Kettner Edelmetalle
20.10.2023
07:02 Uhr

EU-USA-Gipfel: Der Schatten des Handelsstreits und die Uneinigkeit im Klimaförderprogramm

Das transatlantische VerhĂ€ltnis steht einmal mehr auf der Kippe. Beim EU-USA-Gipfel, der in Washington stattfindet, werden die Spannungen zwischen den beiden MĂ€chten deutlich. Es droht die WiedereinfĂŒhrung von Strafzöllen und auch das US-Klimaförderprogramm IRA sorgt fĂŒr Diskrepanzen. Dabei stellt sich die Frage: Ist die transatlantische Freundschaft mehr als nur eine Frage des Geldes?

Strafzölle: Eine tickende Zeitbombe

Die von Donald Trump, dem VorgĂ€nger des aktuellen US-PrĂ€sidenten Joe Biden, im Jahr 2018 verhĂ€ngten Strafzölle gegen Europa wirken weiterhin nach. Sie sind nicht aufgehoben, sondern lediglich ausgesetzt. Es handelt sich um 25 Prozent auf Stahleinfuhren und zehn Prozent auf Aluminiumimporte. Sollte bis zum Ende des Monats keine Lösung gefunden werden, treten die Maßnahmen erneut in Kraft. Gleiches gilt fĂŒr die EU-Gegenzölle auf Harley-MotorrĂ€der und Bourbon-Whiskey. Beide Seiten scheinen gewillt, die Strafzölle erneut auszusetzen und weiterhin an einer langfristigen Regelung zu arbeiten.

Der Weg zu einem weltweiten Stahl- und Aluminiumabkommen

Ein solches Abkommen wĂŒrde es beiden Seiten ermöglichen, Abgaben von LĂ€ndern zu fordern, die bei der Stahlherstellung stark auf fossile Brennstoffe setzen, wie beispielsweise China. Doch dieser Weg ist nicht ohne HĂŒrden: Die USA erwarten von den EuropĂ€ern, sich gegen Peking zu positionieren. Ein transatlantischer Club gegen hochsubventionierte Aluminium- und Stahlwerke in Drittstaaten ist jedoch nicht ohne Risiken. Bernd Lange (SPD), Vorsitzender des Handelsausschusses im EU-Parlament, Ă€ußert Bedenken: "Das finde ich einen gefĂ€hrlichen Weg, weil wir uns dann zwar einseitig ins Boot der USA setzen, aber damit natĂŒrlich viele andere Handelspartner verĂ€rgern, nicht nur China."

Der "Inflation Reduction Act" – Ein Dorn im Auge der EU

Auch der "Inflation Reduction Act" sorgt fĂŒr Unstimmigkeiten. Mit diesem milliardenschweren Programm möchte die US-Regierung grĂŒne Technologien fördern. Aus Sicht der EU werden dabei jedoch europĂ€ische Firmen benachteiligt. Insbesondere EU-Hersteller von Elektroautos sind von diesem Programm ausgeschlossen, wenn sie ihre Fahrzeuge nicht in den USA herstellen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Die transatlantische Partnerschaft steht vor großen Herausforderungen und es wird sich zeigen, ob die Beziehungen zwischen den USA und der EU stark genug sind, um diese zu ĂŒberwinden.

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