Kettner Edelmetalle
21.09.2026
06:21 Uhr
KI-generiert

SchĂĽsse bei ICE-Einsatz in Texas: Jetzt ermitteln die Texas Rangers

In Austin hat ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde ICE am Sonntagnachmittag einen Mann im Auto angeschossen und schwer verletzt. Der Vorfall ereignete sich im Norden der texanischen Hauptstadt. Bürgermeister Kirk Watson sprach von einem Zustand, der ernst, aber stabil sei – und verlangte eine unabhängige Aufklärung.

Ein Schuss in den Oberkörper – und viele offene Fragen

Nach Angaben der örtlichen Polizei traf mindestens ein Schuss den Mann im Bereich des Oberkörpers. Ob die Kugel von vorn oder von hinten eindrang, war zunächst unklar. Fotos vom Tatort zeigen einen dunkelblauen Toyota Corolla unter einer Überführung, mit Beschädigungen an der Beifahrerseite und offenbar Einschusslöchern.

Medienberichten zufolge identifizierte eine Anwältin den Verletzten als einen 28-jährigen Venezolaner, der als Lieferfahrer gearbeitet haben soll. Das US-Heimatschutzministerium erklärte auf der Plattform X, der Mann habe sich illegal im Land aufgehalten und befinde sich nun in Bundesgewahrsam, bevor er abgeschoben werde.

Stadtpolitiker erheben schwere VorwĂĽrfe

Austins Polizeichefin Lisa Davis erklärte, möglicherweise sei dem Schuss eine Verfolgung zu Fuß vorausgegangen – die Informationen seien aber vorläufig. Beide, Davis und Watson, betonten: Die städtische Polizei war an den Schüssen nicht beteiligt.

Ein Mitglied des Stadtrats warf dem Beamten laut Berichten vor, er habe das Auto des Mannes gerammt, sei ausgestiegen und habe mindestens fünfmal geschossen. Belegt ist diese Darstellung bislang nicht. Der zuständige Kongressabgeordnete Greg Casar forderte die sofortige Veröffentlichung sämtlicher Bodycam-Aufnahmen und sprach vom „Horror“, der nach Austin gekommen sei.

„Ich bin wütend – aber überrascht bin ich überhaupt nicht“, zitieren US-Medien den Bürgermeister sinngemäß mit Blick auf ähnliche Fälle in anderen Städten.

Wer kontrolliert die Kontrolleure?

Watson hält eine rein interne ICE-Untersuchung für unzureichend. Er kündigte an, dass neben der Stadtpolizei auch die Texas Rangers beteiligt würden. Auch die Staatsanwaltschaft des Bezirks Travis County verlangte Zugang zu den Beweismitteln.

Am Tatort versammelten sich rund hundert Demonstranten. Einsatzkräfte setzten Berichten zufolge Pfefferkugeln ein, um die Straße zu räumen.

Ein Muster – oder Einzelfälle?

Der Fall reiht sich in eine Serie umstrittener Einsätze. Anfang des Jahres sorgten tödliche Schüsse in Minnesota für Empörung, bei denen zwei US-Bürger starben; der verantwortliche ICE-Funktionär Gregory Bovino musste seinen Posten räumen. Im Juli wurden Berichten zufolge ein 52-jähriger Mann in Houston erschossen und ein 25-jähriger Kolumbianer in Maine angeschossen.

Präsident Donald Trump setzt seit seinem Amtsantritt auf Massenabschiebungen und hat ICE personell massiv aufgerüstet. Dass ein Staat seine Grenzen und sein Aufenthaltsrecht durchsetzt, ist aus Sicht unserer Redaktion legitim – in Deutschland fehlt genau dieser Durchsetzungswille seit Jahren schmerzlich.

Doch Härte ersetzt keine Rechtsstaatlichkeit. Wer Vollzugsbeamten Waffen und weitreichende Befugnisse gibt, muss unabhängige Kontrolle aushalten – sonst verspielt er jene Legitimität, die eine konsequente Migrationspolitik überhaupt erst trägt. Genau darum wird in Austin nun gerungen.

Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechtsberatung dar.

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