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21.02.2026
08:58 Uhr

Filmstiftungschef kassiert Viertelmillion – auf Kosten der Steuerzahler und Rundfunkbeitragszahler

Filmstiftungschef kassiert Viertelmillion – auf Kosten der Steuerzahler und Rundfunkbeitragszahler

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Film- und Medienstiftung NRW, Walid Nakschbandi, hat in seinem ersten Amtsjahr satte 255.000 Euro eingestrichen. Eine Summe, die dem Gehalt des nordrhein-westfĂ€lischen MinisterprĂ€sidenten Hendrik WĂŒst entspricht – jenem Mann also, der immerhin das bevölkerungsreichste Bundesland der Republik regiert. Diese Zahlen gehen aus dem Beteiligungsbericht 2024 des Landes hervor, und sie werfen ein grelles Schlaglicht auf die SelbstbedienungsmentalitĂ€t im deutschen Kulturapparat.

Mehr Geld als die VorgĂ€ngerin – wofĂŒr eigentlich?

Besonders pikant: Nakschbandi verdient 14.000 Euro mehr als seine VorgĂ€ngerin Petra MĂŒller, die Ende 2023 ausschied und in ihrem letzten Jahr 241.000 Euro erhielt. In den beiden Jahren davor waren es noch 213.000 Euro gewesen. Die GehĂ€lter steigen also munter weiter – wĂ€hrend der durchschnittliche Arbeitnehmer in Deutschland froh sein kann, wenn seine Lohnerhöhung die Inflation ausgleicht. Doch im subventionierten Kulturbetrieb scheinen andere Gesetze zu gelten.

Der afghanische Diplomatensohn Nakschbandi, zuvor als ZDF-Produzent und bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck tĂ€tig, trat 2024 die Nachfolge MĂŒllers an. Sein ĂŒppiges SalĂ€r wird dabei nicht etwa von privaten Investoren bezahlt. Nein, es sind die Steuerzahler und Rundfunkbeitragszahler, die fĂŒr dieses fĂŒrstliche Gehalt aufkommen mĂŒssen.

Wer zahlt die Zeche?

Die EigentĂŒmerstruktur der Filmstiftung offenbart das ganze Ausmaß der Verflechtung zwischen Staat und öffentlich-rechtlichem Rundfunk. Das Land Nordrhein-Westfalen hĂ€lt 40 Prozent der Anteile – finanziert aus dem Medienhaushalt, also aus Steuergeldern. Weitere 40 Prozent gehören dem Westdeutschen Rundfunk, der sich bekanntlich aus dem Rundfunkbeitrag speist. Die restlichen 20 Prozent teilen sich ZDF und RTL zu gleichen Teilen. Wer also brav seine 18,36 Euro monatlich an den Beitragsservice ĂŒberweist, finanziert damit auch das Gehalt eines StiftungsgeschĂ€ftsfĂŒhrers mit, der verdient wie ein MinisterprĂ€sident.

Verflechtungen und der Habeck-Film

Doch damit nicht genug. Die von Nakschbandi geleitete Filmstiftung bezuschusste unter anderem den Dokumentarfilm „Jetzt. Wohin." ĂŒber den ehemaligen Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck mit 75.000 Euro. Ein Film ĂŒber jenen GrĂŒnen-Politiker also, dessen desaströse Wirtschaftspolitik Deutschland an den Rand der Deindustrialisierung gefĂŒhrt hat – finanziert mit öffentlichen Geldern. Dass ausgerechnet Habeck, der Architekt des gescheiterten Heizungsgesetzes und einer ideologiegetriebenen Energiewende, auch noch mit Steuergeldern ein filmisches Denkmal gesetzt bekommt, dĂŒrfte vielen BĂŒrgern sauer aufstoßen.

Besondere Brisanz erhĂ€lt der Fall durch einen handfesten Interessenkonflikt: Die Leiterin der Förderabteilung der Filmstiftung, Christina Bentlage, lebt mit dem Produzenten des Habeck-Films, Christoph Friedel, zusammen. Bentlage entscheidet ĂŒber die Vergabe eines Großteils der verfĂŒgbaren Fördermittel und verfĂŒgt zudem ĂŒber Prokura. Man stelle sich vor, ein solcher Vorgang wĂŒrde in der Privatwirtschaft bekannt – die Compliance-Abteilung hĂ€tte lĂ€ngst Alarm geschlagen.

35 Millionen Euro Förderbudget – ein Selbstbedienungsladen?

Die Film- und Medienstiftung NRW, einst vor 35 Jahren vom damaligen MinisterprĂ€sidenten Johannes Rau und WDR-Intendant Friedrich Nowottny ins Leben gerufen, verfĂŒgt ĂŒber ein jĂ€hrliches Förderbudget von rund 35 Millionen Euro. Eine gewaltige Summe, die in Film, Fernsehen, Audio und Videospiele fließt. Ob diese Mittel stets nach rein qualitativen Kriterien vergeben werden oder ob politische NĂ€he und persönliche Beziehungen eine Rolle spielen, darf angesichts der beschriebenen Verflechtungen zumindest hinterfragt werden.

Auch beim Grimme-Institut, an dem Nordrhein-Westfalen mit zehn Prozent beteiligt ist, zeigen sich ĂŒppige VergĂŒtungen. Die ehemalige GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Frauke Gerlach erhielt allein fĂŒr die ersten vier Monate des Jahres 2024 knapp 48.200 Euro FestvergĂŒtung plus rund 3.000 Euro fĂŒr die Altersversorgung. Hochgerechnet auf ein volles Jahr wĂ€ren das deutlich ĂŒber 140.000 Euro – fĂŒr die Leitung eines Instituts, das vor allem durch die Vergabe des Grimme-Preises bekannt ist.

Ein System, das sich selbst fĂŒttert

Was sich hier offenbart, ist symptomatisch fĂŒr den aufgeblĂ€hten deutschen Kulturapparat: Ein System aus öffentlich finanzierten Institutionen, in dem sich die Beteiligten gegenseitig alimentieren, wĂ€hrend der gewöhnliche BĂŒrger immer tiefer in die Tasche greifen muss. WĂ€hrend Rentner nach einem langen Arbeitsleben mit BezĂŒgen auskommen mĂŒssen, die oft kaum die Miete decken, gönnen sich die FunktionĂ€re des Kulturbetriebs GehĂ€lter auf MinisterprĂ€sidenten-Niveau. WĂ€hrend Familien unter steigenden Lebenshaltungskosten Ă€chzen und die Inflation ihre Ersparnisse auffrisst, werden mit öffentlichen Geldern Dokumentarfilme ĂŒber gescheiterte Politiker produziert.

Es ist höchste Zeit, dass die Politik diesen Selbstbedienungsladen unter die Lupe nimmt. Denn letztlich geht es um das Geld der BĂŒrger – und die haben ein Recht darauf zu erfahren, wofĂŒr ihre Steuern und RundfunkbeitrĂ€ge tatsĂ€chlich verwendet werden. Dass ausgerechnet die CDU unter MinisterprĂ€sident WĂŒst solche ZustĂ€nde duldet, passt ins Bild einer Partei, die zwar konservative Werte predigt, aber in der Praxis den aufgeblĂ€hten Staatsapparat munter weiterfĂŒttert.

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