Kettner Edelmetalle

100 Euro Gold: Wildtiere Österreich Goldmünzen

Ein Haus aus 48 Bürgern.

1193/94 verlegten die Babenberger ihre Münzstätte von Krems nach Wien. Ab da wurde auch in Wien ein Pfennig geprägt, in einer Urkunde erwähnt ist er zum ersten Mal 1204. Dass die Einrichtung der Wiener Hausgenossenschaft mit dem Lösegeld für Richard Löwenherz zusammenhängt, hält die Neue Deutsche Biographie für wahrscheinlich.

„Die Hausgenossen waren ein aus 48 Wiener Bürgern bestehendes Gremium, dem Münzprägung, Geldwechsel und Edelmetallhandel im Herzogtum Österreich vorbehalten war.“

Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien, Artikel „Hausgenossen“
48 Bürger, ein Gremium.

Eine Figur für jeden der 48 Hausgenossen. Die Zahl nennt das Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien.

Den Namen erklärt das Wiki so: Das Gremium galt als Teil des „Hauses“ des Landesfürsten, also seines Gefolges. Das Prägen selbst war Sache eines Handwerks, der Münzer. Den Geldwechsel besorgten angestellte Wechsler an Bänken, die im Freien standen, anfangs auf dem Hohen Markt.

Am 7. Juni 1522 hob Ferdinand I. das Gremium auf. 1524 wurde die Münzstätte ein staatliches Amt. Bis dahin war sie, so das Wiki, „eine Domäne des Wiener Großbürgertums“ gewesen.

Kolorierter Holzschnitt: dicht stehende Häuser mit roten und blauen Dächern hinter einer Stadtmauer, davor Hütten, Wiesen und Wasser
Wien, wie es die Schedelsche Weltchronik zeigt, gedruckt in Nürnberg 1493. Ausschnitt. Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Sieben Adressen bis zum Heumarkt.

Die Wiener Münzstätte ist oft umgezogen. Das Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien führt für sie sieben Adressen. Sechs liegen in der Inneren Stadt, die siebte östlich des Stadtparks: Am Heumarkt 1.

Begonnen hat sie im Kammerhof an der Brandstätte, das Wiki schreibt „vermutlich“. Um 1280 zog sie in das frühere Residenzgebäude Am Hof, im späten 14. Jahrhundert in die Wollzeile. Dort blieb sie am längsten, nach der Liste des Wikis bis 1752. 1753 verlegte Maria Theresia sie in die Himmelpfortgasse, zum Winterpalais des Prinzen Eugen.

Dazu kommen zwei Nebenadressen: die Schlagstube in der Landskrongasse, in der die Münzer prägten, und von 1621 bis 1625 eine zweite Münzstätte in der Schenkenstraße.

Sieben Adressen in Wien
Innere StadtDonaukanalWienfluss12345
  1. Brandstätte 7KammerhofKammerhof1194 bis 1280
  2. Landskrongasse 8SchlagstubeSchlagstubebis vor 1423
  3. Am Hof 1‑2früheres Residenzgebäudealte Residenz1280 bis 1386
  4. Wollzeile 6‑81386 bis 1752
  5. Schenkenstraße 10zweite Münzstätte1621 bis 1625
  6. Himmelpfortgasse 6‑8Winterpalais1753 bis 1838
  7. Am Heumarkt 1HauptmünzamtHauptmünzamtseit 1838

Jahreszahlen nach der Liste des Wien Geschichte Wiki, andere Quellen nennen teils andere. Die Balken zeigen die Dauer, die Lage der Punkte ist vereinfacht.

Am Ende der Linie steht das Haus Am Heumarkt 1. Es steht unter Denkmalschutz. Oben über der Mitte der Fassade stehen vier Figuren von Joseph Klieber: Hermes, Apollo, Artemis und Aphrodite. Sie verkörpern die Münzmetalle Zink, Gold, Silber und Kupfer.

„Das prachtvolle Gebäude ist immer noch Produktionsstätte und Verwaltungsgebäude.“

Münze Österreich, Unternehmensgeschichte
Altes Foto: ein langes, klassizistisches Gebäude mit Säulenportal an einer breiten Straße, links Bäume
Das Hauptmünzamt Am Heumarkt am 7. Juni 1896, fotografiert von Friedrich Strauß. Wien Museum, CC0.

Groß im Modell, klein auf der Münze.

