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26.01.2026
07:43 Uhr

Wählerwille gegen Parteiräson: Mehrheit der Baden-Württemberger fordert Ende der Brandmauer

Wählerwille gegen Parteiräson: Mehrheit der Baden-Württemberger fordert Ende der Brandmauer

Eine aktuelle Umfrage offenbart, was viele längst ahnten: Die sogenannte Brandmauer zur AfD steht auf tönernen Füßen – zumindest in den Köpfen der Bürger. Während die etablierten Parteien eisern an ihrer Ausgrenzungsstrategie festhalten, wünscht sich die Mehrheit der Baden-Württemberger eine pragmatischere Herangehensweise. Sieben Wochen vor der Landtagswahl im Südwesten zeigt sich einmal mehr die wachsende Kluft zwischen politischer Klasse und Bevölkerung.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Die YouGov-Umfrage im Auftrag der dpa liefert bemerkenswerte Ergebnisse: 26 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die anderen Parteien grundsätzlich bereit sein sollten, Koalitionen mit der AfD einzugehen. Weitere 24 Prozent plädieren für eine fallweise Zusammenarbeit bei einzelnen Gesetzesvorhaben. Zusammengenommen bedeutet dies: Jeder zweite Baden-Württemberger hält die Brandmauer in ihrer jetzigen Form für überholt.

Lediglich 42 Prozent lehnen eine Kooperation mit der AfD kategorisch ab. Acht Prozent äußerten keine Meinung. Diese Zahlen müssten eigentlich ein Weckruf für die demokratischen Parteien sein – doch man darf getrost davon ausgehen, dass dieser ungehört verhallt.

Parteien ignorieren den Volkswillen

Besonders pikant: Bereits vor einem Jahr zeigte eine Infratest-dimap-Umfrage ähnliche Tendenzen. Damals lag die Zustimmung zur Brandmauer mit 47 Prozent sogar noch höher als heute. Der Trend ist also eindeutig – und er geht gegen die Ausgrenzungspolitik der etablierten Parteien. Doch Grüne, CDU, SPD und FDP halten unbeirrt an ihrem Kurs fest und schließen jegliche Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus.

Man fragt sich unwillkürlich: Für wen machen diese Parteien eigentlich Politik? Offensichtlich nicht für die Mehrheit der Wähler, die sich eine sachbezogene Zusammenarbeit wünscht, statt ideologischer Grabenkämpfe.

Die Koalitionspräferenzen der Bürger

Noch aufschlussreicher sind die Ergebnisse zur Frage der bevorzugten Koalitionen. Eine Zusammenarbeit von CDU und AfD wünschen sich 20 Prozent der Befragten – nur einen Prozentpunkt weniger als das grün-schwarze Bündnis, das mit 21 Prozent kaum beliebter ist. Die vielgepriesene Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP erreicht magere 13 Prozent, während ein Ampel-Bündnis mit sieben Prozent regelrecht abgestraft wird.

Nach aktuellen Umfragen würden CDU mit 29 Prozent und AfD mit 20 Prozent gemeinsam eine parlamentarische Mehrheit erreichen. Doch statt diese Option auch nur in Betracht zu ziehen, steuert alles auf eine Fortsetzung der grün-schwarzen Koalition zu – unter veränderten Vorzeichen, versteht sich. Die Grünen würden mit prognostizierten 23 Prozent satte zehn Punkte gegenüber 2021 verlieren, während sich die AfD mehr als verdoppeln würde.

Ein Spitzenkandidat mit ungewöhnlicher Strategie

Der 34-jährige AfD-Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier tritt als Ministerpräsidentenkandidat an – allerdings mit einer bemerkenswerten Besonderheit: Er kandidiert weder in einem Wahlkreis noch auf einer Liste und will nur im Falle eines Wahlsieges von Berlin nach Baden-Württemberg wechseln. Eine unkonventionelle Strategie, die zeigt, wie sehr die AfD auf einen Durchbruch setzt.

Die Brandmauer, einst als demokratisches Bollwerk gepriesen, entpuppt sich zunehmend als das, was sie in Wahrheit ist: ein Instrument zur Machterhaltung der etablierten Parteien, das den Wählerwillen systematisch ignoriert. Wie lange sich die Bürger diese Bevormundung noch gefallen lassen, bleibt abzuwarten. Die Umfragen jedenfalls sprechen eine unmissverständliche Sprache.

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