Kettner Edelmetalle
24.01.2026
19:44 Uhr

SAP-Chef mischt sich in Politik ein: Konzernlenker warnt vor demokratischer Partei

SAP-Chef mischt sich in Politik ein: Konzernlenker warnt vor demokratischer Partei

Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel, das sich derzeit in der deutschen Wirtschaftslandschaft abspielt. Christian Klein, Vorstandsvorsitzender des Softwareriesen SAP, hat sich in einem Podcast des Nachrichtenmagazins POLITICO zu Wort gemeldet und vor den Folgen eines politischen Erfolgs der AfD gewarnt. Man reibt sich verwundert die Augen: Seit wann ist es die Aufgabe von Konzernchefs, den Bürgern vorzuschreiben, welche demokratisch zugelassene Partei sie zu wählen haben?

Wirtschaftsbosse als selbsternannte Politikberater

Klein äußerte sich im Berlin Playbook Podcast unmissverständlich: "Mit der Politik der AfD, würden Sie sich da willkommen fühlen? Absolut nein." Eine bemerkenswerte Aussage, die man durchaus als Anmaßung interpretieren könnte. Denn während der SAP-Chef fleißig Wahlempfehlungen ausspricht, räumt er gleichzeitig ein, selbst frustriert über die bestehenden politischen Defizite zu sein. "Ich bin auch frustriert über die Regulierung und über den Mangel an Digitalisierung", gestand er ein.

Hier offenbart sich ein eklatanter Widerspruch: Einerseits kritisiert Klein die etablierten Parteien für ihre Versäumnisse, andererseits warnt er vor der einzigen Kraft, die einen echten Politikwechsel verspricht. Die Lösungen der AfD seien "relativ dünn", behauptet der Konzernchef. Doch hat er sich die Mühe gemacht, das Programm tatsächlich zu studieren? Oder wiederholt er lediglich die üblichen Phrasen des politisch-medialen Establishments?

Das Fachkräfte-Argument als Totschlagkeule

Besonders aufschlussreich ist Kleins Argumentation bezüglich der Fachkräfte. SAP brauche Menschen aus dem Ausland, etwa aus Indien, den USA oder Skandinavien. "Wir brauchen auch Menschen, die nach Deutschland kommen", betonte er. Mit Blick auf die AfD-Politik wäre dies aus seiner Sicht gefährdet – "ein fatales Zeichen".

Was Klein dabei geflissentlich verschweigt: Die AfD wendet sich nicht gegen qualifizierte Zuwanderung, sondern gegen unkontrollierte Migration. Es ist ein fundamentaler Unterschied, ob hochqualifizierte Fachkräfte nach Deutschland kommen oder ob die Grenzen für jedermann offenstehen. Diese Differenzierung scheint dem SAP-Chef jedoch nicht geläufig zu sein – oder er ignoriert sie bewusst.

Appell an die "etablierten Parteien"

Klein richtete auch einen Appell an die etablierten Parteien, das "Parteibuch ein bisschen zu vergessen" und sich auf das Wichtige für Deutschland zu konzentrieren. Wirtschaftswachstum und europäische Geschlossenheit seien entscheidend. "Wir brauchen einfach Wirtschaftswachstum, weil das ist dann auch eine gewisse Stärke. Wir brauchen Europa", so der SAP-Chef.

Doch genau hier liegt der Hund begraben: Unter der Führung eben jener etablierten Parteien ist Deutschland wirtschaftlich abgerutscht, die Bürokratie explodiert, und die Energiekosten treiben Unternehmen aus dem Land. Die Große Koalition unter Friedrich Merz hat bereits ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen beschlossen, das kommende Generationen mit Schulden belastet. Ist das die Politik, die Klein sich wünscht?

Wenn Konzerne Politik machen wollen

Es ist bezeichnend für den Zustand unserer Demokratie, wenn Wirtschaftsführer meinen, den Bürgern Wahlempfehlungen geben zu müssen. Statt sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, spielen sie sich als moralische Instanzen auf. Dabei sollte gerade ein Unternehmen wie SAP, das von der Digitalisierung lebt, sich fragen, warum Deutschland in diesem Bereich so weit zurückgefallen ist – und zwar unter der Ägide genau jener Parteien, die Klein nun verteidigt.

Die Bürger sind mündig genug, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Sie brauchen keine Belehrungen von Konzernchefs, die in ihren Vorstandsetagen weit entfernt von den alltäglichen Sorgen der Menschen leben. Die zunehmende Kriminalität, die explodierenden Lebenshaltungskosten, die marode Infrastruktur – das sind die Themen, die die Menschen bewegen. Und wenn die etablierten Parteien darauf keine Antworten haben, werden die Bürger eben nach Alternativen suchen. Das ist Demokratie.

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