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22.12.2025
10:39 Uhr

EU-Pensionsfonds vor dem Kollaps: Steuerzahler sollen ĂŒber 100 Millionen Euro Defizit ausgleichen

Es ist ein Skandal, der selbst hartgesottene EU-Kritiker fassungslos macht: Der ehemalige Pensionsfonds fĂŒr EU-Abgeordnete steht kurz vor der Pleite, und die Zeche sollen – wie könnte es anders sein – die europĂ€ischen Steuerzahler begleichen. Ein Defizit von ĂŒber 100 Millionen Euro hat sich angehĂ€uft, weil die BrĂŒsseler Parlamentarier jahrelang BezĂŒge kassierten, die in keinem VerhĂ€ltnis zu den Einzahlungen standen.

Ein System der Selbstbedienung

Von 1990 bis 2009 existierte fĂŒr EU-Abgeordnete ein spezieller Pensionsfonds. Das Besondere daran: Die Volksvertreter mussten lediglich ein Drittel der BeitrĂ€ge selbst aufbringen. Zwei Drittel wurden bereits damals vom Steuerzahler finanziert. Doch selbst diese großzĂŒgige Regelung reichte den Damen und Herren in BrĂŒssel offenbar nicht aus. Seit 2009 ĂŒbernimmt die EU die Pensionen der Abgeordneten vollstĂ€ndig – ein Freibrief fĂŒr ĂŒppige Altersversorgung auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Pensionsfonds verfĂŒgt aktuell nur noch ĂŒber rund 23 Millionen Euro. JĂ€hrlich fallen jedoch Kosten von etwa zehn Millionen Euro an. Die langfristigen Gesamtverpflichtungen belaufen sich nach internen Berechnungen auf stolze 126 Millionen Euro. Wer soll das bezahlen? NatĂŒrlich der europĂ€ische BĂŒrger, der ohnehin schon unter steigenden Lebenshaltungskosten und einer galoppierenden Inflation Ă€chzt.

Zu hohe BezĂŒge – zu spĂ€te Einsicht

Bereits frĂŒh war den Verantwortlichen klar, dass die AusschĂŒttungen viel zu hoch angesetzt waren. Die EU steuerte auf ein Defizit von rund 310 Millionen Euro zu. Erst 2023 – also viel zu spĂ€t – reagierte man mit halbherzigen Maßnahmen: Das Eintrittsalter wurde erhöht, der Inflationsausgleich gestrichen. Die BezĂŒge wurden dadurch praktisch halbiert. Doch das Pferd war lĂ€ngst geflohen, der Stall leer.

Rund 700 ehemalige Abgeordnete haben weiterhin Anspruch auf Zahlungen aus dem maroden Fonds. Darunter befinden sich prominente Namen wie der britische Politiker Nigel Farage oder die französische PrĂ€sidentschaftskandidatin Marine Le Pen. Über 400 von ihnen klagten vergangene Woche vor dem zweithöchsten europĂ€ischen Gericht gegen die KĂŒrzungen – und scheiterten. Ein schwacher Trost fĂŒr die Steuerzahler, die das Defizit dennoch ausgleichen mĂŒssen.

Die EU als Selbstbedienungsladen

Dieser Fall offenbart einmal mehr die strukturellen Probleme der EuropĂ€ischen Union. WĂ€hrend man den BĂŒrgern predigt, sie mĂŒssten den GĂŒrtel enger schnallen und fĂŒr ihre Altersvorsorge selbst aufkommen, bedienen sich die EU-Parlamentarier schamlos aus dem Steuertopf. Es ist eine Zweiklassengesellschaft, die hier zementiert wird: Auf der einen Seite die politische Elite mit ihren ĂŒppigen PensionsansprĂŒchen, auf der anderen Seite der normale BĂŒrger, der bis 67 oder lĂ€nger arbeiten muss und trotzdem Altersarmut fĂŒrchtet.

Die Frage drĂ€ngt sich auf: Wie kann es sein, dass ein Pensionssystem derart aus dem Ruder lĂ€uft, ohne dass jemand rechtzeitig eingreift? Die Antwort ist so einfach wie ernĂŒchternd: Weil es nicht das eigene Geld ist, das hier verprasst wird. Es ist das Geld der Steuerzahler, jener Menschen, die jeden Morgen aufstehen und arbeiten gehen, um ihre Familien zu ernĂ€hren und ihre Rechnungen zu bezahlen.

Deutschland als grĂ¶ĂŸter Nettozahler besonders betroffen

FĂŒr Deutschland, den mit Abstand grĂ¶ĂŸten Nettozahler der EU, bedeutet dieses Debakel eine zusĂ€tzliche Belastung von geschĂ€tzten 27 Millionen Euro. Geld, das an anderer Stelle dringend benötigt wĂŒrde – fĂŒr marode Schulen, bröckelnde BrĂŒcken oder eine funktionierende Infrastruktur. Stattdessen fließt es in die Taschen ehemaliger EU-Parlamentarier, die sich jahrelang an einem System bereichert haben, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.

Es ist höchste Zeit, dass die BĂŒrger aufwachen und sich fragen, ob diese EU noch ihre Interessen vertritt. Die Antwort liegt auf der Hand: Eine Institution, die ihre eigenen Mitglieder derart privilegiert, wĂ€hrend sie den BĂŒrgern immer neue Lasten aufbĂŒrdet, hat jede Legitimation verloren. Der Ruf nach grundlegenden Reformen – oder gar einem RĂŒckbau der EU zu einer reinen Wirtschaftsgemeinschaft – wird immer lauter. Und er ist mehr als berechtigt.

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