Kettner Edelmetalle
19.12.2025
18:44 Uhr

EU-Sanktionen gegen Schweizer Publizisten: Wenn BrĂŒssel die Meinungsfreiheit erdrosselt

Was sich derzeit in den Hinterzimmern der EuropĂ€ischen Union abspielt, lĂ€sst jeden aufrechten Demokraten erschaudern. Der Fall des Schweizer Publizisten Jacques Baud offenbart in erschreckender Deutlichkeit, wie weit die EU-BĂŒrokratie mittlerweile bereit ist zu gehen, um unliebsame Stimmen zum Schweigen zu bringen. Ein ehemaliger Geheimdienstoffizier, der sein Leben in den Dienst der Friedenssicherung stellte, wird von einem Tag auf den anderen zur Unperson erklĂ€rt – ohne Anhörung, ohne Vorwarnung, ohne jede Möglichkeit zur Verteidigung.

Die kalte Maschinerie der BrĂŒsseler BĂŒrokratie

Der Beschluss Nr. 2024/2643, der nun auch Baud trifft, ist ein reines BĂŒrokratenprodukt. Vom EU-Finanzministerrat am 8. Oktober 2024 ohne jede Aussprache durchgewinkt, entfaltet dieses Instrument eine vernichtende Wirkung auf jeden, der in der EU lebt und ins Fadenkreuz gerĂ€t. Das Vermögen wird eingefroren, die Reisefreiheit entzogen, und wer dem Sanktionierten auch nur einen Euro zusteckt, macht sich selbst strafbar.

Die BegrĂŒndung fĂŒr Bauds Sanktionierung ist dabei von geradezu lĂ€cherlicher DĂŒrftigkeit: Er sei bei "prorussischen" Medien aufgetreten und habe die "Verschwörungstheorie" verbreitet, die Ukraine habe den Krieg selbst verschuldet. Was genau "prorussisch" bedeutet, bleibt im Nebel der bĂŒrokratischen WillkĂŒr verborgen. Dass Baud lediglich belegbare Fakten aus ukrainischen und amerikanischen Quellen analysierte, interessiert die SanktionswĂ€chter offenbar nicht.

Rechtsstaatlichkeit als Lippenbekenntnis

Besonders perfide erscheint die Konstruktion des Rechtsweges. Theoretisch kann der Sanktionierte beim Rat Einspruch erheben. Doch warum sollten jene, die ihn auf die Liste setzten, plötzlich zugeben, einen Fehler gemacht zu haben? Politiker machen bekanntlich keine Fehler – zumindest nicht öffentlich. Der Gang vor den EuropĂ€ischen Gerichtshof in Luxemburg bleibt als letzte Option, doch solche Verfahren dauern Jahre. Jahre, in denen ein Mensch seiner wirtschaftlichen Existenz beraubt bleibt.

Die EU rĂŒttelt an ihren eigenen Grundlagen, wenn sie mit schwerwiegenden Sanktionen belegt, was in EU-Mitgliedstaaten durch Verfassungen geschĂŒtzt und damit rechtens ist.

Das Institut fĂŒr Demoskopie Allensbach dokumentierte bereits 2013, dass vielen Menschen der Gedanke fernliegt, dass Meinungsfreiheit auch fĂŒr "abseitige Meinungen" und "moralisch schwer ertrĂ€gliche Positionen" gilt. Heute, mehr als ein Jahrzehnt spĂ€ter, hat sich diese Intoleranz institutionalisiert – und zwar auf höchster europĂ€ischer Ebene.

Das Vertrauen der BĂŒrger schwindet

Die jĂŒngsten Umfragen zeichnen ein dĂŒsteres Bild. Das Vertrauen in demokratische Institutionen befindet sich im freien Fall. Das Parteienvertrauen liegt am Boden, das Medienvertrauen ebenso. Selbst das Bundesverfassungsgericht, einst letzte Bastion des Vertrauens, ist von der Krise erfasst. In einer EU-Umfrage vom FrĂŒhling 2025 gaben lediglich 52 Prozent der Deutschen an, der EU zu vertrauen – 40 Prozent waren gegenteiliger Auffassung.

Diese Zahlen sollten jeden Verantwortlichen in BrĂŒssel und Berlin alarmieren. Stattdessen setzt man auf Repression statt auf Überzeugung. Die Botschaft an alle, die noch nicht nach dem vorgegebenen Notenblatt singen, ist unmissverstĂ€ndlich: Klappe halten, sonst bist du der NĂ€chste.

Die Schweiz als stummer Zuschauer

Besonders bitter fĂŒr Baud dĂŒrfte sein, dass sein Heimatland Schweiz, fĂŒr das er sich Zeit seines Lebens einsetzte und bei EinsĂ€tzen in Krisengebieten sein Leben riskierte, ihm nicht zur Seite steht. Statt Hilfe erfĂ€hrt er HĂ€me. Der Bundesrat schweigt, wĂ€hrend ein Schweizer BĂŒrger von der EU zum politisch Verfolgten gemacht wird.

Wer angesichts dieser Entwicklungen noch ernsthaft einen EU-Beitritt der Schweiz propagiert, hat entweder die Zeichen der Zeit nicht erkannt oder verfolgt ganz eigene Interessen. Die EU, die einst als Friedensprojekt gegrĂŒndet wurde, entwickelt zunehmend autoritĂ€re ZĂŒge, die an dunklere Kapitel europĂ€ischer Geschichte erinnern.

Ein Weckruf fĂŒr die Demokratie

Der Fall Baud ist mehr als ein Einzelschicksal. Er ist ein Symptom einer tiefgreifenden Krise der europĂ€ischen Demokratie. Wenn politische Meinungen mit wirtschaftlicher Vernichtung bestraft werden können, wenn BĂŒrger ohne Anhörung zu Unpersonen erklĂ€rt werden, wenn der Rechtsstaat zur Farce verkommt – dann steht mehr auf dem Spiel als das Schicksal eines einzelnen Publizisten.

Die Amerikaner können sich zurĂŒcklehnen. Ihnen kann das EU-Sanktionsregime völlig egal sein, solange sie keinen Urlaub in Europa machen wollen. FĂŒr die BĂŒrger Europas jedoch wird die Luft immer dĂŒnner. Die Demokratie geht vor die Hunde – nicht mit einem großen Knall, sondern schleichend, Beschluss fĂŒr Beschluss, Sanktion fĂŒr Sanktion.

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