Am Anfang eines Prägewerkzeugs steht ein großes Modell aus Gips, gefertigt in der Graveurie des Hauses. Den nächsten Schritt beschreibt die Münze Österreich so:

„Zunächst wird das in der Graveurie gefertigte Gipsmodell mit digitaler Technologie gescannt und das Werkzeug im Anschluss mithilfe eines Fräsers originalgetreu bearbeitet.“

Münze Österreich, Ratgeber „Werkzeugbau“
Modell und Münze im selben Maßstab.

Kreise und Schnitt im selben Maßstab. Die Maße des Modells nennen die Oberösterreichischen Nachrichten (2016). 34 Millimeter messen zum Beispiel die Silber‑Niob‑Münzen des Hauses.

Wie groß so ein Modell ist, stand 2016 in den Oberösterreichischen Nachrichten: 18 Zentimeter im Durchmesser. Das Relief darf nach demselben Bericht höchstens einen Millimeter hoch sein.

Für Münzen in Polierter Platte durchläuft allein das Prägewerkzeug nach Angaben des Hauses 22 Arbeitsschritte. „Handgehoben“ nennt die Münze Österreich eine Münze, die als Erstabschlag mit neuem Werkzeug entsteht, als erstes Stück einer Serie. Sie wird sofort nach der Prägung einzeln verpackt.

Kolorierte Radierung und Aquatinta: hohe Halle mit Oberlicht, darin mehrere Spindelpressen mit langen Schwungarmen, an denen Arbeiter stehen
Spindelpressen im Prägesaal der königlichen Münze in London, 1809. Radierung von Thomas Rowlandson und Augustus Charles Pugin, Aquatinta von John Bluck. The Metropolitan Museum of Art, gemeinfrei.

Farbe ohne Farbe: der Niobkern.

Seit 2003 prägt die Münze Österreich Münzen mit einem Kern aus Niob. Das Metall ist von sich aus hellgrau. Trotzdem leuchten die Kerne, bei der Münze „Leben im All“ von 2022 zum Beispiel veilchenviolett. Gefärbt wird dabei nichts:

„Das Besondere ist, dass die Farbe nicht aufgetragen wird. … Man nennt diese Technik ‚Anodisches Oxidieren‘. Es wird also nicht lackiert.“

Münze Österreich, Wissensseite „Silber‑Niob‑Münzen“ (Archivfassung 2016)
Ein Ring aus Silber, ein Kern aus Niob.

Der Schnitt ist stark überhöht und nicht maßstäblich. Die Schicht ist durchsichtig, violett gezeichnet ist nur das zurückgeworfene Licht. Den Durchmesser des Kerns nennt die Münze Österreich nicht, er ist deshalb nur schematisch gezeichnet.

Unter Strom wächst auf dem Niob eine hauchdünne, durchsichtige Schicht aus Oxid. Licht wird an ihrer Oberseite zurückgeworfen und ein zweites Mal am Metall darunter. Die beiden Strahlen überlagern sich, und je nach Dicke der Schicht bleibt eine andere Farbe übrig. Physiker nennen das Interferenz, man kennt sie von der Seifenhaut.

Die Dicke hängt an der Spannung. Je Volt wird die Schicht um gut zwei millionstel Millimeter dicker, haben Krzysztof Fitzner und Michał Stępień 2023 in der Zeitschrift „Materials“ gemessen.

Für „Leben im All“ nennt die Münze Österreich diese Daten: ein Ring aus Silber 900/1.000 mit 9,00 Gramm Feinsilber, darin der Kern aus Niob, zusammen 16,50 Gramm, 34 Millimeter Durchmesser, Nennwert 25 Euro.

Die erste dieser Münzen erschien am 29. Januar 2003. Zwei Jahre Vorarbeit lagen davor, gemeinsam mit der Firma Plansee aus Tirol.

Was ein Nennwert zusagt.

Zu jedem Nennwert gehört eine Frage: Wer muss die Münze annehmen, und wie viele davon? Die Antwort gibt in Österreich das Scheidemünzengesetz von 1988, in § 8 Absatz 3. Gezählt wird je einzelner Zahlung.

Die Oesterreichische Nationalbank und die Münze Österreich müssen gültige Münzen ohne Begrenzung annehmen. Bund, Länder und Gemeinden müssen bis zu einhundert Stück annehmen, alle übrigen bis zu fünfzig, davon Gedenk‑ und Goldmünzen der Münze Österreich nur bis zu zehn Stück.

