
Milliarden-Desaster in der Nordsee: EnBW versenkt 1,2 Milliarden Euro im britischen Windpark-Abenteuer

Die Energiewende fordert ihren nĂ€chsten Tribut â und diesmal ist er gewaltig. Der Energiekonzern EnBW muss eine Abschreibung von sage und schreibe 1,2 Milliarden Euro verkraften, nachdem das Unternehmen seine ambitionierten Offshore-Windparkprojekte in der irischen See aufgeben musste. Ein LehrstĂŒck darĂŒber, wie politische WunschtrĂ€ume an der harten RealitĂ€t der Wirtschaftlichkeit zerschellen.
Ohne Subventionen keine WindrĂ€der â die bittere Wahrheit der grĂŒnen Energie
Die Projekte Mona und Morgan sollten einst Vorzeigeprojekte der deutsch-britischen Energiekooperation werden. Doch nun steht fest: Ohne staatliche Förderung lassen sich diese gigantischen Anlagen schlicht nicht wirtschaftlich betreiben. EnBW nahm gemeinsam mit dem Partner Jera Nex BP an einer britischen Auktion fĂŒr sogenannte DifferenzvertrĂ€ge teil â jene Mechanismen, die Betreibern ĂŒber viele Jahre hinweg feste Strompreise garantieren. Der Zuschlag blieb aus.
Was bedeutet das konkret? Der Konzern teilte unmissverstĂ€ndlich mit, man habe âkeine staatliche Förderung" erhalten. Damit bricht die gesamte Kalkulationsgrundlage zusammen wie ein Kartenhaus im Sturm. Die vermeintlich zukunftsweisende Technologie entpuppt sich als das, was kritische Stimmen schon lange vermuteten: ein Subventionsgrab, das ohne permanente staatliche Alimentierung nicht ĂŒberlebensfĂ€hig ist.
Millionen versickert â noch bevor sich ein einziger Rotor drehte
Besonders bitter schmeckt die Erkenntnis, dass EnBW ĂŒber Jahre hinweg massiv in diese Projekte investiert hat. FlĂ€chensicherung, Umweltgutachten, Netzanschlusskonzepte, Projektentwicklung â die Liste der Ausgaben ist lang. All diese Investitionen galten als werthaltig, solange die Hoffnung auf Subventionen bestand. Nach dem Scheitern bei der Auktion sind diese Gelder faktisch verloren.
Die Wirtschaftlichkeit sei ânach MaĂstĂ€ben und Kriterien" nicht mehr gegeben, erklĂ€rte der Konzern in einer bemerkenswert nĂŒchternen Stellungnahme.
Der Konzern betont zwar gebetsmĂŒhlenartig, die MaĂnahme sei nicht liquiditĂ€tswirksam. Doch was heiĂt das schon? Das Kapital ist wirtschaftlich verloren, unwiederbringlich versenkt in der irischen See â nur eben ohne dass jemals ein Windrad dort gestanden hĂ€tte.
RWE rÀumt ab, EnBW geht leer aus
WĂ€hrend EnBW mit leeren HĂ€nden dasteht, konnte sich der Konkurrent RWE den Löwenanteil der britischen Förderzusagen sichern. Der Wettbewerber erhĂ€lt fĂŒr mehrere Projekte feste VergĂŒtungen ĂŒber einen Zeitraum von 20 Jahren. Dies verdeutlicht, wie gnadenlos der Preiswettbewerb in der Offshore-Windbranche geworden ist. Steigende Kosten in den Lieferketten und höhere Zinsen verschĂ€rfen die ohnehin angespannte Lage zusĂ€tzlich.
Der Stromkunde zahlt am Ende immer die Zeche
Formell zahlt der Stromkunde die Abschreibung nicht direkt. Doch wer glaubt, solche Verluste blieben ohne Konsequenzen, der irrt gewaltig. EnBW versorgt rund 5,5 Millionen Energieverbraucher in Deutschland. Sinkende Gewinne schrÀnken InvestitionsspielrÀume ein und erhöhen unweigerlich den Druck auf Strompreise, Netzentgelte und langfristige Kalkulationen.
Der Konzern priorisiert nun Investitionen in Deutschland und plant bis 2030 Ausgaben von bis zu 50 Milliarden Euro, vornehmlich fĂŒr den Netzausbau. Projekte ohne Förderung fallen diesem Kurswechsel zum Opfer. FĂŒr den deutschen Verbraucher bedeutet dies: Die Fehlinvestitionen der Vergangenheit verschwinden nicht einfach, nur weil sie bilanziell abgewickelt werden. Sie werden Teil der Stromrechnung â auf die eine oder andere Weise.
Die Windenergie auf See bleibt ein HochrisikogeschÀft
Die aktuelle Abschreibung markiert eine strategische ZĂ€sur fĂŒr EnBW. Ohne staatliche Förderung, ohne gesicherte Preise und ohne ausreichende Rendite zieht der Konzern die ReiĂleine. Die Offshore-Windkraft entlarvt sich damit endgĂŒltig als das, was sie ist: ein HochrisikogeschĂ€ft, dessen Kosten am Ende immer beim Stromkunden landen.
Unklar bleibt derweil die Zukunft des Projekts Morven vor Schottland, an dem EnBW ebenfalls mit Jera Nex BP zusammenarbeitet. Das Projekt befindet sich noch in einem frĂŒhen Stadium â ob es jemals realisiert wird, steht in den Sternen.
Dieses Debakel sollte all jenen zu denken geben, die noch immer glauben, die Energiewende lieĂe sich ohne massive und dauerhafte staatliche Eingriffe bewerkstelligen. Die RealitĂ€t spricht eine andere Sprache: 1,2 Milliarden Euro, versenkt in der irischen See, ohne dass jemals ein Kilowatt Strom produziert wurde. Ein teures LehrstĂŒck ĂŒber die Grenzen grĂŒner TrĂ€umereien.










