
Der Datenkrösus aus dem All: Wie Elon Musk mit SpaceX Milliarden von Google abschöpft
Während in Deutschland noch darüber diskutiert wird, ob das nächste Förderprogramm den Klimaschutz oder doch nur die Beamtenstellen vermehrt, schafft Elon Musk Fakten. Sein Raumfahrtkonzern SpaceX verwandelt sich vor unseren Augen in einen gigantischen Vermieter von Rechenleistung – und kassiert dafür Summen, die jede deutsche Mittelstandsfantasie sprengen. 920 Millionen Dollar pro Monat soll künftig allein Google an SpaceX überweisen. Monat für Monat. Man lese und staune.
Ein Deal, der die Dimensionen sprengt
Die Vereinbarung erstreckt sich von Oktober dieses Jahres bis Ende Juni 2029. Google benötigt die geballte Computer-Kapazität für seine Künstliche-Intelligenz-Dienste – und greift dafür ausgerechnet auf die Rechenzentren eines Mannes zurück, der eigentlich Raketen ins All schießt. Es ist nicht der erste Coup dieser Art: Auch die KI-Schmiede Anthropic überweist Musk in einem mehrjährigen Vertrag stolze 1,25 Milliarden Dollar monatlich für angemietete Serverleistung.
Der Hintergrund ist so simpel wie genial. Musk ließ seine KI-Firma xAI in SpaceX aufgehen und ließ gleich mehrere Rechenzentren bauen. Doch nun stellt sich heraus: Für die eigenen KI-Ambitionen reicht ein einziges dieser Zentren völlig aus. Den überschüssigen Rest verscherbelt er kurzerhand an die Konkurrenz.
Wer überschüssige Kapazität besitzt, diktiert die Bedingungen – während andere noch über Strompreise und Genehmigungsverfahren grübeln.
Pikante Machtspiele im Silicon Valley
Besonders delikat: Indem Musk sowohl Google als auch Anthropic mit dringend benötigter Rechenleistung versorgt, stärkt er ausgerechnet jene Rivalen, die gegen OpenAI antreten – jenen Konzern, den Musk einst mitgründete und mit dem er seit Jahren eine erbitterte Fehde austrägt. Wer hätte gedacht, dass Rache sich derart fürstlich auszahlen kann?
Der KI-Chatbot Grok aus dem Hause xAI fristet derweil ein eher bescheidenes Dasein. Er wird deutlich seltener genutzt als ChatGPT, Claude oder Googles Gemini. Doch das stört Musk wenig – das eigentliche Gold liegt nicht im Chatbot, sondern in der Infrastruktur, die ihn antreibt.
Astronomische Bewertung trifft rote Zahlen
SpaceX steht kommende Woche vor dem Börsengang und strebt eine Gesamtbewertung von sage und schreibe 1,7 Billionen Dollar an. Die angepeilten Rekordeinnahmen von 75 Milliarden Dollar klingen beeindruckend – doch ein nüchterner Blick auf die Realität ist angebracht. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen rote Zahlen von rund 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar.
Die Anleger zahlen also weniger für das, was ist, als vielmehr für die Hoffnung auf das, was vielleicht kommen mag. Ein Phänomen, das uns bekannt vorkommt. Die Vermietung der Rechenzentren dürfte die Bilanz freilich kräftig aufpolieren – doch wer auf solch luftigen Versprechungen sein Vermögen aufbaut, der sollte sich der Risiken bewusst sein.
Was der deutsche Anleger daraus lernen kann
Während die Tech-Giganten Milliarden in Serverhallen pumpen und sich in einem atemlosen Wettrennen überbieten, lohnt ein nüchterner Blick auf die Grundfesten echter Vermögenssicherung. Spekulative Börsengänge mit Bewertungen jenseits jeder bilanziellen Vernunft mögen kurzfristig schwindelerregende Gewinne versprechen – sie können sich aber ebenso schnell in Luft auflösen. Wer sein Erspartes vor den Launen überhitzter Märkte und einer durch ausufernde Staatsverschuldung befeuerten Inflation schützen möchte, der setzt seit Jahrtausenden auf das, was keine Bilanz und kein Algorithmus entwerten kann: physisches Gold und Silber. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio behalten Edelmetalle ihren Wert, wenn digitale Luftschlösser längst in sich zusammengefallen sind.
Hinweis: Die in diesem Artikel dargestellten Inhalte spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wider. Wir betreiben keine Anlageberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Die genannten Zahlen und Einschätzungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für Wertpapiere oder andere Finanzprodukte dar.
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