So viele Münzen je Zahlung
  1. Alle übrigen PersonenÜbrige Personenbis zu 50bis zu 50
  2. davon Gedenk‑ und GoldmünzenGedenk‑ und Goldmünzenbis zu 10bis 10
  3. Bund, Länder und GemeindenBund, Länder, Gemeindenbis zu 100bis zu 100
  4. Nationalbank und Münze ÖsterreichNationalbank und Münzeohne Begrenzungunbegrenzt

Ein Punkt je Münze, je einzelner Zahlung, nach § 8 Absatz 3 Scheidemünzengesetz 1988. Die Grenze von zehn Stück gilt bei allen übrigen für Gedenk‑ und Goldmünzen der Münze Österreich, dazu kommt ein Höchstbetrag je Zahlung.

Zur Grenze von zehn Stück kam mit der Novelle von 2005 ein Höchstbetrag je Zahlung. Den Grund nennt die Regierungsvorlage: Bei Münzen mit ungewöhnlich hohem Nennwert können vor allem Privatpersonen benachteiligt werden, wenn sie eine solche Münze wegen eines hohen „Wechselgeldbedarfs“ gar nicht annehmen können. Zahlungsmittel sind die Gedenk‑ und Goldmünzen der Münze Österreich zudem nur in Österreich, nicht in den übrigen Ländern der EU. Für die 2‑Euro‑Gedenkmünzen gilt das nicht, sie gelten im ganzen Euroraum.

Von 1989 bis 2001 trug der Philharmoniker einen Nennwert in Schilling.

Österreich im Kleingeld.

Dieselbe Werkstatt prägt auch das Kleingeld. Die Euro‑ und Cent‑Münzen für den Umlauf stellt die Münze Österreich im Auftrag der Nationalbank her, nach Bedarf.

Die österreichischen Seiten gestaltete Josef Kaiser, Professor an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Die drei kleinsten Münzen zeigen Blumen: den Enzian auf 1 Cent, das Edelweiß auf 2 Cent, die Primel auf 5 Cent. Auf 20 Cent steht das Schloss Belvedere, auf 50 Cent die Secession.

Drei Blumen der Alpen, drei Münzgrößen.
  1. Tafel: Enzian mit zwei großen blauen Glockenblüten über einer Rosette aus Blättern1 Cent16,25 mmEnzian
  2. Tafel: Edelweiß mit weißfilzigen Blütensternen an aufrechten Stängeln2 Cent18,75 mmEdelweiß
  3. Tafel: Primel mit rosaroten Blüten an einem hohen Stängel über glatten Blättern5 Cent21,25 mmPrimel

Die Kreise zeigen nur die Größe der Münzen, im selben Maßstab, nach den Maßen der Europäischen Zentralbank. Die Tafeln aus Anton Hartingers „Atlas der Alpenflora“, Wien 1882, zeigen Pflanzen der Alpen, nicht die Münzbilder.

Den Nennwert trägt, so die Münze Österreich, nicht nur die gemeinsame, sondern auch die nationale Seite.

„Alle in der Zeit von 1998 bis 2002 geprägten Euro‑Stücke tragen die Jahreszahl 2002.“

Münze Österreich, „Der Euro“
Quellen: Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien (Artikel „Hausgenossen“, „Wiener Pfennig“, „Münzstätte“, „Hauptmünzamt“, „Landskrongasse“); Walter Koch, Artikel „Leopold V.“, Neue Deutsche Biographie 14 (1985); Bundesdenkmalamt, Denkmalliste Wien, Stand 23. Juni 2026; Münze Österreich (Unternehmensgeschichte; Ratgeber „Werkzeugbau“ und „Prägequalitäten“; Glossar; Wissensseite „Silber‑Niob‑Münzen“, 2016; Produktseiten „Leben im All“ und „Katzenaugennebel“; „Der Euro“; Häufige Fragen); Oberösterreichische Nachrichten, „Die Münzenmacher“, 30. Januar 2016; K. Fitzner und M. Stępień, Materials 16 (2023), Artikel 798; Scheidemünzengesetz 1988, § 8, nach dem Rechtsinformationssystem des Bundes; Regierungsvorlage 663 der Beilagen, XXII. Gesetzgebungsperiode; Verordnung (EU) Nr. 651/2012, Artikel 5; Oesterreichische Nationalbank (Gesamtverzeichnis der Schillingmünzen von 1947 bis 2001; Euro‑Banknoten und ‑Münzen); Europäische Zentralbank (Nationale Seiten Österreichs; gemeinsame Merkmale der Euro‑Münzen). Bilder: Ansicht Wiens aus der Schedelschen Weltchronik, 1493 (Wikimedia Commons, gemeinfrei); Hauptmünzamt Am Heumarkt, Foto von Friedrich Strauß, 1896 (Wien Museum, CC0); „The Mint“ von Thomas Rowlandson, Augustus Charles Pugin und John Bluck, 1809 (The Metropolitan Museum of Art, gemeinfrei); Enzian, Edelweiß und Primel aus Anton Hartingers Atlas der Alpenflora, 1882 (Wikimedia Commons, gemeinfrei).

