
Wirtschaftliche Apokalypse: US-Finanzminister warnt vor Taiwans Chip-Monopol
Die Weltwirtschaft steht auf einem gefährlich wackeligen Fundament – und dieses Fundament trägt den Namen Taiwan. US-Finanzminister Scott Bessent hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Warnung ausgesprochen, die aufhorchen lässt: 97 Prozent aller Hochleistungs-Halbleiter werden auf einer einzigen Insel produziert. Eine Blockade oder Zerstörung dieser Kapazitäten würde nichts Geringeres als eine "wirtschaftliche Apokalypse" auslösen.
Das gefährlichste Nadelöhr der Weltwirtschaft
Was Bessent in Davos beschrieb, ist keine bloße Schwarzmalerei eines übervorsichtigen Politikers. Es ist die nüchterne Analyse einer Verwundbarkeit, die jeden einzelnen Bürger betrifft – vom Smartphone in der Hosentasche bis zum Herzschrittmacher im Brustkorb. Taiwan, diese kleine Insel vor der chinesischen Küste, hält die technologische Welt buchstäblich in der Hand.
Die Trump-Administration hat erkannt, was europäische Politiker jahrelang verschlafen haben: Kritische Lieferketten müssen zurückgeholt werden. Während Deutschland noch über Gendersternchen und Klimakleber debattiert, arbeitet Washington mit Hochdruck daran, die Halbleiterproduktion auf amerikanischen Boden zu verlagern. Bessent bezeichnete dies unmissverständlich als Priorität der nationalen Sicherheit und wirtschaftlichen Stabilität.
Rüstungskonzerne in der Kritik
Der Finanzminister nahm auch die großen amerikanischen Rüstungskonzerne ins Visier – und seine Worte waren alles andere als diplomatisch. Diese Unternehmen hätten das amerikanische Volk im Stich gelassen, seien fünf bis sieben Jahre hinter ihren vertraglichen Verpflichtungen zurück. Statt Aktienrückkäufe zu finanzieren, sollten sie gefälligst Fabriken bauen.
"Sie haben das amerikanische Volk enttäuscht. Sie sind fünf, sechs, sieben Jahre hinter der Erfüllung ihrer Verträge zurück."
Bessent verglich die Rüstungsunternehmen mit systemrelevanten Banken – sie genießen staatliche Unterstützung und Absicherung, sollten aber auch entsprechende Verantwortung übernehmen. Eine Ansage, die man sich von deutschen Politikern gegenüber hiesigen Industriekonzernen nur wünschen könnte.
Corona als Warnsignal – und niemand hat zugehört
Die COVID-19-Pandemie war nach Bessents Einschätzung ein Testlauf für das, was bei einem echten geopolitischen Konflikt passieren würde. Die Lieferkettenunterbrechungen haben schmerzhaft offenbart, welche Industrien für die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit unverzichtbar sind: Halbleiter, seltene Erden, kritische Mineralien.
Doch während die USA aus dieser Lektion lernen und handeln, scheint Europa – und insbesondere Deutschland – in einer Art Dornröschenschlaf zu verharren. Die Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen ist nach wie vor erschreckend hoch.
Chinas perfide Preisstrategie
Bessent beschrieb eine Taktik Pekings, die an wirtschaftliche Kriegsführung grenzt: Sobald westliche Unternehmen versuchen, eigene Produktionskapazitäten für kritische Mineralien aufzubauen, senkt China die Preise so drastisch, dass die Konkurrenz in den Bankrott getrieben wird. Erst wenn das Monopol gesichert ist, steigen die Preise wieder.
Die Antwort der Trump-Administration: Preisuntergrenzen und -obergrenzen, um heimische Produktion zu schützen. Dazu eine neue Allianz – ein "Block für kritische Mineralien" – bestehend aus den G7-Staaten plus Australien, Indien, Mexiko und Südkorea.
Hoffnungsschimmer: 18 bis 24 Monate bis zur Unabhängigkeit
Auf die Frage, wann die USA bei der Verarbeitung kritischer Mineralien unabhängig sein könnten, nannte Bessent einen ambitionierten Zeitrahmen: anderthalb bis zwei Jahre. In seinem Heimatstaat South Carolina werden erstmals seit 25 Jahren wieder Seltenerd-Magnete produziert – ein kleiner, aber symbolträchtiger Erfolg.
Diese Magnete sind unverzichtbar für Elektrofahrzeuge, Windturbinen und militärische Anwendungen. Wer sie kontrolliert, kontrolliert einen erheblichen Teil der technologischen Zukunft.
Was bedeutet das für Anleger?
Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China, die Verwundbarkeit globaler Lieferketten und die drohende Eskalation im Taiwan-Konflikt sollten jeden Anleger zum Nachdenken bringen. In Zeiten solcher Unsicherheiten haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber historisch als verlässlicher Wertspeicher erwiesen. Sie sind unabhängig von Lieferketten, können nicht durch Cyberangriffe zerstört werden und behalten ihren Wert auch dann, wenn die "wirtschaftliche Apokalypse" tatsächlich eintreten sollte.
Eine Beimischung von Edelmetallen zu einem breit gestreuten Portfolio kann in diesen unsicheren Zeiten als sinnvolle Absicherung dienen – nicht als Spekulation, sondern als Vermögenssicherung für den Ernstfall.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.










