
StraĂe von Hormus: Teheran diktiert Washington sechs harte Bedingungen

Der Iran verlangt fĂŒr die Wiederöffnung der wichtigsten Ăl-Ader der Welt einen Preis, der es in sich hat. Der SekretĂ€r des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohammad Bagher Zolghadr, legte laut einem Bericht der "New York Times" eine Liste mit sechs Forderungen vor â darunter Kriegsreparationen, das Ende der Seeblockade und den Abzug amerikanischer StreitkrĂ€fte aus der Region. Das WeiĂe Haus schwieg zunĂ€chst.
Sechs Punkte, die es in sich haben
Staatliche iranische Medien veröffentlichten die Bedingungen im Wortlaut. SinngemÀà fordert Teheran:
- keinerlei Drohungen oder Beleidigungen gegen den Iran mehr
- ein dauerhaftes Ende der Angriffe auf den Iran und seine VerbĂŒndeten im Libanon, in PalĂ€stina, im Jemen und im Irak
- Aufhebung der Seeblockade und Abzug von US-Marine- und LuftstreitkrÀften aus der Region
- vollstĂ€ndige EntschĂ€digung fĂŒr die SchĂ€den zweier Kriege
- Aufhebung sÀmtlicher Sanktionen
- bedingungslose Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte
Zolghadr erklĂ€rte laut Staatsmedien, es handle sich um die Forderungen des iranischen Volkes, das seit einhundertsechzig Tagen unablĂ€ssig auf den PlĂ€tzen und StraĂen danach rufe.
Warum diese Meerenge ĂŒber Europas Wohlstand mitentscheidet
Die StraĂe von Hormus ist an ihrer engsten Stelle kaum breiter als der Bodensee lang â und dennoch flieĂt durch sie ein erheblicher Teil des weltweit seeseitig transportierten Rohöls und FlĂŒssiggases. Wer diesen Trichter kontrolliert, hĂ€lt die Hand am Ventil der Weltwirtschaft.
FĂŒr Deutschland, das seine Energieversorgung in den vergangenen Jahren nach Ansicht vieler Kritiker aus ideologischen GrĂŒnden sehenden Auges verwundbar gemacht hat, ist das keine ferne Nachricht aus dem Nahen Osten. Es ist eine Frage von Strompreisen, Industriestandorten und ArbeitsplĂ€tzen.
Washington auffÀllig leise
Bemerkenswert ist die ZurĂŒckhaltung der US-Regierung. Selbst nachdem der Iran angekĂŒndigt hatte, Schiffe mit US- oder Israel-Bezug dĂŒrften die Passage erst nach Aufhebung der Sanktionen und Zahlung von EntschĂ€digungen nutzen, blieb ein öffentlicher Widerspruch aus dem WeiĂen Haus aus.
Finanzminister Scott Bessent deutete in einem am Freitag veröffentlichten Interview sogar an, eine Einigung stehe unmittelbar bevor. Ein US-Vertreter wurde von Reuters mit den Worten zitiert, sobald der kommerzielle Schiffsverkehr ungehindert wiederhergestellt sei, werde die Blockade iranischer HÀfen aufgehoben.
Zugleich berichtet die "New York Times", die USA hĂ€tten erst in den vergangenen Tagen weitere Sanktionen verhĂ€ngt. Ein Kurs, der widersprĂŒchlicher kaum sein könnte.
Guter Cop, böser Cop in Teheran
WĂ€hrend ein Armeesprecher die neuen Regeln in der Meerenge laut Al Jazeera als "unumkehrbar" bezeichnete, schlug PrĂ€sident Masoud Pezeshkian mildere Töne an: Der Krieg mĂŒsse irgendwann enden, sein Land sei bereit, ein Memorandum als Grundlage zu akzeptieren â sofern Washington das von ihm geschaffene Klima des Misstrauens aufgebe.
Beobachter werten die Eskalation der Forderungen als Zeichen dafĂŒr, dass die Hardliner in Teheran Oberwasser bekommen könnten. Aus Sicht unserer Redaktion gilt: Wer nach dem Verstummen der Bomben SchwĂ€che signalisiert, lĂ€dt zu neuen Forderungen ein.
Was das fĂŒr Anleger bedeutet
Geopolitische Unsicherheit dieser GröĂenordnung schlĂ€gt erfahrungsgemÀà auf Ăl- und Energiepreise durch â und damit frĂŒher oder spĂ€ter auf die Inflation. Physisches Gold und Silber haben in solchen Phasen historisch ihre Rolle als krisenfeste ErgĂ€nzung eines breit gestreuten Vermögens gezeigt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.
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