Es gibt Goldmünzen, die zählt man in Unzen und Aufgeld — und es gibt solche, die man mit der Lupe betrachtet und dabei den Wald zu riechen glaubt. Die Serie Unseren Wildtieren auf der Spur, besser bekannt als Wildtiere Österreich, gehört zur zweiten Sorte. Zwischen 2013 und 2018 prägte die Münze Österreich sechs 100-Euro-Goldmünzen, die je ein heimisches Wildtier in seinem natürlichen Lebensraum zeigen. Dieser Ratgeber beleuchtet Geschichte, Motive, technische Besonderheiten, Echtheitsmerkmale, die steuerliche Behandlung sowie die Frage, ob sich die Serie eher zum Sammeln oder zum Anlegen eignet.

Die Serie Wildtiere Österreich im Überblick

Am 30. Oktober 2013 startete die Münze Österreich ihre sechsteilige Goldmünzenserie mit dem offiziellen Titel „Unseren Wildtieren auf der Spur“. Der Grundgedanke: den Artenreichtum der heimischen Fauna zu würdigen und pro Jahrgang ein anderes Tier ins Rampenlicht zu rücken. Herausgekommen ist eine der stimmungsvollsten österreichischen Sammlermünzen-Reihen der vergangenen Jahre — kein nüchternes Anlageprodukt, sondern eine kleine Galerie in Gold.

Jede Ausgabe erschien in der höchsten Prägequalität Polierte Platte (Proof), mit einer Auflage von maximal 30.000 Exemplaren je Jahrgang. Über alle sechs Motive summiert sich das auf eine Gesamtauflage von rund 180.000 Stück — eine überschaubare Zahl, die dem Seriencharakter zusätzliches Gewicht verleiht. Wer die Reihe komplettiert, hält am Ende sechs Kunstwerke und knapp drei Feinunzen Gold in Händen. Wer tiefer in die Welt österreichischer Prägungen einsteigen möchte, findet in den klassischen Goldmünzen des deutschsprachigen Raums und beim Wiener Philharmoniker weitere Anknüpfungspunkte.

Die sechs Motive und ihre Gestaltung

Die Reihe folgt einer klaren Dramaturgie: Jedes Jahr trat ein neues Tier auf die Bühne, dargestellt entweder als Paar oder als komplette Tierfamilie in seiner typischen Umgebung — der Rothirsch im lichten Wald, die Stockente umringt von Schilf. Die Chronologie der Ausgaben:

  • Rothirsch (2013) — der Auftakt, König des Waldes und Sinnbild der Serie
  • Wildschwein (2014) — die Bache mit Frischlingen, urig und lebensnah
  • Auerhahn (2015) — der balzende Waldvogel in voller Pracht
  • Fuchs (2016) — der Rotfuchs, klug und wachsam gezeichnet
  • Steinbock (2017) — der Alpensteinbock im hochalpinen Fels
  • Stockente (2018) — das abschließende Motiv am Wasser

Verantwortlich für die künstlerische Umsetzung zeichneten bei den ersten vier Jahrgängen die Chefgraveure Thomas Pesendorfer und Helmut Andexlinger. Ab 2017 arbeiteten jeweils mehrere Graveure gemeinsam an einem Motiv, um noch mehr Detailtiefe zu erreichen. Der Reiz zeigt sich oft erst unter Vergrößerung: einzelne Haare im Fell, die Federzeichnung des Auerhahns, die Struktur des Fels. Diese Präzision ist ohne modernste Graviertechnik nicht denkbar und macht die Wildtier-Serie zu einem Paradebeispiel österreichischer Prägekunst.

Motivseite und Wertseite

Die Motivseite trägt das jeweilige Tier in naturnaher Szene. Die Wertseite hingegen bringt eine Besonderheit mit: Neben der Umschrift „REPUBLIK ÖSTERREICH“, dem Jahrgang und dem Nennwert „100 EURO“ zieht sich im unteren Randbereich ein filigranes Ornament — ein wiederkehrendes Stilelement, das ausschließlich auf der Wertseite erscheint und die sechs Ausgaben optisch verklammert.

