Kettner Edelmetalle
19.08.2023
10:00 Uhr

Goldpreis: Wann kapitulieren die Long-Spekulanten?

Die Netto-Long-Position der mit Gold-Futures handelnden US-Spekulanten ist auf den niedrigsten Stand seit Anfang MÀrz gesunken. Aber es gibt nach unten noch Spielraum. Der Goldpreis ist am Freitag mit dem vierten Wochenverlust in Folge aus dem Handel gegangen. Die Woche war geprÀgt von Erwartungen, dass der US-Leitzins-Anstieg noch nicht beendet ist, von anziehenden Anleihen-Renditen und neuen Warnsignalen aus Richtung China.

Die Stimmung auf dem Goldmarkt

Im Handel mit Gold-Futures am US-Terminmarkt sehen wir eine zunehmende Verstimmung unter Long-Spekulanten. Gold ist unter institutionellen Anlegern derzeit nicht sonderlich gefragt. Die Stimmung auf dem Goldmarkt hat sich weiter eingetrĂŒbt, sie ist aber noch nicht am Boden. Hier sank die Netto-Short-Position der „Commercials“ gegenĂŒber Vorwoche um weitere 15 Prozent auf 141.930 Kontrakte. Das heißt, diese kommerziellen HĂ€ndler standen unter dem Strich mit umgerechnet 441 Tonnen Gold auf der Verkaufsseite.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis auf Basis der US-Futures (Dezember-Kontrakt) beendete die Handelswoche mit 1.918 US-Dollar pro Unze. Damit kam der Preis gegenĂŒber Vorwoche um 1,4 Prozent zurĂŒck. Dabei sank der Goldpreis im Wochenverlauf erneut kontinuierlich. Deutlich wird dabei, dass sich Gold mit Eröffnung des US-Terminhandels zunĂ€chst erholte, um etwa nach einer Stunde abverkauft zu werden. Der Kurs schloss zum Wochenende nur etwa 4 US-Dollar ĂŒber dem Wochentief.

Gold-Ausblick

Wir sehen noch keinen kompletten Ausverkauf an der COMEX, obwohl die positive Stimmung unter Long-Spekulanten bereits deutlich gesunken ist. Kurzfristig negativ ist die Tatsache, dass der Open Interest bei fallendem Goldpreis stieg. Das ist ein Signal zunehmender MarktschwĂ€che. Aber zur mittelfristigen Einordnung: Die letzte große AufwĂ€rtsbewegung beim Goldpreis sahen wir Anfang November 2022. Damals war die Netto-Long-Position des „Managed Money“ zuvor zehn Wochen lang negativ – mit dem Tief von -43.094 Kontrakten am 27. September 2022.

Derzeit sehen wir im Options-Handel auch noch einen ausgeprĂ€gten Optimismus unter GoldhĂ€ndlern. Allerdings muss die Stimmung auf dem Goldmarkt nicht komplett am Boden liegen, um die Basis fĂŒr das Ende der seit Mai laufende Konsolidierung zu schaffen. Kurzfristig gibt es bereits Indikatoren fĂŒr eine mögliche Gegenbewegung. Aber dies wĂ€re noch kein Garant fĂŒr eine wirklich krĂ€ftige und nachhaltige AufwĂ€rtsbewegung beim Goldpreis.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt. Doch eines ist klar: In unsicheren Zeiten wie diesen zeigt sich erneut, wie wichtig Gold als sicherer Hafen fĂŒr Anleger ist.

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