
Ceuta-Kollaps: Zehn verurteilte Dschihadisten zurück in Spanien – und Madrid schaut weg
Es sind Meldungen, die man in einem funktionierenden Rechtsstaat eigentlich für unmöglich halten müsste: Rund ein Dutzend Personen, die in Spanien wegen Verbindungen zum dschihadistischen Terrorismus verurteilt und anschließend nach Marokko abgeschoben worden seien, sollen den Zusammenbruch der Grenzsicherung von Ceuta Ende Juli genutzt haben, um erneut ins Land zu spazieren. Nicht als Verdächtige. Nicht als Gefährder mit vagem Aktenvermerk. Sondern als bereits verurteilte und ausgewiesene Terrorismusstraftäter.
Die Warnung stammt von der spanischen Polizeigewerkschaft JUPOL, die sich auf Ermittler der Generalkommissariate für Information von Nationalpolizei und Guardia Civil beruft. Die Analysten hätten die Personen durch den Abgleich von Kameraaufnahmen an der Grenze identifiziert. Eine Gewerkschaftssprecherin erklärte, die Beamten arbeiteten unermüdlich daran, die Betroffenen zu lokalisieren und festzunehmen. Mehrere spanische Medien bestätigten die Angaben unter Berufung auf eigene Sicherheitsquellen.
Das Ministerium dementiert – wie könnte es anders sein
Und Madrid? Das spanische Innenministerium wollte die Angaben nicht bestätigen. Es gebe keine Bestätigung für die Existenz von Dschihadisten, wie es die Berichte darstellten, ließ man verlauten. Stattdessen verwies das Ministerium auf die eigene Statistik: 43 Anti-Terror-Operationen im laufenden Jahr, 82 Festnahmen wegen dschihadistischen Terrorismus. Man überwache dauerhaft, landesweit, nicht nur in Ceuta.
Man kennt dieses Muster. Es ist die Sprache der Verwaltung, die sich vor der Realität in Zahlenkolonnen flüchtet. Zwischen der Alarmglocke der Beamten an der Front und dem beruhigenden Kommuniqué aus dem Ministerium klafft ein Abgrund – und in diesem Abgrund verschwinden all jene Fragen, die niemand in der Regierung stellen möchte. Sicher, Polizeigewerkschaften haben ein Eigeninteresse; JUPOL prangert seit Jahren Personalmangel und fehlende Einsatzprotokolle an der Grenze an. Doch wer würde ernsthaft behaupten, dass diese Kritik unberechtigt sei, nachdem binnen weniger Tage eine Außengrenze der Europäischen Union kollabiert ist?
Wenn 73.000 Menschen innerhalb von Tagen eine Grenze überrennen, ist nicht die Warnung der Polizei das Problem, sondern die Grenze, die keine mehr war.
73.000 Menschen – und niemand weiß genau, wer geblieben ist
Seit dem 30. Juli seien nach Regierungsangaben rund 73.000 Menschen irregulär über die Grenze nach Ceuta gelangt. Die meisten davon, so heißt es, seien inzwischen nach Marokko zurückgekehrt. Doch die Verwaltung der Autonomen Stadt widerspricht: Es verblieben deutlich mehr Menschen in Ceuta, als die Zentralregierung eingestehe. Wer also die Wahrheit kennt, bleibt offen – und genau in dieser Grauzone könnten sich jene Personen aufhalten, von denen die Ermittler sprechen.
Das Aufnahmezentrum CETI ist auf 512 Plätze ausgelegt und beherbergt mehr als 1000 Menschen. Ein neues Zentrum soll innerhalb eines Monats entstehen. Die Nationalpolizei hat begonnen, die Verbliebenen individuell zu prüfen, Asylanträge zu bearbeiten und abgelehnte marokkanische Antragsteller abzuschieben. Ein Verfahren also, das erst dann greift, wenn das Kind längst in den Brunnen gefallen ist. Kontrolle im Nachhinein ist keine Kontrolle, sondern Schadensbegrenzung.
Der Streit um die Minderjährigen zerlegt die Koalition
Politisch brennt es zusätzlich. Die Verteilung unbegleiteter minderjähriger Migranten auf die Regionen spaltet das Land. Aragonien, Kastilien-León und Extremadura – regiert von PP und Vox – verweigern eine verpflichtende Aufnahme. Die katalanische Junts drohte im Kongress, der Regierung Sánchez die Unterstützung zu entziehen, sollte Katalonien nicht ausgenommen werden. Ein Schauspiel, in dem jeder auf Kosten der anderen gewinnen will, während der Bürger die Rechnung bezahlt.
Und der Ministerpräsident? Steht wegen seines Krisenmanagements ohnehin am Pranger, auch internationale Medien haben seine Kommunikation während des Grenzkollapses zerpflückt. Es ist die europäische Standardnummer: erst leugnen, dann relativieren, schließlich verwalten.
Was Ceuta uns lehrt – auch in Berlin
Migrationsrouten gelten in Sicherheitskreisen seit Jahren als potenzielles Einfallstor für Personen mit Terrorismusbezug. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern nachlesbare Lageeinschätzung. Wer Grenzen ohne Kontrolle zu bloßen Linien auf Landkarten degradiert, verliert nicht nur die Übersicht, sondern die Souveränität. Ceuta ist dabei kein spanisches Sonderproblem – es ist ein Lehrstück für einen Kontinent, der seine Außengrenzen jahrzehntelang für ein moralisches Ärgernis hielt und nun feststellen muss, dass Wunschdenken keine Grenzanlage ersetzt.
Auch in Deutschland kennen wir die Choreografie: Kriminalität auf Rekordniveau, Messerangriffe, die längst zur traurigen Routine der Polizeimeldungen gehören, und eine politische Klasse, die lieber über Sprache als über Sicherheit debattiert. Es ist nicht allein die Auffassung unserer Redaktion, sondern die Überzeugung eines großen Teils der Bevölkerung, dass diese Entwicklung unmittelbare Folge einer jahrzehntelangen Fehlpolitik ist. Wir brauchen Verantwortliche, die für dieses Land regieren – nicht gegen es.
Unsicherheit hat einen Preis – und Vermögen braucht Fundamente
Ob sich die Angaben von JUPOL im Detail bestätigen, ist bislang offen. Bestätigt ist jedoch etwas anderes: Der Staat hat in Ceuta die Kontrolle verloren, und keine Statistik der Welt kann das übertünchen. Politische Instabilität, überforderte Institutionen und eine Schuldenpolitik, die Europas Währungen aushöhlt, gehen historisch Hand in Hand. Wer in solchen Zeiten Vermögen bewahren will, tut gut daran, sich nicht ausschließlich auf staatliche Versprechen zu verlassen. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg jede politische Fehlkalkulation überdauert – als greifbares Fundament in einem breit gestreuten Portfolio.
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