Kettner Edelmetalle
26.01.2026
08:13 Uhr

Tragödie auf den Philippinen: Fähre sinkt in der Nacht – Dutzende Menschen vermisst

Tragödie auf den Philippinen: Fähre sinkt in der Nacht – Dutzende Menschen vermisst

Eine weitere Schiffskatastrophe erschüttert den südostasiatischen Inselstaat. In den Gewässern vor der Provinz Basilan ist in der Nacht zum Sonntag eine Passagierfähre gesunken. Die Bilanz ist verheerend: Mindestens 15 Menschen haben ihr Leben verloren, 28 weitere werden noch immer vermisst. Die Rettungskräfte kämpfen gegen die Zeit.

359 Menschen an Bord – Rettungsaktion läuft auf Hochtouren

Die M/V Trisha Kerstin 3 befand sich auf dem Weg von der Stadt Zamboanga auf der Insel Mindanao zur Insel Jolo, als sich das Unglück ereignete. Nach Angaben der philippinischen Küstenwache befanden sich 359 Menschen an Bord des Schiffes – 332 Passagiere und 27 Besatzungsmitglieder. Von diesen konnten bislang 316 Personen gerettet werden. Die Suche nach den Vermissten dauert an.

Was die Ermittler vor ein Rätsel stellt: Augenzeugen berichten übereinstimmend, dass die See zum Zeitpunkt des Unglücks ruhig gewesen sei. Schwerer Wellengang oder ein Sturm scheiden damit als Ursache offenbar aus. Die genauen Umstände, die zum Sinken der Fähre führten, werden derzeit untersucht.

Chronische Sicherheitsmängel im philippinischen Fährverkehr

Der Schiffsbetreiber Aleson Shipping Lines hat den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen und um Geduld gebeten, während die Such- und Bergungsarbeiten fortgesetzt werden. Doch Beileidsbekundungen allein werden das strukturelle Problem nicht lösen, das den philippinischen Fährverkehr seit Jahrzehnten plagt.

Das Archipel mit seinen mehr als 7.000 Inseln ist auf den Seeverkehr angewiesen. Für Millionen Filipinos gehören Fährfahrten zum alltäglichen Leben – sei es für den Weg zur Arbeit, zu Verwandten oder für den Transport von Waren. Doch die Sicherheitsstandards hinken der Realität hinterher. Überbelegung, mangelnde Wartung und unzureichende Kontrollen sind keine Ausnahme, sondern die Regel.

Eine blutige Bilanz: Die Geschichte der philippinischen Fährunglücke

Die aktuelle Tragödie reiht sich ein in eine lange Liste tödlicher Schiffsunfälle. Erst 2023 kamen bei einem verheerenden Feuer auf einer Passagierfähre im Süden des Landes fast 30 Menschen ums Leben. Die Bilder der brennenden Fähre gingen damals um die Welt.

Doch das schlimmste Unglück liegt bereits Jahrzehnte zurück und bleibt bis heute die größte Schiffskatastrophe in Friedenszeiten weltweit: 1987 kollidierte eine Fähre mit einem Tanker in philippinischen Gewässern. Mehr als 4.000 Menschen verloren damals ihr Leben – eine Zahl, die selbst die Opferbilanz der Titanic in den Schatten stellt.

Behörden unter Druck – Reformen überfällig

Die Frage, die sich nach jedem dieser Unglücke stellt, bleibt dieselbe: Wann werden die philippinischen Behörden endlich durchgreifende Maßnahmen ergreifen? Die Antwort scheint ernüchternd. Trotz wiederholter Tragödien hat sich an den grundlegenden Problemen wenig geändert. Korruption, mangelnde Ressourcen für Kontrollen und wirtschaftlicher Druck auf die Betreiber bilden einen toxischen Mix, der immer wieder Menschenleben fordert.

Während die Rettungskräfte vor Basilan weiter nach den 28 Vermissten suchen, bleibt den Angehörigen nur das bange Warten. Die Hoffnung schwindet mit jeder Stunde, die verstreicht. Und die bittere Gewissheit wächst, dass auch dieses Unglück nicht das letzte seiner Art gewesen sein wird.

Wissenswertes zum Thema