Kettner Edelmetalle
20.05.2026
05:19 Uhr

Windkraft-Debakel: Wie das grĂŒne Milliardengrab Deutschlands Energiewende verschlingt

Windkraft-Debakel: Wie das grĂŒne Milliardengrab Deutschlands Energiewende verschlingt

Es ist das gigantische LehrstĂŒck einer Politik, die jahrzehntelang auf Wunschdenken statt auf wirtschaftliche RealitĂ€t gesetzt hat: Die deutsche Energiewende, einst als Heilsbringer fĂŒr Klima und Konjunktur gepriesen, entpuppt sich immer deutlicher als das, was kritische Stimmen seit Langem prophezeit haben – ein finanzielles Desaster, das selbst die grĂ¶ĂŸten Energiekonzerne in die Flucht schlĂ€gt.

Der spektakulĂ€re RĂŒckzug eines Schwergewichts

Noch vor wenigen Jahren wurde der französische Energieriese TotalEnergies in Berlin gefeiert wie ein Erlöser. Fast sechs Milliarden Euro habe der Konzern 2023 fĂŒr WindparkflĂ€chen in Nord- und Ostsee geboten, im Folgejahr nochmals knapp zwei Milliarden Euro draufgepackt. Politiker klopften sich gegenseitig auf die Schultern, die Energiewende sei endlich auf Kurs.

Heute ist von dieser Euphorie nichts mehr ĂŒbrig. Nach Berichten von NDR und SĂŒddeutscher Zeitung sollen Vertreter von TotalEnergies bei einer internen Sitzung Anfang Mai ohne Umschweife verkĂŒndet haben: Man wolle die FlĂ€chen abstoßen. In einem konzerninternen Papier heiße es, einzelne Projekte aus den Auktionsrunden zwischen 2023 und 2025 könnten „voraussichtlich nicht realisiert" werden. BĂŒrokratisches SchönfĂ€rben hin oder her – die Botschaft ist eindeutig: Das GeschĂ€ft trĂ€gt sich nicht mehr.

Die ewig gleichen Ursachen – und das Ignorieren der Wirklichkeit

Wer hĂ€tte das ahnen können? Eigentlich jeder, der nicht die ideologische Brille der Klimarettung aufgesetzt hat. Die GrĂŒnde fĂŒr das Scheitern liegen seit Jahren offen auf dem Tisch und werden dennoch von einer ideologisch verblendeten Politik beharrlich ignoriert.

Da wĂ€ren zunĂ€chst die explodierenden Kosten fĂŒr Material, Rohstoffe und das ohnehin gigantische Auflagen-Dickicht aus BrĂŒssel und Berlin. Hinzu kommt eine Infrastruktur, die fĂŒr derartige Megaprojekte schlicht nicht ausgelegt ist – weder die Stromnetze, die seit Jahren angekĂŒndigt, aber bis auf Weiteres ein frommer Wunsch bleiben, noch Straßen, Schienen oder HĂ€fen. Wie soll man Monsterturbinen transportieren, wenn die Bundesrepublik nicht einmal mehr in der Lage ist, ihre maroden BrĂŒcken zu sanieren?

Dann die berĂŒchtigte Achillesferse der Windkraft: Wind weht eben nicht auf Bestellung. Die Erlöse schwanken brutal, teils so weit, dass Erzeuger bei negativen Strompreisen draufzahlen mĂŒssen, um ihre Anlagen laufen zu lassen. Eine ökonomische AbsurditĂ€t, die in keinem rationalen GeschĂ€ftsmodell denkbar wĂ€re – außer im subventionsverwöhnten Paralleluniversum der deutschen Energiepolitik.

Pikant: Total fordert auch noch Geld zurĂŒck

Besonders bitter fĂŒr die Berliner Windkraft-Apostel: Der französische Konzern will nicht nur die FlĂ€chen zurĂŒckgeben, sondern auch noch seine hinterlegte Sicherheitsleistung von 750 Millionen Euro zurĂŒckbekommen. Vom – hypothetischen – Nachfolger soll obendrein ein Abschlag fĂŒr die bereits durchgefĂŒhrten Voruntersuchungen kassiert werden. Ein GeschĂ€ft mit RĂŒckfahrkarte, sozusagen.

Die Dimension des Schadens ist gewaltig: Auf den FlĂ€chen von Total sollten WindrĂ€der mit einer GesamtkapazitĂ€t von 7,5 Gigawatt entstehen – ein Volumen, das die aktuelle Offshore-KapazitĂ€t Deutschlands von unter zehn Gigawatt nahezu verdoppelt hĂ€tte. Und das Schlimmste: Rund 90 Prozent der Erlöse aus den bisherigen Offshore-Auktionen wurden bereits eingeplant – als Deckel fĂŒr Netzentgelte und Strompreise. FĂ€llt Total aus, klafft ein Loch von ĂŒber sieben Milliarden Euro in der Kasse. Friedrich Merz dĂŒrfte sich schon einmal ĂŒberlegen, welches Wahlversprechen er als nĂ€chstes kassieren muss.