Ein Wildtier lässt sich nicht bestellen — man muss ihm auf die Spur kommen. Genau dieses Suchen und Entdecken übersetzt die Serie in Gold.

Technische Eigenschaften und Stückelung

Die Wildtiere-Österreich-Münzen weichen bewusst von den üblichen Standards ab — das macht sie unter Sammlern so unverwechselbar. Statt der gängigen 15,55 g einer halben Feinunze bringt jede Münze 16 Gramm Feingold auf die Waage, bei einem Raugewicht von 16,23 g. Auch der Feingehalt von 986/1000 ist untypisch: Es handelt sich um das traditionsreiche Dukatengold, das die Münze Österreich seit Jahrhunderten verwendet — und nicht um die 999,9er Feinheit der klassischen Anlagemünzen.

  • Feingewicht: 16 g (etwas mehr als eine halbe Unze)
  • Raugewicht: 16,23 g
  • Feingehalt: 986/1000 (Dukatengold)
  • Durchmesser: 30 mm, Münzrand glatt
  • Nennwert: 100 Euro
  • Prägequalität: Polierte Platte / Proof

Der aufgedruckte Nennwert von 100 Euro spielt in der Praxis keine Rolle — der tatsächliche Wert liegt weit darüber und orientiert sich am Goldpreis zuzüglich eines Aufschlags für die aufwendige Fertigung und den Sammlercharakter. Eine Silberversion der Serie gibt es übrigens nicht; wer die Münze Österreich in Silber sucht, wird eher beim silbernen Wiener Philharmoniker fündig.

Die Münze Österreich als Prägestätte

Hinter der Serie steht eine der traditionsreichsten Prägestätten der Welt. Die Münze Österreich blickt auf eine über 725-jährige Geschichte zurück und residiert heute im Herzen Wiens am Heumarkt. Sie prägt nicht nur die Anlageklassiker des Landes — allen voran den Wiener Philharmoniker — sondern auch Umlaufmünzen und hochwertige Sammleremissionen wie eben die Wildtier-Serie.

Das Gold wird direkt in der Wiener Prägeanstalt verarbeitet, die Ausgabe erfolgte offiziell über die Münze Österreich. Diese durchgängige Herstellung aus einer Hand ist ein Qualitätsversprechen, das man dem fertigen Stück ansieht. Ähnlich renommierte Häuser wie die Münze Österreich AG und die Prägeanstalten hinter Maple Leaf oder Britannia bestimmen den internationalen Markt hochwertiger Goldprägungen.

Echtheit, Lieferumfang und Aufbewahrung

Jede Münze der Serie wird einzeln gekapselt in einem Etui der Münze Österreich ausgeliefert, begleitet von einem nummerierten Echtheitszertifikat der Prägeanstalt. Diese Kombination aus Originaletui, Zertifikat und nachvollziehbarer Nummerierung ist das wichtigste Echtheitsmerkmal — vollständige Provenienz erhöht bei Sammlermünzen sowohl Sicherheit als auch Wiederverkaufswert.

  • Originaletui und nummeriertes Zertifikat stets zusammen aufbewahren
  • Kapsel nach Möglichkeit nicht öffnen — Fingerabdrücke mindern bei Proof-Qualität den Wert
  • Gewicht (16,23 g rau), Durchmesser (30 mm) und Feingehalt lassen sich zur Kontrolle prüfen

Für die dauerhafte Lagerung empfiehlt sich passendes Zubehör wie Münzkapseln oder eine hochwertige Münzkassette. Optional bot die Münze Österreich seinerzeit eine eigene Holz-Sammelkassette mit kunstvoller Metallplakette an, in der alle sechs Motive stilvoll zusammenfinden. Wer mehrere Serien aufbewahrt, findet weitere Lösungen in der Zubehör-Übersicht.

Steuerliche Behandlung

Bei der steuerlichen Einordnung lohnt der genaue Blick, denn die Wildtiere-Serie fällt trotz Sammlercharakter unter die Regelungen für Goldmünzen. Anlagegold ist innerhalb der EU grundsätzlich umsatzsteuerbefreit, sofern die Kriterien für Anlagegold erfüllt sind — dazu zählt unter anderem ein Feingehalt von mindestens 900/1000 bei Goldmünzen mit gesetzlichem Zahlungsmittelstatus. Mit ihren 986/1000 und dem Nennwert von 100 Euro erfüllt die Serie diese Anforderung.

