Kettner Edelmetalle
10.08.2023
10:52 Uhr

Jugendliche in Deutschland: Mehrheit finanziell abhÀngig

Ein alarmierender Trend zeichnet sich in der deutschen Jugend ab. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) sind 61 Prozent der jungen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren finanziell von familiĂ€rer oder staatlicher UnterstĂŒtzung abhĂ€ngig. Nur eine Minderheit von 38 Prozent erwirtschaftet ihr Haupteinkommen selbst. Diese Zahlen wurden anlĂ€sslich des Internationalen Tags der Jugend am 12. August veröffentlicht und basieren auf Ergebnissen des Mikrozensus 2022.

AbhĂ€ngigkeit von familiĂ€rer und staatlicher UnterstĂŒtzung

Interessant ist, dass die HĂ€lfte der 15- bis 24-JĂ€hrigen (50 Prozent) hauptsĂ€chlich vom Einkommen der Eltern oder anderer Angehöriger lebt. Jeder neunte junge Mensch (11 Prozent) bezieht sein Haupteinkommen aus öffentlichen Leistungen, wĂ€hrend fĂŒr knapp 1 Prozent ein eigenes Vermögen die Haupteinkommensquelle darstellt.

Bei den VolljÀhrigen bis 24 Jahre sieht die Situation etwas anders aus. Hier lebt die HÀlfte vom eigenen Einkommen, wÀhrend 36 Prozent auf das Einkommen von Angehörigen angewiesen sind.

Vergleich mit der Vergangenheit

Die heutigen VerhĂ€ltnisse sind ein starkes Indiz fĂŒr den schleichenden Wandel in unserer Gesellschaft. Im Jahr 1992 bestritt noch die HĂ€lfte der 15- bis 24-JĂ€hrigen ihren Lebensunterhalt hauptsĂ€chlich aus eigener ErwerbstĂ€tigkeit. Damals waren 50 Prozent – und damit 11 Prozentpunkte weniger als 2022 – hauptsĂ€chlich auf finanzielle UnterstĂŒtzung angewiesen.

Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte spiegelt auch wider, dass sich ein immer grĂ¶ĂŸerer Teil der Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 Jahren noch in Schule, Studium oder Ausbildung befindet.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat die Situation der jungen Menschen weiter verschĂ€rft. Der Anteil der 15- bis 24-JĂ€hrigen, die weder einer Schul- oder Berufsausbildung noch einer ErwerbstĂ€tigkeit nachgehen, lag 2022 bei 6,8 Prozent. Dieser Anteil ist zwar gegenĂŒber den ersten beiden Corona-Jahren 202 (7,4 Prozent) und 2021 (7,8 Prozent) wieder gesunken, liegt aber ĂŒber dem Zehnjahrestief von 5,7 Prozent aus dem Vor-Corona-Jahr 2019.

Ein kritischer Blick auf die Zukunft

Diese Zahlen werfen ernste Fragen auf. Wie kann es sein, dass in einem der reichsten LĂ€nder der Welt so viele junge Menschen auf UnterstĂŒtzung angewiesen sind? Ist das ein Zeichen fĂŒr ein Versagen unseres Bildungs- und Sozialsystems? Oder ist es ein Hinweis auf eine Generation, die sich zu sehr auf die UnterstĂŒtzung anderer verlĂ€sst?

Es ist Zeit, dass wir uns diesen Fragen stellen und Lösungen finden, um die finanzielle UnabhÀngigkeit unserer Jugend zu fördern. Ansonsten riskieren wir, eine Generation von Menschen heranzuziehen, die nicht in der Lage ist, auf eigenen Beinen zu stehen und ihre Zukunft selbst zu gestalten.

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