
China: Der unsichtbare Krieg hinter den Kulissen
WÀhrend die Weltöffentlichkeit gebannt auf die Entwicklungen in der Ukraine und Israel schaut, vollzieht sich im Hintergrund ein stiller, aber weitreichender Wandel. China löst seine geldpolitische Verbindung zum Westen, senkt seinen US-Anleihenbestand drastisch und stÀrkt sein eigenes Zahlungssystem. Ein Schachzug, der weitreichende, globale Auswirkungen haben könnte.
Der unsichtbare Krieg
Im Gegensatz zu den Konflikten in der Ukraine und Israel gibt es in diesem "Krieg" keine Toten, keine Panzerdivisionen und keine politischen ErklÀrungen. Es handelt sich um einen ökonomischen Krieg, der sich hinter den Kulissen abspielt und von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbeachtet bleibt.
Chinas geldpolitische UnabhÀngigkeit
Die chinesische FĂŒhrung löst ihre geldpolitische Verflechtung mit dem Westen und organisiert damit ihre Vermögenswerte neu. China steigt aus dem Dollar aus und befreit sich damit aus der fiskalischen AbhĂ€ngigkeit von Washington. Das Land betreibt und erweitert ein eigenes elektronisches Zahlungssystem, das Cross-Border Inter-Bank Payments System (CIPS), welches seit Ende 2015 in Konkurrenz zum westlichen Zahlungssystem Swift betrieben wird.
Indizien fĂŒr Chinas Kriegsvorbereitung
Es gibt drei Indizien, die auf eine nicht-militÀrische Kriegsvorbereitung hindeuten:
- China steigt aus dem Dollar aus: China senkt seinen Bestand an US-Staatsanleihen auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Ein ehemaliger Zentralbank-Berater hatte bereits empfohlen, dass China sein Portfolio an auslÀndischen Vermögenswerten den neuen RealitÀten anpassen sollte.
- China erhöht dadurch seine Resilienz: Das US-Finanzministerium könnte im Konfliktfall den Schuldendienst einstellen und China dadurch um seine Zinseinnahmen bringen. Diese Vermögenswerte wÀren de facto eingefroren.
- Amerika zahlt drauf: Die Amerikaner spĂŒren diesen RĂŒckzug, denn er lĂ€sst die Kurse der Staatsanleihen purzeln. Mit hohen Zinsen von rund 7,5 Prozent fĂŒr 30-jĂ€hrige US-Treasuries steuert die Notenbank gegen.
Fazit
Die Kriege in Nahost und der Ukraine sind fĂŒr die Betroffenen grausam und fĂŒr die Chinesen hilfreich. Sie lenken ab von den Vorbereitungen fĂŒr einen denkbaren dritten Frontabschnitt im Indo-Pazifik. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die globale Wirtschaft und die politischen Beziehungen haben werden.
Es ist an der Zeit, dass wir uns auf die wahren globalen Machtverschiebungen konzentrieren und nicht nur auf die offensichtlichen Konfliktherde. Denn wie Bertolt Brecht schon sagte: "Denn die einen sind im Dunkeln. Und die anderen sind im Licht. Und man siehet die im Lichte. Die im Dunkeln sieht man nicht."










