
Putin sieht "Chance" auf Frieden â und wirft Kiew Staatsterror vor

Wladiwostok, Fernost-Gipfel der Machtspiele: Auf dem Eastern Economic Forum hat Kremlchef Wladimir Putin am Donnerstag erklĂ€rt, ein Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Krieges sei weiterhin möglich. Fast im selben Atemzug beschuldigte er Kiew des "Staatsterrorismus". In Kiew wiederum ist von einer "neuen Dynamik" in den FriedensbemĂŒhungen die Rede â laut Reuters.
Es ist die vielleicht widersprĂŒchlichste Woche dieses Krieges, der inzwischen im fĂŒnften Jahr tobt. WĂ€hrend Diplomaten von Bewegung sprechen, eskaliert der Luftkrieg â und trifft plötzlich auch den Zivilverkehr.
Die KanĂ€le sind offen â ĂŒber die Geheimdienste
Auf die Frage eines Reporters, ob es Chancen auf eine Regelung gebe, antwortete Putin dem Wortlaut der staatlichen Transkription zufolge bejahend. Einigen mĂŒssten sich aber vor allem Russland und die Ukraine selbst. China halte den Konflikt konstant im Blick und setze auf eine friedliche Lösung.
Bemerkenswert: Putin bestÀtigte, dass zwischen beiden Seiten eine offene Kontaktlinie existiere.
"Kontakte existieren tatsĂ€chlich. Sie werden auch im derzeitigen Modus fortgesetzt, vor allem ĂŒber die Spezialdienste."
Ăber diese KanĂ€le laufen mutmaĂlich die inzwischen fast routinierten Gefangenenaustausche. Diplomatie im Halbdunkel â wĂ€hrend an der Front weiter gestorben wird.
Drohnen ĂŒber Russland â Airlines drehen ab
Der Grund fĂŒr Putins scharfen Ton: Wolodymyr Selenskyj hatte angekĂŒndigt, den russischen Luftraum durch massiv verstĂ€rkte Drohnen- und Raketenangriffe faktisch unpassierbar zu machen, und internationale Fluggesellschaften ungewöhnlich deutlich gewarnt. Putin nannte Drohungen gegen Zivilflugzeuge eine "Erscheinungsform des Staatsterrorismus" â das erschwere bilaterale FriedensgesprĂ€che erheblich. ZusĂ€tzlich verwies er auf die Beschlagnahme eines russischen Schiffs durch Norwegen und kritisierte das Schweigen des Westens.
Die Folgen sind messbar. Medienberichten zufolge strich die tĂŒrkische Pegasus Airlines am 1. und 2. September zwölf Russland-FlĂŒge und begrĂŒndete dies mit betrieblichen GrĂŒnden; mehrere Maschinen auf dem Weg nach Moskau kehrten um, an Moskauer FlughĂ€fen kam es zu Dutzenden Annullierungen und VerspĂ€tungen. Die UN-Zivilluftfahrtorganisation ICAO rief zum verstĂ€rkten Schutz von Passagiermaschinen auf â ohne ein Land direkt zu nennen.
Zwei Seiten, die sich eingemauert haben
Selenskyj hat offen erklĂ€rt, die russische Gesellschaft solle den Schmerz des Krieges ebenso spĂŒren wie die ukrainische â bis der Kreml an den Verhandlungstisch komme. Im Sommer trafen ukrainische Drohnen selbst Logistikzentren des Online-HĂ€ndlers Wildberries. Der Kreml wiederum fĂŒhrt seinen Angriffskrieg formal weiter als "spezielle MilitĂ€roperation".
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt diese Woche vor allem eines: Beide Seiten reden von Frieden und handeln nach der Logik der Eskalation. Wer aus Berlin oder BrĂŒssel hofft, ein Durchbruch stehe bevor, unterschĂ€tzt, wie tief sich die Positionen verhĂ€rtet haben.
Was das fĂŒr europĂ€ische Sparer bedeutet
FĂŒr Deutschland ist der Krieg lĂ€ngst keine ferne Nachricht mehr, sondern Preistreiber bei Energie, RĂŒstungsausgaben und Staatsschulden. Geopolitische Unsicherheit dieser GröĂenordnung hat historisch stets die Nachfrage nach krisenfesten Sachwerten befeuert â physisches Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als Versicherung gegen politische Schockwellen und können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger muss eigenstĂ€ndig recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Entscheidungen selbst.
- Themen:
- #Energie










