Kettner Edelmetalle
22.01.2026
16:28 Uhr

Berliner Feuerwehr-Leitstelle ohne Strom: Notrufe verzögert – ein weiteres Kapitel im Chaos der Hauptstadt

Man könnte meinen, die Bundeshauptstadt hätte aus dem verheerenden Blackout Anfang Januar gelernt. Doch weit gefehlt. Nur wenige Wochen nachdem rund 100.000 Berliner tagelang ohne Strom ausharren mussten, trifft es nun ausgerechnet die Leitstelle der Berliner Feuerwehr. Ein Stromausfall legte am Donnerstag die kritische Infrastruktur lahm – Telefone tot, E-Mail-System ausgefallen, Notrufe verzögert. Der Pressesprecher der Polizeigewerkschaft GdP, Benjamin Jendro, bezeichnete die Situation treffend als „Super-GAU".

Wenn der Notruf ins Leere läuft

Was sich zunächst wie ein technisches Missgeschick anhört, offenbart bei genauerer Betrachtung ein erschreckendes Bild der Verwundbarkeit deutscher Infrastruktur. Die Feuerwehr-Leitstelle – jene Stelle, die im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden kann – war zeitweise nicht vollständig einsatzfähig. Zwar wurden Sofortmaßnahmen ergriffen und eine Ausweichleitstelle mit sechs Mitarbeitern besetzt, doch ein Feuerwehrsprecher bestätigte gegenüber der dpa, dass es zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von Notrufen kam.

Sechs Mitarbeiter für eine Millionenstadt. Man fragt sich unwillkürlich, ob dies dem Anspruch einer funktionierenden Metropole gerecht wird. Die Ursache des Ausfalls ist derweil noch ungeklärt – ein Umstand, der angesichts der jüngsten Ereignisse besonders beunruhigend wirkt.

Der Schatten des Januar-Blackouts

Der Vorfall reiht sich nahtlos in eine Serie von Pannen ein, die Berlin in den vergangenen Wochen erschüttert haben. Anfang Januar legte ein mutmaßlich linksextremistischer Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über dem Teltowkanal den gesamten Südwesten der Stadt lahm. Die sogenannte „Vulkangruppe" bekannte sich zu der Tat, die als größter Blackout in der Geschichte der Bundesrepublik in die Annalen eingehen dürfte.

Vier Tage lang kämpften die Betroffenen mit den Folgen des Stromausfalls. Und was tat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner? Er war zunächst wie vom Erdboden verschluckt, arbeitete später vom Homeoffice aus und gönnte sich zwischendurch eine Tennispause, die für erheblichen medialen Aufruhr sorgte. Die Ausrufung einer „Großschadenslage" auf Landesebene wurde verschleppt – ein Krisenmanagement, das diesen Namen kaum verdient.

Symptom eines tieferliegenden Problems

Was sich in Berlin abspielt, ist mehr als eine Aneinanderreihung unglücklicher Zufälle. Es ist das Symptom einer Politik, die jahrelang die Augen vor den drängenden Problemen der Infrastruktur verschlossen hat. Während man sich in den Amtsstuben mit Gendersternchen und Klimazielen beschäftigte, verrottete im Hintergrund das Fundament einer funktionierenden Gesellschaft.

Die kritische Infrastruktur – Stromnetze, Kommunikationssysteme, Rettungsdienste – bildet das Rückgrat jeder modernen Zivilisation. Wenn dieses Rückgrat bröckelt, steht mehr auf dem Spiel als nur der Komfort der Bürger. Es geht um Menschenleben, um Sicherheit, um das grundlegende Vertrauen in den Staat.

Ein Weckruf, der verhallen wird?

Die Frage, die sich aufdrängt, lautet: Wird dieser erneute Vorfall endlich zum Umdenken führen? Die Erfahrung lehrt uns leider, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist. Zu oft wurden Warnzeichen ignoriert, zu oft wurde auf Verschleiß gefahren, zu oft wurden Investitionen in die Zukunft zugunsten kurzfristiger politischer Projekte geopfert.

Berlin, einst Symbol deutscher Einheit und Aufbruchsstimmung, droht zum Mahnmal politischen Versagens zu werden. Die Bürger dieser Stadt – und letztlich alle Deutschen – haben Besseres verdient als eine Politik, die erst handelt, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Vielleicht sogar mehrfach.

„Telefone tot, Outlook ist ausgefallen – Man hat Sofortmaßnahmen ergriffen, eine Ausweichleitstelle wurde mit sechs Kollegen besetzt – Die Suche nach dem Problem läuft, ist natürlich ein echter Super-GAU"

Diese Worte von Benjamin Jendro sollten als Weckruf verstanden werden. Doch ob sie gehört werden, steht auf einem anderen Blatt. Die Berliner jedenfalls dürften sich fragen, ob sie sich im Ernstfall noch auf ihre Rettungsdienste verlassen können – oder ob der nächste Stromausfall nicht doch zur echten Katastrophe wird.

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