
Mordaufruf im Podcast: Wenn ein Rapper zum bewaffneten Umsturz aufruft â und der Rechtsstaat schweigt

Es gibt SĂ€tze, die wĂŒrden in diesem Land eine Lawine auslösen. Hausdurchsuchungen im Morgengrauen, Brennpunkt-Sondersendungen, betroffene Talkshow-Runden, mahnende Worte aus dem Bundesinnenministerium. Vorausgesetzt, sie kĂ€men von der falschen Seite. Kommen sie aber von links, dann geschieht: nichts.
Der Rapper Beslik, ein in den Formaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gern gesehener Gast, hat im Podcast âTake me SpĂ€tiâ nach Angaben des Berichts offen zum gewaltsamen Sturz der Regierung aufgerufen. Wörtlich soll er gesagt haben, man mĂŒsse die Regierung mit Waffengewalt stĂŒrzen. Anders gehe es nicht, er meine das zu hundert Prozent ernst. Auf die Nachfrage, wozu man denn Waffen zu Hause brauche, habe er lapidar geantwortet: um die Regierung zu stĂŒrzen.
Vom Tomatenwurf zum Lynchmord â in einem einzigen Halbsatz
Es blieb nicht bei der Systemfrage. Als die Moderatorin scherzhaft anmerkte, sie sei dafĂŒr, Leute auf dem Dorfplatz mit Tomaten zu bewerfen, habe Beslik ergĂ€nzt: âJa. Oder lyncht.â Und als selbst der GesprĂ€chspartnerin sichtlich mulmig wurde, habe er nachgeschoben, wen er meine â Politiker.
Wer öffentlich das Lynchen von Politikern in ErwĂ€gung zieht, hat die Grenze zwischen Provokation und Aufruf zur Gewalt nicht ĂŒberschritten, sondern eingerissen.
Dass hier nicht ein Kabarettist mit den Grenzen der Satire spielt, sondern jemand aus einer klar linksradikalen Denkschule argumentiert, machte er selbst deutlich, indem er ausgerechnet Lenin bemĂŒhte â jenen Mann, dessen Revolution Millionen Menschen das Leben kostete. Der zitierte Witz ĂŒber die deutschen RevolutionĂ€re, die sich am Bahnhof erst brav eine Fahrkarte lösen wĂŒrden, ist alt. Neu ist, dass ihn jemand im Jahr 2026 als Handlungsaufforderung versteht.
Zweierlei MaĂ â das Grundgesetz nach Gesinnung
Zwei Wochen nach Ausstrahlung: keine Konsequenzen. Kein Ermittlungsverfahren, das öffentlich geworden wĂ€re, keine Recherche-Einheit des Beitragsfunks, die sich empört, keine Sonderausgabe irgendeines Magazins. Man stelle sich einmal das exakte Gegenbild vor: Ein konservativer Musiker fordert im Netz Waffengewalt gegen die Regierung. Die Republik stĂŒnde kopf.
Der Kontrast ist erdrĂŒckend. Jahrelang wurden BĂŒrger, die wĂ€hrend der Pandemie staatliche MaĂnahmen kritisierten, unter dem Kunstbegriff der âverfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staatesâ beobachtet. Wer die Reform oder Abschaffung des Zwangsbeitragsfunks fordert, gilt schnell als Staatsfeind. Wer aber zum Lynchen aufruft, wird bei âGefragt â Gejagtâ platziert und von funk mit dem Hinweis beworben, er brauche âdringend mehr Hypeâ. Finanziert â man muss es so deutlich sagen â vom GebĂŒhrenzahler, dessen gewĂ€hlte ReprĂ€sentanten hier zum Abschuss freigegeben werden.
Ein Staat, der auf dem linken Auge blind bleibt
Man muss kein Freund der amtierenden GroĂen Koalition sein, um zu erkennen, worum es hier geht. Es geht nicht um Merz, nicht um Klingbeil, nicht um irgendeine Regierungspolitik. Es geht um die schlichte Frage, ob in Deutschland fĂŒr alle dasselbe Recht gilt. Ein Rechtsstaat, der StraftatbestĂ€nde nach politischer Gesinnung des TĂ€ters sortiert, ist kein Rechtsstaat mehr, sondern ein Gesinnungsapparat mit juristischer Fassade.
Und genau dieses GefĂŒhl â die Erosion staatlicher VerlĂ€sslichkeit, die schleichende Aushöhlung von Gleichbehandlung und Ordnung â treibt Millionen Deutsche um. Es ist nicht allein die Meinung unserer Redaktion, sondern die Wahrnehmung eines erheblichen Teils der Bevölkerung: Dieser Staat schĂŒtzt nicht mehr zuverlĂ€ssig seine BĂŒrger, sondern seine bevorzugten Milieus. Wer Vertrauen zurĂŒckgewinnen will, mĂŒsste hier konsequent durchgreifen. Stattdessen: Schweigen.
Wenn selbst der Gewaltmonopol-Anspruch des Staates zur Verhandlungsmasse politischer Sympathien wird, sollten sich BĂŒrger fragen, worauf sie sich noch verlassen können. Institutionelles Vertrauen ist ein Gut, das rasend schnell verfĂ€llt â Ă€hnlich wie Papiergeld. Wer fĂŒr sich BestĂ€ndigkeit sucht, findet sie traditionell eher in Sachwerten, die niemand per Dekret entwerten oder per GesinnungsprĂŒfung entziehen kann. Physisches Gold und Silber gehören seit Jahrtausenden zu dieser Kategorie und haben sich in politisch unruhigen Zeiten als sinnvolle Beimischung eines breit gestreuten Vermögens bewĂ€hrt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Er gibt ausschlieĂlich die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine finanziellen Entscheidungen selbst. FĂŒr rechtliche oder steuerliche Fragen wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder Steuerberater. Eine Haftung fĂŒr VermögensschĂ€den ist ausgeschlossen.