Steuerlicher Hinweis

Für Privatpersonen gilt in Deutschland zudem: Wird eine Goldmünze länger als ein Jahr gehalten, ist ein etwaiger Veräußerungsgewinn nach Ablauf der Spekulationsfrist steuerfrei. Diese Angaben sind allgemeine Informationen und ersetzen keine individuelle Steuerberatung.

Anders verhält es sich bei Silber, wo häufig die Differenzbesteuerung greift. Wer die steuerlichen Vorteile physischen Goldes gezielt nutzen möchte, findet im Bereich Altersvorsorge und bei den Goldbarren ergänzende Anlageformen.

Sammeln oder Anlegen — für wen eignet sich die Serie?

Die ehrliche Antwort: Die Wildtiere-Österreich-Serie ist in erster Linie ein Sammlerobjekt. Prägequalität Proof, das ungewöhnliche 16-Gramm-Format, der Feingehalt von 986/1000 und das aufwendige Design bedeuten ein spürbares Aufgeld gegenüber dem reinen Goldwert. Wer ausschließlich möglichst viel Feingold zum kleinsten Preis sucht, ist mit klassischen Anlageklassikern wie dem Krügerrand oder dem Maple Leaf besser bedient.

Für Sammler und Naturliebhaber hingegen spielt die Reihe ihre Stärken voll aus: geschlossene sechsteilige Serie, niedrige Auflage, herausragende Gravurkunst und emotionale Motive, die den heimischen Wald ins Wohnzimmer holen. Gerade als werthaltiges Geschenk oder als thematischer Sammelschwerpunkt entfaltet die Serie ihren Reiz. Thematisch verwandte Motivwelten finden sich etwa bei den Heimischen Vögeln oder in der Reihe Call of the Wild. Als deutscher Edelmetallhändler bietet Kettner Edelmetalle solche Prägungen mit versichertem Versand und geprüfter Echtheit an.

Häufig gestellte Fragen zu Wildtiere Österreich

Wie heißt die Serie offiziell und wie viele Münzen umfasst sie? +

Der offizielle Serientitel lautet „Unseren Wildtieren auf der Spur“. Die Reihe umfasst sechs 100-Euro-Goldmünzen, die zwischen 2013 und 2018 von der Münze Österreich ausgegeben wurden — je eine pro Jahrgang.

Welche Tiermotive gibt es in der Serie? +

In chronologischer Reihenfolge: Rothirsch (2013), Wildschwein (2014), Auerhahn (2015), Fuchs (2016), Steinbock (2017) und Stockente (2018). Jedes Motiv zeigt das Tier als Paar oder Familie in seinem natürlichen Lebensraum.

Warum wiegt die Münze 16 Gramm und nicht eine halbe Unze? +

Die Münze Österreich hat sich bewusst für ein Feingewicht von 16 Gramm entschieden — etwas mehr als die 15,55 g einer halben Feinunze. In Kombination mit dem Feingehalt von 986/1000, dem traditionellen Dukatengold, ergibt sich ein charakteristisches Format, das die Serie von Standard-Anlagemünzen abhebt.

Eignet sich die Serie eher zum Sammeln oder als Geldanlage? +

Aufgrund der Proof-Qualität, der niedrigen Auflage und des aufwendigen Designs steht der Sammlercharakter im Vordergrund. Für die reine Goldanlage mit niedrigem Aufgeld sind klassische Anlagemünzen meist die günstigere Wahl. Für Sammler und Naturliebhaber ist die Serie hingegen ein optisch herausragendes Sammelobjekt.

Wie erkenne ich die Echtheit und was gehört zum Lieferumfang? +

Jede Münze wird gekapselt im Originaletui der Münze Österreich mit einem nummerierten Echtheitszertifikat ausgeliefert. Diese Dokumente sollten stets bei der Münze verbleiben. Zusätzlich lassen sich Gewicht (16,23 g Raugewicht), Durchmesser (30 mm) und Feingehalt (986/1000) zur Kontrolle heranziehen.

Ist die Serie umsatzsteuerbefreit? +

Ja. Als Goldmünze mit gesetzlichem Zahlungsmittelstatus, einem Feingehalt von 986/1000 und einem Nennwert von 100 Euro erfüllt die Serie die Kriterien für Anlagegold und ist damit umsatzsteuerbefreit. Für Privatpersonen ist ein Veräußerungsgewinn nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist steuerfrei.