Kettner Edelmetalle
11.09.2026
10:39 Uhr
KI-generiert

Feuer an Saudi-Arabiens Öl-Lebensader: 80 Kilometer Rauch!

Feuer an Saudi-Arabiens Öl-Lebensader: 80 Kilometer Rauch!
Symbolbild: KI-generiert

Satellitenbilder zeigen am Donnerstagabend offenbar BrĂ€nde entlang der saudischen Ost-West-Pipeline – jener Röhre, die als einzige Umgehung der blockierten Straße von Hormus gilt. Iranische Staatsmedien machten die jemenitischen Huthi fĂŒr die mutmaßlichen Angriffe verantwortlich. Eine BestĂ€tigung aus Riad liegt bislang nicht vor, Analysten mahnen zur Vorsicht.

Sechs Brandherde, eine 80 Kilometer lange Rauchfahne

Laut dem iranischen Staatssender IRIB hĂ€tten jemenitische StreitkrĂ€fte die Pipeline ins Visier genommen; Satellitendaten sollen Feuer an sechs Punkten der Route zeigen. SĂŒdlich von Medina seien großflĂ€chige Rauchwolken sichtbar. Über den Copernicus-Dienst Sentinel-3 lasse sich eine rund 80 Kilometer lange Rauchspur erkennen – deutlich mehr, als routinemĂ€ĂŸiges Abfackeln erklĂ€ren wĂŒrde.

Marktbeobachter bremsen dennoch. Es gebe bislang keinen harten Beweis fĂŒr einen Treffer mit schweren SchĂ€den, hieß es in Analystenkommentaren, die von Energiediensten verbreitet wurden. Etwas passiere dort – was genau, sei offen.

Warum diese Röhre fĂŒr die Weltwirtschaft zĂ€hlt

Die etwa 1.200 Kilometer lange Leitung, auch „Petroline" genannt, pumpt Rohöl vom Persischen Golf quer durch die WĂŒste zum Roten Meer. Sie ist Saudi-Arabiens Notausgang, wenn Hormus dicht ist. Schon 2019 hatten Huthi-Drohnen Pumpstationen dieser Pipeline getroffen – damals ein Warnschuss, heute ein Schlag ins Herz der globalen Versorgung.

Brisant: Nur Stunden zuvor sollen die Huthi den jemenitischen Hafen Mocha unter ihre Kontrolle gebracht haben. Damit gewinnen sie zusĂ€tzlichen Hebel ĂŒber die Meerenge Bab al-Mandab. Beide Nadelöhre des Weltöls stĂŒnden damit unter Feuer – im Osten Hormus, im Westen das Rote Meer.

Tanker unter Beschuss, Diesel auf Rekordniveau

Parallel meldete das britische Maritime Trade Operations Centre (UKMTO) einen Sicherheitsvorfall rund vier Seemeilen westlich von Khasab (Oman): Ein KapitĂ€n habe vier unbekannte Projektile beobachtet, die zwei Schiffe getroffen hĂ€tten, eines sei in Brand geraten. WTI notierte wieder bei 104 Dollar, Brent ĂŒber 102 Dollar.

Die Zahlen zum Durchfluss klaffen auseinander – ein Indiz dafĂŒr, wie undurchsichtig die Lage ist. HSBC hob die Brent-Prognose fĂŒr 2026 von 80 auf 90 Dollar und rechnet mit Hormus-Mengen bei rund 30 Prozent des Vorkriegsniveaus. Vitol-Chef Russell Hardy sprach zuletzt von etwa zehn Millionen Barrel tĂ€glich, ungefĂ€hr der HĂ€lfte. Goldman Sachs kommt auf 15 bis 16 Millionen Barrel – weil viele Tanker ihre Transponder abschalten, um iranischer Ortung zu entgehen.

„Der entscheidende Indikator ist, ob damit das massive Verschiffen von Öl durch die Straße von Hormus endet", sagte Arne Lohmann Rasmussen, Chefanalyst bei Global Risk Management in Kopenhagen. Zu einem völligen Stillstand mĂŒsse es nicht kommen – doch die globale Ölbilanz verschlechtere sich wieder.

Die Rechnung zahlt der Autofahrer

In den USA liegt der Benzin-Durchschnittspreis ĂŒber der politisch heiklen Marke von vier Dollar je Gallone, Diesel auf Rekordhoch. PrĂ€sident Trump deutete an, der Konflikt könne ĂŒber die Kongresswahlen im November hinaus andauern – und stellte gleichzeitig einen „Trump-Dividende"-Scheck von 5.000 Dollar pro Erwachsenem in Aussicht, sollten die Republikaner beide Kammern halten. Schecks gegen Sprithunger: Symptombehandlung statt UrsachenbekĂ€mpfung, wĂŒrden Kritiker sagen.

Auch Europa zahlt mit. Der Gaspreis kletterte ĂŒber 81 Euro, der Bloomberg-Rohstoffindex erreichte Niveaus wie zuletzt 2012. HSBC spricht von einem sich entwickelnden „Super Squeeze". FĂŒr Deutschlands energieintensive Industrie, die ohnehin unter hohen Strompreisen und BĂŒrokratie leidet, ist das eine weitere Last – wĂ€hrend Berlin an Klimazielen und Milliardenprogrammen festhĂ€lt.

In solchen Phasen suchen Anleger traditionell Substanz: physisches Gold und Silber gelten historisch als Versicherung gegen geopolitische Schocks und InflationsschĂŒbe – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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