Kettner Edelmetalle
24.08.2023
08:36 Uhr

Deutschlands Bildungssystem vor dem Kollaps: Ein Weckruf fĂŒr die Politik

Die Sommerferien nĂ€hern sich in Deutschland ihrem Ende und die Alarmglocken lĂ€uten bereits. Schon jetzt warnen StĂ€dte, Gemeinden und BundeslĂ€nder vor einem massiven Mangel an qualifizierten LehrkrĂ€ften. Bis zum Schuljahr 2035/36 fehlen laut Statistischem Bundesamt rund 85.000 LehrkrĂ€fte fĂŒr etwa 12 Millionen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler. Dieser alarmierende Zustand ist nicht neu - die Bildungsmisere an den Schulen besteht seit Jahrzehnten und scheint unausweichlich.

Die Rolle der Kultusministerkonferenz

Die Kultusministerkonferenz (KMK) und ihre zustĂ€ndigen Behörden in den 16 BundeslĂ€ndern betreiben seit Jahrzehnten eine Mangelverwaltung. Ihre Reformvorhaben sind weltfremd und praxisuntauglich, was die Situation an den Schulen weiter verschlechtert. Die dringend benötigten bildungspolitischen Lösungen sind so weit von den Schulen entfernt wie eine Dienstreise der Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) nach Australien. Es ist deutlich: Deutschland benötigt eine Revolution im Bildungssystem.

Das Ansehen der LehrkrÀfte sinkt

Das Ansehen der LehrkrÀfte befindet sich laut neuesten Umfragen des DBB Beamtenbund und Tarifunion im Sinkflug. Die fehlende gesellschaftliche Anerkennung und WertschÀtzung tragen zur UnattraktivitÀt des Lehrerberufs bei. Dieser negative Trend spiegelt sich auch in den sinkenden Zahlen der Lehramtsstudenten wider, von denen fast die HÀlfte ihr Studium abbricht.

Lehrer am Limit

Die Arbeitsbedingungen fĂŒr LehrkrĂ€fte sind zunehmend unangenehm. Sie brennen aus, sind stĂ€ndig erreichbar und mit immer mehr Organisations- und Verwaltungsaufgaben belastet. Dies fĂŒhrt zu erheblichem psychischen Druck. Der Unterricht, das KerngeschĂ€ft der Schule, gerĂ€t aus dem Blick, da die Zeit fĂŒr die Vor- und Nachbereitung fehlt. Lehrer sind erschöpft, leiden unter Stress und Überforderung oder erkranken ernsthaft.

Reaktionen der Kultusbehörden

Die Kultusbehörden erkennen zwar an, dass sie sich fĂŒr die "AttraktivitĂ€t und die WertschĂ€tzung" des Lehrerberufs einsetzen mĂŒssen, aber ihre Maßnahmen sind nur SymptombekĂ€mpfung. Sie verstehen den Kern der Bildungsmisere nicht und ihre weltfremden und praxisuntauglichen VorschlĂ€ge verschlimmern die Situation weiter.

Falsche Berechnungen und fehlende Ressourcen

Die Berechnungen des Lehrerbedarfs basieren auf falschen statistischen Annahmen, wie die baden-wĂŒrttembergische Kultusministerin Theresa Schopper (BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen) in einem ARD-Beitrag mit dem Titel "Scheissjob Lehrer" zugibt. DarĂŒber hinaus fehlen die Ressourcen, um die Herausforderungen der Integration und Inklusion zu bewĂ€ltigen. Es ist offensichtlich, dass die Bildungspolitiker die schulischen Entwicklungen vom Spielfeldrand betrachten.

Investitionen in die Zukunft

Deutschland muss in die Schulen und die Qualifizierung der LehrkrĂ€fte investieren. Diese Investitionen sind Zukunftsentscheidungen fĂŒr die Kinder und Jugendlichen sowie fĂŒr den Wohlstand und das Wachstum der deutschen Volkswirtschaft. Es ist höchste Zeit, dass die Bildungspolitiker aufwachen, sonst droht die Bildung zu kollabieren.

Über den Autor: Jens Biedermann ist Diplom-Handelslehrer und war lange in der Bildungspolitik in der Beruflichen Bildung tĂ€tig.

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