Kettner Edelmetalle
26.01.2026
06:57 Uhr

Amerikas fatale Abhängigkeit: Ohne eigene Rohstoffe keine Zukunft als Weltmacht

Amerikas fatale Abhängigkeit: Ohne eigene Rohstoffe keine Zukunft als Weltmacht

Die Vereinigten Staaten stehen vor einem strategischen Dilemma, das in seiner Tragweite kaum zu überschätzen ist. Während Washington Milliarden in Rüstungsprojekte pumpt und die Modernisierung der Streitkräfte vorantreibt, hat man eine fundamentale Schwachstelle sträflich vernachlässigt: die Versorgung mit kritischen Rohstoffen. Kupfer, Nickel, Kobalt – diese Metalle sind nicht bloß Bestandteile von Konsumgütern, sie bilden das Rückgrat amerikanischer Stärke.

Die strategische Blindheit einer Supermacht

Es mutet geradezu grotesk an, dass eine Nation, die sich als führende Weltmacht versteht, ihre Rohstoffversorgung bereitwillig in die Hände geopolitischer Rivalen legt. Kupfer findet sich in Radarsystemen, Transformatoren und der Verkabelung militärischer Einrichtungen. Nickel verstärkt Stahl und ist unverzichtbar für moderne Batterietechnologie sowie Panzerungen. Doch anstatt diese lebenswichtigen Ressourcen im eigenen Land zu fördern, hat man sich jahrzehntelang auf fragile globale Lieferketten verlassen – ein strategisches Glücksspiel, das sich Amerika schlichtweg nicht leisten kann.

Die Frage drängt sich auf: Würde man die Produktion von Kampfjets an eine rivalisierende Macht auslagern? Selbstverständlich nicht. Warum also überlässt man die Metalle, die diese Jets erst möglich machen, einer Handvoll Länder, die jederzeit zum Druckmittel werden können?

Minnesota: Ein schlafender Riese erwacht

Im Nordosten Minnesotas schlummern gewaltige Bodenschätze, die das Potenzial haben, Amerikas Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten drastisch zu reduzieren. Die Region beherbergt sage und schreibe 95 Prozent der nationalen Nickelressourcen, nahezu 90 Prozent des Kobalts und etwa ein Drittel der Kupfervorkommen. Es handelt sich um die weltweit größten bekannten unerschlossenen Kupfer-Nickel-Lagerstätten.

Der Kongress steht nun vor der Entscheidung, ein Explorationsverbot in dieser Region aufzuheben. Wohlgemerkt: Es geht nicht darum, blindlings Minen zu genehmigen. Vielmehr soll lediglich der Weg freigemacht werden, damit Projekte überhaupt die erforderlichen Genehmigungsverfahren durchlaufen können. Die strengen Auflagen für Umweltschutz und Arbeitssicherheit bleiben selbstverständlich bestehen.

Drei strategische Vorteile heimischer Produktion

Die Argumente für eine Stärkung der inländischen Rohstoffförderung sind erdrückend. Erstens reduziert sie die Anfälligkeit für geopolitische Erpressung. Wenn der Zugang zu kritischen Ressourcen von einem einzigen Nadelöhr im Ausland abhängt, hat man keinen Markt – man hat eine Schwachstelle. Zweitens verkürzt und härtet heimische Produktion die Lieferketten. Weniger Ozeanüberquerungen bedeuten weniger Gelegenheiten für Störungen durch Kriege, Piraterie, Sanktionen oder Naturkatastrophen. Drittens verbessert sie die Rückverfolgbarkeit. Das Militär und die Industrie müssen wissen, woher ihre Materialien stammen und unter welchen Bedingungen sie gewonnen wurden.

„Auf dem Spiel steht mehr als der Preis von Kupfer oder Nickel. Es geht darum, ob die Vereinigten Staaten die Grundlagen ihrer eigenen Macht kontrollieren können."

Lehren für Europa und Deutschland

Was für Amerika gilt, trifft in noch stärkerem Maße auf Europa zu. Deutschland hat sich durch seine verfehlte Energiepolitik bereits in eine gefährliche Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten manövriert. Die Rohstofffrage wird in den kommenden Jahren zur Schicksalsfrage für alle westlichen Industrienationen. Wer die Kontrolle über kritische Mineralien verliert, verliert letztlich auch seine wirtschaftliche und militärische Handlungsfähigkeit.

In Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen erscheint es geradezu fahrlässig, auf das Wohlwollen globaler Märkte zu vertrauen. Die Alternative liegt auf der Hand: Verantwortungsvolle Förderung im eigenen Land, unter strengen Umweltauflagen und mit transparenten Verfahren. Minnesotas Iron Range hat Amerika bereits seit über 140 Jahren mit Rohstoffen versorgt. Es wird Zeit, dieses Erbe fortzuführen – bevor andere die Lücke füllen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionsentscheidungen in Rohstoffe oder verwandte Anlageklassen sollten stets auf eigener gründlicher Recherche basieren. Jeder Anleger trägt die volle Verantwortung für seine Entscheidungen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber können als Beimischung eines diversifizierten Portfolios zur Vermögenssicherung beitragen.

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