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23.09.2026
09:19 Uhr
KI-generiert

Brüssels Hybrid-Bumerang: Jetzt soll Peking die eigene Lücke stopfen!

Brüssels Hybrid-Bumerang: Jetzt soll Peking die eigene Lücke stopfen!
Symbolbild: KI-generiert

Die EU-Kommission will China offenbar dazu bringen, den Export von Plug-in-Hybriden nach Europa freiwillig zu begrenzen. Laut einem Bericht der Financial Times peilt Brüssel für chinesische Marken einen Anteil von rund 15 Prozent am europäischen Markt an. Sonst drohen neue Strafzölle. Das Problem, das Brüssel damit lösen will, hat es nach Ansicht von Kritikern allerdings selbst geschaffen.

Zehnmal mehr Hybride in weniger als zwei Jahren

Die Zahlen sind eindeutig. Im Oktober 2024 kamen rund 3.800 chinesische Stecker-Hybride in die EU, im Juli 2026 waren es etwa 50.000. Der Importwert stieg von 1,3 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 3,4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2026.

Nach Daten des Analysehauses Dataforce halten chinesische Hersteller inzwischen 28,3 Prozent des europäischen PHEV-Segments, im Juni waren es sogar 34 Prozent. Ein EU-Beamter wird mit der Aussage zitiert, wenn China seine Ausfuhren nicht begrenze, werde die EU das selbst tun. Es gehe um „managed trade“, also um gelenkten Handel, und um die Abwehr einer Deindustrialisierung.

Wie Brüssel die Umgehungsstraße selbst gebaut hat

Im Oktober 2024 verhängte die EU zusätzlich zum üblichen Autozoll von zehn Prozent Sonderzölle auf chinesische Elektroautos: rund 27 Prozent für BYD, 28,8 Prozent für Geely und 45,3 Prozent für SAIC/MG. Plug-in-Hybride blieben davon ausgenommen. Für sie gilt bis heute nur der Grundzoll.

Danach wuchsen die Importe reiner Stromer nur noch langsam, während die Hybrid-Importe regelrecht explodierten. Überraschen kann das kaum. Wer das teure Produkt verteuert und das günstigere verschont, lenkt die Nachfrage genau dorthin. Die chinesischen Hersteller haben einfach ihr Angebot angepasst, das der Verbraucher ohnehin lieber kauft.

Chinas Heimatmarkt schrumpft, der Exportdruck steigt

Dazu kommt ein weiterer Faktor. Branchenberichten zufolge fielen die Pkw-Verkäufe in China im August um 23,7 Prozent, bereits im elften Monat in Folge. Gleichzeitig stiegen die Exporte um 77,5 Prozent. BYD soll im ersten Halbjahr 2026 in Europa erstmals mehr Fahrzeuge zugelassen haben als Tesla.

Peking verweist auf die WTO

China lehnt die Forderung ab. Das Handelsministerium erklärte am 18. September, sogenannte freiwillige Exportbeschränkungen verstießen in schwerwiegender Weise gegen die Regeln der Welthandelsorganisation. Offiziell bestätigt hat die Kommission den Bericht bisher nicht. Die 15-Prozent-Marke stammt aus anonymen Quellen.

Neu ist dieses Vorgehen nicht. Schon in den 1980er-Jahren musste Japan seine Autoexporte „freiwillig“ begrenzen. Protektionismus bekommt so einfach einen freundlicheren Namen. Handelskommissar Maroš Šefčovič soll im Oktober in Peking „greifbare Ergebnisse“ vorlegen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach in ihrer Rede zur Lage der Union am 16. September von einem Defizit mit China von einer Milliarde Euro am Tag und von einem „zweiten China-Schock“.

Das eigentliche Problem liegt in Brüssel

VW-Chef Oliver Blume fordert schnelle Zölle, Hyundai spricht von chinesischen Elektroautos, die bis zu 40 Prozent günstiger seien als europäische. Gleichzeitig baut Volkswagen in Deutschland Stellen ab und schließt Werke. Ein Branchenlobbyist hält der EU vor, sie habe ein Jahrzehnt lang die falsche Autopolitik gemacht. Hybride seien bezahlbar, alltagstauglich und senkten Emissionen, ohne dass Autofahrer umerzogen werden müssten.

Genau darin liegt der Widerspruch. Mit dem Green Deal sollte der Verbrenner verschwinden und das E-Auto zur Pflicht werden. Weil Reichweite und Ladenetz in Europa aber oft nicht zusammenpassen, griffen viele Kunden zum Stecker-Hybrid. China hat die Nische bedient, die die EU-Regeln offen gelassen haben.

Ob eine neue Quote daran etwas ändert, ist fraglich. China profitiert von günstiger Energie und massiver staatlicher Förderung. Europa kämpft dagegen mit hohen Strompreisen, viel Bürokratie und immer neuen Vorschriften. Mit einer weiteren Handelsschranke gewinnt die EU keine Kunden zurück. Das gelingt nur mit besseren und günstigeren Autos aus Europa, und dafür müsste die Politik die Standortbedingungen verbessern.

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