BP zieht nach – der nĂ€chste Domino-Stein wackelt

Als wĂ€re das nicht genug, verdichten sich beim zweiten großen Bieter der 2023er Auktion, dem britischen Energiekonzern BP, ebenfalls die Anzeichen fĂŒr einen RĂŒckzug. Die ProjektbĂŒros in Berlin und Hamburg sollen sich Berichten zufolge in Auflösung befinden – ein deutliches Indiz dafĂŒr, dass die Vorhaben intern bereits beerdigt wurden.

Auch jenseits der deutschen Grenzen: Vom Winde verweht

Wer glaubt, das Desaster sei ein rein deutsches PhĂ€nomen, irrt gewaltig. Der baden-wĂŒrttembergische Versorger EnBW musste vor der britischen KĂŒste eine Abschreibung von 1,2 Milliarden Euro verkraften, weil die geplanten Windparks Mona und Morgan – ironischerweise gemeinsam mit BP – ohne staatliche Förderung nicht mehr realisierbar waren. Gestiegene Lieferkettenkosten, sinkende Strompreise und höhere Zinsen schlagen voll durch. Drei Milliarden Euro hatte EnBW kurz zuvor noch ĂŒber eine Kapitalerhöhung eingesammelt – ein erheblicher Teil davon wandert nun in die Tonne.

Amerika macht es genau umgekehrt

WĂ€hrend Deutschland in seinem grĂŒnen Wolkenkuckucksheim weiter Milliarden in den Wind schreibt, geht die Trump-Administration in den USA einen radikal anderen Weg. Im MĂ€rz habe Washington mit eben jenem TotalEnergies einen Deal ĂŒber eine Milliarde Dollar geschlossen – allerdings dafĂŒr, dass der Konzern seine Windprojekte vor den KĂŒsten von North Carolina und New York einstampft und stattdessen wieder in fossile Energien investiert.

Ende April folgte die nĂ€chste Runde: Bluepoint Wind und Golden State Wind erhielten zusammen knapp 900 Millionen Dollar dafĂŒr, dass sie ihre Offshore-PachtvertrĂ€ge aufgaben. Die US-Regierung nennt das pragmatisch „Investitionen in bezahlbare, zuverlĂ€ssige Energie". Genau das, was Merz und seine Große Koalition in Deutschland großspurig versprechen – wĂ€hrend hierzulande lediglich abgeschrieben statt gehandelt wird.

Was bleibt vom grĂŒnen Wirtschaftswunder?

Die nĂŒchterne Bilanz ist niederschmetternd: Eine Industrie, die jahrelang als Zukunftsbranche gepriesen wurde, verabschiedet sich klammheimlich aus dem deutschen Markt. Selbst Subventionen in Milliardenhöhe reichen offenkundig nicht mehr aus, um aus einem unwirtschaftlichen GeschĂ€ftsmodell ein lukratives zu zaubern. Die RealitĂ€t setzt sich durch – auch gegen den verbissensten ideologischen Widerstand.

Was hier in Echtzeit zusammenbricht, ist nicht weniger als das ökonomische Fundament einer Politik, die zwei Jahrzehnte lang allen Warnungen zum Trotz auf eine einzige Karte gesetzt hat. Energiewende, KlimaneutralitĂ€t bis 2045 im Grundgesetz, 500 Milliarden Euro Sondervermögen – die Liste der teuren Versprechen wird lĂ€nger, die Liste der gescheiterten Großprojekte ebenfalls. Am Ende werden es, wie immer, die Steuerzahler und Stromkunden sein, die fĂŒr die TrĂ€umereien einer Politikerklasse aufkommen mĂŒssen, die offenkundig nicht rechnen kann oder will.

Was Anleger jetzt bedenken sollten

Wer angesichts dieser politisch verursachten Verwerfungen sein Vermögen schĂŒtzen will, sollte einen nĂŒchternen Blick auf die Geschichte werfen. WĂ€hrend Subventionsmilliarden im wahrsten Sinne des Wortes verbrennen und ganze Industriezweige zusammenkrachen, haben physische Edelmetalle wie Gold und Silber ĂŒber Jahrhunderte hinweg ihre Funktion als Wertspeicher behauptet. Sie sind weder von politischen Wahlversprechen abhĂ€ngig noch von der VerlĂ€sslichkeit des Windes oder dem Wohlwollen subventionsgesteuerter Konzerne. Eine sinnvolle Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit gestreutes Anlageportfolio kann gerade in Zeiten politisch herbeigefĂŒhrter InstabilitĂ€t ein solider Anker sein.

Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel geĂ€ußerten EinschĂ€tzungen stellen die Meinung der Redaktion dar und sind ausdrĂŒcklich keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenverantwortlich zu recherchieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen. FĂŒr Anlageentscheidungen und deren Folgen ĂŒbernehmen wir keinerlei Haftung.

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