Kettner Edelmetalle
30.09.2024
07:27 Uhr

Das leise Verschwinden der Freiheit in Hongkong

Eine Stadt im Wandel

Vor fĂŒnf Jahren gingen Hunderttausende in Hongkong auf die Straßen, um fĂŒr mehr Demokratie zu kĂ€mpfen. Heute ist von diesem Bestreben kaum noch etwas zu spĂŒren. Die EinfĂŒhrung drakonischer Sicherheitsgesetze hat die Meinungsfreiheit und die politische AktivitĂ€t stark eingeschrĂ€nkt.

Unter dem Joch der "Sicherheitsgesetze"

Ein 27-jĂ€hriger Hongkonger wurde kĂŒrzlich zu einem Jahr und zwei Monaten GefĂ€ngnis verurteilt, weil er ein T-Shirt mit dem Slogan "Befreit Hongkong, Revolution unserer Zeit" trug. Dieses Urteil ist nur eines von vielen, die aufgrund der verschĂ€rften Sicherheitsgesetze gefĂ€llt wurden. Diese Gesetze erlauben es den Behörden, nahezu jede Form des politischen Protests zu unterdrĂŒcken.

Die Rolle der Regierung

Die Regierung in Hongkong, unterstĂŒtzt von der kommunistischen Zentralregierung Chinas, betont immer wieder die Notwendigkeit dieser Gesetze zur Wahrung der nationalen Sicherheit. Regierungschef John Lee betont, dass die Bedrohung real sei und die Maßnahmen notwendig seien, um die StabilitĂ€t zu gewĂ€hrleisten.

Oppositionelle Stimmen verstummen

Die Vorsitzende der ehemaligen Parlamentspartei "Liga der Sozialdemokraten", Po Ying, versucht trotz aller Widrigkeiten, ihre Stimme zu erheben. Doch ihre Partei wurde aus dem Parlament ausgeschlossen, und viele ihrer Parteifreunde sitzen im GefĂ€ngnis. Die Meinungsfreiheit ist stark eingeschrĂ€nkt, und viele Menschen trauen sich nicht, ihre UnterstĂŒtzung offen zu zeigen.

Auswanderung als Ausweg

Seit 2019 sind nach SchĂ€tzungen etwa eine halbe Million Hongkonger ausgewandert. Eine Umfrage der Chinesischen UniversitĂ€t Hongkong ergab, dass 38 Prozent der Befragten auswandern wĂŒrden, wenn sie könnten. HauptgrĂŒnde sind der Zerfall von Freiheit und Menschenrechten sowie das undemokratische System.

Ein neues Schulfach: "StaatsbĂŒrgerschaft"

In den Schulen Hongkongs wird inzwischen "StaatsbĂŒrgerschaft" unterrichtet, um den SchĂŒlern Gehorsam und eine positive Einstellung zu Festlandchina beizubringen. Kritisches Denken und argumentatives Hinterfragen, einst wichtige Bestandteile des Lehrplans, wurden abgeschafft.

Optimismus trotz Repressionen

Trotz der Repressionen bleibt die Demokratieaktivistin Po Ying optimistisch. Sie glaubt, dass die Mehrheit der Hongkonger immer noch fĂŒr Demokratie und allgemeines Wahlrecht eintritt. Obwohl viele schweigen oder die Stadt verlassen haben, ist die Einstellung zur Demokratie weiterhin vorhanden.

Diese und weitere Reportagen sehen Sie im Weltspiegel - am Sonntag um 18.30 Uhr im Ersten.

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