogenannten „Politischen Stimmung", liegt die AfD erstmals gleichauf mit der Union – beide bei 23 Prozent. Normalerweise fĂ€llt die AfD in diesen Rohdaten schlechter aus als in der Projektion, weil die Institute anschließend eine politische Gewichtung vornehmen. Der Grund dafĂŒr ist entlarvend: Ein erheblicher Teil der AfD-WĂ€hler weigert sich am Telefon, die eigene PrĂ€ferenz offen zu benennen.

Wenn BĂŒrger in einem freien Land Angst haben, einem anonymen Anrufer ihre Wahlabsicht zu nennen, dann stimmt etwas nicht mit dem politischen Klima – und die Verantwortung dafĂŒr tragen jene, die jahrelang Andersdenkende moralisch in die Ecke gestellt haben.

Die GrĂŒnen als Dauergast der ÜberreprĂ€sentation

In der Politischen Stimmung erreichen die GrĂŒnen 18 Prozent – ein Wert, der in der Projektion auf 13 Prozent zusammenschmilzt. Wer ehrlich hinschaut, erkennt darin ein strukturelles Muster: Die Partei mit den akademisch geschulten Sprachregelungen ist in Telefonumfragen stets auskunftsfreudiger als der Handwerker, der MittelstĂ€ndler oder der Rentner, dessen Kaufkraft seit Jahren verdampft. SPD und Linke liegen hier bei jeweils 13 Prozent, die FDP wieder bei vier Prozent, nachdem sie rund ein halbes Jahr ĂŒberhaupt nicht mehr ausgewiesen worden war.

Personalkarussell statt Politikwechsel

Und die Reaktion des Kanzlers? Eine Kabinettsumbildung. Nina Warken wechselt vom Gesundheitsressort ins Bundeskanzleramt, Carsten Linnemann ĂŒbernimmt das Gesundheitsministerium, Steffen Bilger das Verkehrsressort. Dazu diverse Verschiebungen auf StaatssekretĂ€rsebene und in der Fraktion. Das Ergebnis dieser groß angekĂŒndigten Erneuerung: 61 Prozent der Befragten erwarten schlicht ĂŒberhaupt keine Auswirkungen auf die Arbeit der Bundesregierung.

Noch bitterer fĂŒr Friedrich Merz: Eine Mehrheit – und zwar auch unter den eigenen AnhĂ€ngern von CDU und CSU – urteilt, er habe die Neubesetzungen schlecht gemacht. Wer StĂŒhle umstellt, wĂ€hrend das Haus brennt, darf sich ĂŒber den Rauch nicht beschweren.

Warum die Zahlen niemanden ĂŒberraschen sollten

Die Ursachen liegen offen zutage. Ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das kommende Generationen mit Zinslasten fesselt, obwohl der heutige Kanzler im Wahlkampf noch versprach, keine neuen Schulden aufzunehmen. Eine im Grundgesetz verankerte KlimaneutralitĂ€t bis 2045, die Industrie und Mittelstand strukturell verteuert. Eine Migrationspolitik, deren Folgen jeder BĂŒrger in KriminalitĂ€tsstatistiken auf Rekordniveau nachlesen kann. Und eine politische Klasse, die auf jede dieser Baustellen mit Kommunikationsstrategien statt mit Kurskorrekturen reagiert.

Der WĂ€hler, so darf man es nach diesen Zahlen sagen, hat verstanden. Ob die Union es auch verstanden hat, darf bezweifelt werden. Solange man dort glaubt, mit Personalrochaden und moralischen Abgrenzungsrhetoriken das Vertrauen zurĂŒckzugewinnen, das man in zwanzig Jahren beharrlicher Selbstverleugnung verspielt hat, werden die Politbarometer weiter das erzĂ€hlen, was sie jetzt schon erzĂ€hlen.

Was bleibt dem BĂŒrger?

Wer politisch keine schnelle Wende erwarten kann, sollte wenigstens finanziell nicht wehrlos bleiben. Schuldenprogramme, wachsende Sozialausgaben und eine expansive Fiskalpolitik sind seit Jahrhunderten der NĂ€hrboden fĂŒr Geldentwertung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben in solchen Phasen historisch ihre Rolle als wertstabiler Anker bewiesen – als Sachwert außerhalb des Bankensystems und als vernĂŒnftige Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene, sorgfĂ€ltige Recherche; fĂŒr Ihre Entscheidungen und deren Folgen sind Sie allein verantwortlich. Eine Haftung fĂŒr VermögensschĂ€den wird ausdrĂŒcklich ausgeschlossen.

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